Top-Thema vom Dienstag, 17. November 2009
USA nähern sich China an

US-Präsident Barack Obama hat zu Beginn seines Besuchs in China vor Studierenden am Montag für Menschenrechte geworben und sich gegen die Zensur des Internets gewandt. Mit seinem China-Aufenthalt möchte Obama noch engere Beziehungen zwischen Washington und Beijing etablieren. Europäische Medien sehen darin eine Stärkung des pazifischen Raums.
La Vanguardia - Spanien
Zu Beginn seiner Asienreise hat sich US-Präsident Barack Obama zum ersten pazifischen Präsidenten erklärt. Damit stelle er klar, dass sich die weltpolitische Balance nach Asien verlagert, schreibt Lluís Foix in der liberalen Tageszeitung La Vanguardia: "Barack Obama hat eine sehr klare Botschaft ausgesendet, als er seine Asienreise damit begann, sich als ersten nordamerikanischen Präsidenten des Pazifiks zu bezeichnen. ... Normalerweise haben sich die Präsidenten nach dem [Zweiten Welt-]Krieg immer als Atlantiker bezeichnet und Militär-, Wirtschafts- und politische Allianzen mit Europa geschlossen, um den sowjetischen Expansionismus einzudämmen. Die atlantische Achse besteht nach wie vor, aber Wirtschaftsmacht und Weltbevölkerung verlagern sich schrittweise, und Obama nutzt die erste Gelegenheit, um festzustellen, dass der Pazifik den Atlantik verdrängt." (17.11.2009)
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La Tribune - Frankreich
Der dreitägige Staatsbesuch von US-Präsident Barack Obama in China zeigt deutlich, wie mächtig China geworden ist, schreibt die Wirtschaftszeitung La Tribune - und wie erschreckend es geblieben ist: "Wenn man die ersten Schritte des amerikanischen Präsidenten in China betrachtet, ist es verlockend, sie als Würdigung der gestrigen Macht an die von morgen zu betrachten. Wenn eine Krise immer das Alte vom Neuen trennt - um die schöne Formulierung von [dem marxistischen Philosophen Antonio] Gramsci zu übernehmen - hat unsere [Krise] die amerikanische Macht abgewertet und eine Welt geschaffen, in der China die führende Rolle spielt. Die Reise von Obama kennzeichnet eine demütigende Etappe. Von nun an ist ohne die Zustimmung Pekings nichts mehr möglich ... . Das Reich der Mitte macht seinem Namen alle Ehre und richtet sich ein im Herzen der wirtschaftlichen und strategischen Weltfragen . ... Aber es fehlt [China] ein wesentlicher Trumpf, um als Alleinherrscher zu regieren: Diese pragmatische Diktatur lässt nicht träumen. Ihre Werte erschrecken." (17.11.2009)
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Irish Examiner - Irland
US-Präsident Barack Obama hat bei einem Auftritt vor chinesischen Studenten in China die Einhaltung der Menschenrechte gefordert. Sie seien grundlegend für gute bilateralen Beziehungen, meint die Tageszeitung Irish Examiner: "Er konzentrierte sich auf eines der großen Themen, das das kommunistische China und den Westen spaltet - die Menschenrechte. Das ist der Grund, warum internationale Verbindlichkeiten so wichtig sind: Kooperation wird Vertrauen aufbauen und Vertrauen wird das Wachstum fördern. Das führt zu sozialer Stabilität, die wiederum Offenheit fördert und jene Engstirnigkeit hinterfragt, mit der Menschenrechtsverletzungen in China toleriert werden. Falls die Gespräche erfolgreich sind, was sehr wahrscheinlich ist, werden die Beziehungen zwischen den beiden Supermächten gestärkt. Und das kann nur gut für uns alle sein." (17.11.2009)
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Dziennik Gazeta Prawna - Polen
US-Präsident Barack Obama zeigt bei seinem China-Besuch, dass er sich zum Realpolitiker gewandelt hat, findet die Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna: "Am Montag gab es ein Abendessen mit dem chinesischen Führer Hu Jintao. Dabei wurden die strategischen Beziehungen mit Peking sichergestellt. Die Reise von Barack Obama nach Asien ist der letzte Beweis dafür, dass sich der Präsident der USA von einem idealistischen Politiker, der es hervorragend versteht, sich in den Medien zu verkaufen und der vom Frieden und von Harmonie auf der Welt träumt, zu einem Schüler der harten Schule des politischen Realismus gewandelt hat. Obama ist sich dessen bewusst, dass sich die USA, die von der [Wirtschafts-]Krise und zwei Kriegen [im Irak und in Afghanistan] geschwächt sind, sogar mit denjenigen arrangieren muss, die nicht die Lektüre 'Über die Demokratie in Amerika' [politisches Werk des französischen Publizisten Alexis de Tocqueville] gelesen haben." (17.11.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Zbigniew Parafianowicz
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