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  Nordkorea

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Das jüngste Säbelrasseln Nordkoreas und der USA hat in den Augen vieler Beobachter eine militärische Eskalation des Konflikts sehr viel wahrscheinlicher gemacht. Kommentatoren schätzen die Kriegsgefahr ein, beleuchten Hintergründe und loten die Möglichkeiten einer friedlichen Lösung aus.

Mit zusätzlichen Sanktionen soll Nordkorea von seinem Atomprogramm abgebracht werden. Der UN-Sicherheitsrat bereitete dafür am vergangenen Wochenende einstimmig den Weg. Für viele Kommentatoren aber greifen die Sanktionen zu kurz.

Die USA erwägen, militärisch gegen Nordkorea vorzugehen, sollte das Land sein umstrittenes Atomprogramm nicht aufgeben. Man bevorzuge aber eine diplomatische Lösung, erklärte die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley. Die USA wollen in Kürze eine Resolution für verschärfte Sanktionen in den UN-Sicherheitsrat einbringen. Europas Presse diskutiert, ob die USA den richtigen Weg einschlagen.

Pjöngjang hat am Donnerstag mit einem Präventivschlag gegen die USA gedroht. Am Wochenende hatte Nordkorea bereits einen Raketentest durchgeführt, der allerdings scheiterte. UN-Generalsekretär António Guterres rief China, die USA, Japan, Südkorea und Russland dazu auf, eine weitere nordkoreanische Aufrüstung zu verhindern. Wie gefährlich ist diese neue Eskalation?

Nach dem Tod von Otto Warmbier wächst der Druck auf US-Präsident Donald Trump. Einflussreiche Republikaner fordern eine konsequente Reaktion auf den Tod des amerikanischen Studenten, der am Montag kurz nach dem Ende seiner anderthalbjährigen Haft in Nordkorea in seiner Heimat Ohio verstorben war. Europas Presse betrachtet die diplomatische Krise mit großer Sorge.

Nach einem neuen Atomwaffentest Nordkoreas, dem zweiten in diesem Jahr, hat der UN-Sicherheitsrat Pjöngjang mit "weiteren bedeutenden Maßnahmen" gedroht. Doch weder Drohungen noch verschärfte Sanktionen werden Machthaber Kim Jong Un in die Schranken weisen, fürchten Kommentatoren - zumindest nicht, solange China untätig bleibt.