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Der rechte belgische Politiker Bart De Wever hat für Empörung gesorgt, nach dem er die derzeitige Annäherung zwischen Flamen und Wallonen zur Beilegung der politischen Krise Belgiens mit der Appeasement-Politik von Grossbritannien 1938 und die Regierung Leterme mit dem Vichy-Regime verglich, das in Frankreich mit den Nazis kollaborierte. Dazu schreibt die Tageszeitung De Standaard: "Historische Vergleiche sagen vor allem etwas über den aus, der sie anstellt. Die Vergangenheit wird zur Grabbelkiste, aus der jeder das ihm passende Argument holen kann, doch das historisch nicht unbedingt angemessen ist. ... Der Vergleich mit Vichy fällt vor allem durch das sehr negative Feindbild auf. De Wever suggeriert damit, dass er die Französischsprachigen für genauso verderblich, unzuverlässig, unmoralisch und unrechtmässig hält wie die Nazis. ... 'München 1938' und die Appeasement-Politik von damals gelten noch immer als Symbole von politischer Naivität und Feigheit. Sie tauchen regelmässig als historisches Argument auf. ... Aber auch das ist eine einseitige und unvollständige Interpretation der Geschichte, die nicht auf einer tiefen Einsicht in die Vergangenheit beruht, sondern den Opportunismus der Gegenwart zeigt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, niederländisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Geschichte, » Belgien Alle verfügbaren Texte von » Marc Reynebeau
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 1. Oktober 2008
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