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Le Monde - Frankreich | Freitag, 29. Februar 2008

Tariq Ramadan über den Boykott der Turiner Buchmesse

Tariq Ramadan stellt klar, dass er nicht zum Boykott der Turiner Buchmesse aufgerufen hat, den Aufruf aber unterstützt. Grund für den heftig umstrittenen Boykottaufruf war, dass israelische Schriftsteller als Ehrengäste zur Buchmesse geladen sind. Ramadan erklärt: "Die Verteidiger der Rechte der Palästinenser in Italien haben den Boykott als Mittel gewählt, um eine Proteststimme in einem Jubelchor zugunsten Israels hörbar zu machen, der die dunkle Realität in den besetzten Gebieten ignoriert... Ich glaube immer noch, dass die Entscheidung, Israel zum Ehrengast zu machen - während das palästinensische Volk im Gazastreifen umkommt -, eine Ungeschicklichkeit und ein Fehler ist. Diese Geste entspricht der politischen Position Europas: Man feiert Israel und nährt ständig die Verwirrung zwischen politischer Kritik und Antisemitismus. Vor allem aber herrscht 'konspiratives Schweigen' gegenüber der israelischen Apartheidspolitik. Diese 'kulturelle' Entscheidung hat ihre Entsprechung im 'politischen' Schweigen. So verschleppt man das Problem, und das können die blinden Verfechter des Staates Israel sehr gut."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 29. Februar 2008

 

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