Top-Thema vom Montag, 17. Dezember 2007
Was hat der Klimagipfel auf Bali gebracht?

Die 187 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben sich auf Bali auf ein Abkommen zum Klimaschutz verständigt. Die "Bali-Roadmap" bringt zum ersten Mal Industrie- und Entwicklungsländer bei der Reduzierung von CO2-Emissionen zusammen. Doch wird das zu konkreten Schritten führen?
The Irish Times - Irland
Die Zeitung meint, der Klimagipfel in Bali sei gut ausgegangen. "In einer zersplitterten Welt ist es eine große Seltenheit, dass sich Länder überhaupt auf etwas einigen. In Bali haben sich 187 UN-Mitglieder - große, kleine, reiche und arme - auf eine neue, intensivere Verhandlungsrunde in den nächsten zwei Jahren geeinigt, die klare Verringerungen des Treibhausgasausstoßes festlegen soll... Einer der erfreulichsten Aspekte der Bali-Konferenz war die Bereitschaft Chinas, sich aktiv an der Suche nach einer Lösung zu beteiligen. Chinas Emissionen sind zwar enorm, pro Kopf gerechnet aber immer noch sechsmal geringer als die der USA. Doch um China und andere aufstrebende Länder wie Indien, Brasilien und Südafrika dazu zu bringen, Wachstum umweltpolitisch nachhaltig zu erreichen, müssen die Industrieländer - allen voran die USA - mit gutem Beispiel voran gehen." (17.12.2007)
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Hospodářské noviny - Tschechien
Tomas Nemecek findet: "Anders als von den Skeptikern vorausgesagt gab es auf Bali einen Durchbruch. Sicher, noch haben wir keine verbindlichen Obergrenzen. Darüber wird 2009 in Kopenhagen gesprochen. Aber zum ersten Mal bekannten sich auch China und Indien zur Senkung der Treibhausgase. Und zum ersten Mal – allerdings nicht freiwillig - auch die USA. Es war kein Zufall, dass die Senatoren Lieberman und Warner im Kongress gerade jetzt ihre klimapolitische Roadmap für Höchstgrenzen der Treibhausemissionen einbrachten, die sich an den europäischen Richtlinien orientiert. Bali war ein Vorbote der Bereitschaft der ganzen Welt, etwas gegen die globale Erwärmung zu unternehmen." (17.12.2007)
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Le Courrier - Schweiz
Fabio Lo Verso hebt hervor, dass China, Russland und Indien mittlerweile immerhin eine "ökologisch korrekte" Sprache sprechen. "Die Einigung von Bali ist ein Kompromiss à la carte: Jedes Land konnte sich zu dem Szenario bekennen, das ihm passt, sofern es bereit war, seine Solidaritätserklärungen zu vervielfältigen und überall sein Engagement im Klimakampf hervorzuheben. Ambitionierte Ziele sollen später festgelegt werden, 2009 in Kopenhagen. So hat man sich auf Bali von den strengen Vorgaben von Kioto entfernt, um die Positionen der Widerspenstigen aufzulockern. Die USA haben eine unerwartete Wendung vollzogen und sind der Bewegung beigetreten - sechs Jahre nachdem sie versucht haben, das Kioto-Protokoll zu kippen." (17.12.2007)
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Les Echos - Frankreich
Patrick Lamm findet es ermutigend, dass es immerhin gelungen ist, die USA weiter in den Verhandlungsprozess einzubinden. "Alles schaut auf die Präsidentschaftswahlen in Washington im kommenden Jahr und hofft auf jemanden, der nachgiebiger ist als George W. Bush... Aber bis dahin muss etwas Konkretes auf den Tisch. Darum wollen sich die Europäer kümmern, die an der Spitze dieses Kreuzzuges stehen. Die EU-Kommission wird am Mittwoch neue CO2-Emissionsrichtlinien für Autos vorlegen. Aber es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass dabei eine Entscheidung fällt, denn die Europäer sind uneins: die Deutschen wollen ihre großen Schlitten schützen und die romanischen Länder (Frankreich und Italien) propagieren kleine und weniger umweltschädliche Autos. Ein weiterer Beweis, dass der Weg zur Rettung des Planeten weit sein wird." (17.12.2007)
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Alle verfügbaren Texte von » Patrick Laam
Der Standard - Österreich
Die "internationale Klimadiplomatie" sei das falsche Mittel im Kampf gegen die Erderwärmung, findet der Politikwissenschaftler Ulrich Brand von der Universität Wien. Die Regierungen sollten sich lieber im eigenen Land durchsetzen: "Die Regierungen trauen sich auch nicht, der eigenen Bevölkerung reinen Wein einzuschenken. Die müsste nämlich einen radikalen Umbau des Verkehrssystems – weg von der Auto-Mobilität – akzeptieren und auch selbst praktizieren. Der Fleischkonsum und jener von Elektrogeräten müsste deutlich sinken. Die immer absurder werdende Konkurrenz vieler Unternehmen um den Zugang zu Ressourcen, um noch billiger – und umweltschädlicher – zu produzieren, gehört verändert... Wie wär's mit einem autofreien Wien innerhalb des Gürtels, einer starken Reduktion des Transitverkehrs? Dazu benötigen wir weder die EU noch die US-Regierung, die diplomatisch 'einlenkt', um sich dann doch nicht daran zu halten." (17.12.2007)
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Alle verfügbaren Texte von » Ulrich Brand
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