Top-Thema vom Donnerstag, 7. Juni 2007
Gelingt Angela Merkel ein Klima-Kompromiss?

Die europäische Presse nimmt den deutschen G8-Vorsitz zum Anlass, das Handeln von Kanzlerin Angela Merkel auf internationaler Bühne zu kommentieren. Kann sie konkrete Fortschritte im Kampf gegen die Klimaerwärmung erreichen?
ABC - Spanien
Die Tageszeitung setzt auf das politische Geschick von Angela Merkel, beim G8-Treffen im Kampf gegen die Klimaerwärmung konkrete Resultate zu erzielen. "Die deutsche Kanzlerin ist am besten geeignet, ein äußerst heikles Anliegen zu verteidigen, das vielen Europäern am Herzen liegt. Im Bereich der Energie und den Technologien ist man bereits dabei, umweltverträgliche Strategien auszuarbeiten. Die Bemühungen der deutschen EU-Ratspräsidentin verdienen ein positives Feedback der G8-Teilnehmer, denn sie weisen einen Weg. Und dieser von Europa eingeschlagene Weg wäre noch viel realistischer, wenn er allgemeine Unterstützung durch die anderen Länder erhielte." (07.06.2007)
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Le Temps - Schweiz
Richard Werly ist überzeugt, der G8-Gipfel biete der deutschen Kanzlerin eine "geopolitische Bühne". "Dass die 27 EU-Mitglieder im März beschlossen haben, die CO2-Emissionen bis 2020 zu reduzieren, hat Merkel stark gemacht, ihre G8-Kollegen zu überzeugen, das Gleiche zu tun. Beim EU-Russland-Gipfel in Samara hat sie sich auf die Seite Polens gestellt, dessen Fleischexporte von Moskau unberechtigterweise boykottiert werden. Das hat deutlich gemacht, wie entschlossen sie ist, auch angesichts der Mahnungen und Erpressungen des Kremls in Energiefragen. Das Ende der unheilvollen Regierungszeit von George W. Bushs bietet ihre eine weitere Chance: ... Der amerikanische Präsident hat ein lebhaftes Interesse daran, die Kanzlerin zu belohnen, weil sie die zentraleuropäischen Länder in der Nato, die vor Moskau zittern, zusammenhält. Sie ist eine hartnäckige Vermittlerin, wenn es um Raketen oder Gas geht, sie ist eine eigensinnige Pionierin, wenn es um das Klima geht. Angela Merkel hält alle Trümpfe in der Hand, Heiligendamm ihren Stempel aufzudrücken." (07.06.2007)
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The Independent - Großbritannien
"Zu Hause schwimmt Merkel auf einer Welle des Erfolgs. In ihrer Partei und in ihrer Regierungskoalition gibt sie den Ton an. Entgegen Voraussagen, sie werde keine sechs Monate lang Kanzlerin sein, da sie nur mit einer knappen Mehrheit gewählt wurde und viele ehrgeizige Politiker um sich herum hat, hat sie nicht nur überlebt, sondern ist sogar aufgeblüht", stellt die Tageszeitung fest. "Die Frage ist nun, ob Merkel die Autorität, die sie zu Hause gewonnen hat, auch auf die internationale Bühne ausdehnen kann. In Europa hat sie mit ihrer ruhigen und kompetenten Diplomatie bereits an Ansehen gewonnen. Die Stippvisite, die der neue französische Präsident ihr am Tag seiner Amtseinführung abstattete, weist auf die Möglichkeit eines neuen deutsch-französischen Motors für die EU hin. Nun wird Merkel sich in der wichtigtuerischen G8 behaupten müssen, wo zuviel Bescheidenheit von Nachteil sein könnte. Wenn es aber gelingt, Präsident Bush Zugeständnisse in Bezug auf den Klimawandel abzuringen, dann sollte sie stolz darauf sein." (07.06.2007)
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