(© picture-alliance/dpa)

  Zypernkonflikt

  9 Debatten

Die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns sind nach zwei Jahren erneut gescheitert. Zuvor hatten die Gespräche als erfolgversprechendster Versuch gegolten, die Teilung der Insel zu beenden. Entsprechend groß ist nach dem Aus die Ernüchterung in der Presse der betroffenen Länder.

Die Verhandlungen zu einer Lösung für das seit 1974 geteilte Zypern in der Schweiz haben laut UN bedeutende Fortschritte erzielt. Sie sollen am 20. November in Genf fortgeführt werden. Hardliner auf der zyperngiechischen Seite werden eine Einigung verhindern, meinen einige Kommentatoren. Andere plädieren für mehr Optimismus.

Die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung Zyperns ist noch nicht verloren. Der Präsident der Republik Zypern, Nikos Anastasiades, und der Anführer der Zyperntürken, Mustafa Akıncı, einigten sich darauf, die Gespräche im Januar fortzusetzen. Kommentatoren fordern Kompromissbereitschaft von beiden Seiten.

Die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns sind auf die kommende Woche vertagt worden. Erstmals hatten am Donnerstag die Garantiemächte Griechenland, Türkei und Großbritannien an den Gesprächen teilgenommen. Europa braucht ein wiedervereinigtes Zypern, mahnen Kommentatoren und fordern mehr Transparenz in den Verhandlungen.

Ein Beschluss des Parlaments der Republik Zypern hat zum Streit zwischen den zyperngriechischen und zyperntürkischen Verhandlungsführern und zur Unterbrechung ihrer Verhandlungen geführt: Demnach soll künftig in den Schulen des Landes dem Enosis-Votum gedacht werden, in dem die griechischen Zyprer sich 1950 für den Anschluss an Griechenland aussprachen. Stellt sich die Vergangenheitsbewältigung dem Frieden in den Weg?

Der UN-Beauftragte für Zypern, Espen Barth Eide, sieht gute Chancen, dass die unterbrochenen Gespräche zur Wiedervereinigung der Insel noch im März fortgesetzt werden. Die Presse der an den Verhandlungen beteiligten Länder ist hingegen nicht so optimistisch, dass der Konflikt je gelöst werden kann.

Die seit 2016 erzielten Fortschritte in den Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns drohen durch neue Reibereien zunichte gemacht zu werden. Während sich der Streit um die Ausbeutung fossiler Ressourcen im Mittelmeer seit Wochen zuspitzt, beschwerten sich der zyperngriechische Präsident Anastasiades und der griechische Außenminister nun auch noch über UN-Sondervermittler Espen Barth Eide. Was steckt hinter dem Streit?

Der UN-Gesandte Espen Barth Eide hat die Zypern-Gespräche vorerst abgebrochen. Die Verhandlungsführer beider Seiten hätten keine gemeinsame Basis für die Modalitäten eines Gipfels gefunden, auf dem ein Abkommen zur Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Insel verhandelt werden sollte. Beide Seiten drücken sich vor der Verantwortung, meinen Kommentatoren, die aber noch auf eine Lösung hoffen.

Seit Ende Juni verhandeln Zyperngriechen und Zyperntürken erneut unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen im schweizerischen Crans-Montana. Medien der betroffenen Länder sondieren die Chancen der vielleicht vorerst letzten Möglichkeit zur Wiedervereinigung der Insel.