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Archiv / Dossier

Top-Thema vom Dienstag, 9. Februar 2010


Janukowitsch schielt nach Westen

Der Sieger der ukrainischen Präsidentschaftswahlen Viktor Janukowitsch gilt bisher als pro-russisch. Doch in Zukunft könnte er sich stärker Europa und der Westukraine zuwenden, schreiben Kommentatoren, und so das Land stabilisieren.


Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Wahlsieger Viktor Janukowitsch muss den politischen Graben überwinden, der sich durch die Ukraine zieht, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Janukowitsch könnte es gelingen, wenn er Politiker aus dem Westen [der Ukraine] mit ins Boot nimmt. ... Auch der Europäischen Union muss an einer stabilen Ukraine gelegen sein. Deshalb sollten die EU-Politiker all ihre durchaus vorhandenen Möglichkeiten nutzen, sowohl auf den Wahlsieger als auch auf die Verliererin mäßigend einzuwirken. ... Nur bei innenpolitischer Stabilität können weitere Reformen in Angriff genommen werden, auf die mittlerweile auch die mächtigen Oligarchen aus dem Hintergrund drängen. Auch sie wissen, dass Demokratisierung eine unabdingbare Voraussetzung für eine weitere politische Unterstützung durch die EU ist. Und auf diese wird Kiew spätestens im nächsten Konflikt mit Moskau angewiesen sein." (09.02.2010)


Magyar Nemzet - Ungarn

Nach der Präsidentschaftswahl in der Ukraine schreibt die rechtskonservative Zeitung Magyar Nemzet, dass Wahlsieger Viktor Janukowitsch nun daran gehen müsse, das gebeutelte Land zu einen. "Die wichtigste Entscheidung haben die Ukrainer bereits im ersten Urnengang der Präsidentschaftswahlen gefällt, als sie jenen Viktor Juschtschenko in den Orkus geschickt haben, dessen präsidiale Amtszeit einerseits von einer Mischung aus Dilletantismus und Nationalismus, andererseits von einem Demokratieverständnis geprägt war, in dem ein nicht enden wollender Machtkampf das treibende Element war. Die Ukraine wurde so zu einem instabilen Land. ... Der neue Präsident Viktor Janukowitsch wird die Ukraine wahrscheinlich nicht erlösen. Doch wenn es ihm gelingt, das durch innere Kämpfe in politischer und regionaler Hinsicht gespaltene Land zu stabilisieren, hat er bereits seine Arbeit verrichtet." (09.02.2010)


The Irish Times - Irland

Die Ukraine könnte sich nach dem Sieg von Viktor Janukowitsch über die Premierministerin Julia Timoschenko stabilisieren, schreibt die Tageszeitung The Irish Times: "Beide Präsidentschaftskandidaten hatten weitgehend ähnliche Programme, die die wirtschaftliche Integration mit der EU und vor allem die ukrainischen EU-Beitrittsverhandlungen befürworteten. Die Mitgliedschaft in der Nato ist nun fürs Erste vom Tisch. Aber dieser Sieg hatte weniger mit Politikunterschieden zu tun. Janukowitsch hat die tiefe Ost-West-Spaltung des Landes und die allgemeine Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik erfolgreich ausgenutzt. ... Wenn er für ein gewisses Maß politischer Stabilität im Land sorgen kann, könnte sich die Wahl aber als ein wichtiger Wendepunkt herausstellen." (09.02.2010)


Latvijas Avīze - Lettland

Der Sieger der ukrainischen Präsidentschaftswahl Viktor Janukowitsch gilt allgemein als russlandfreundlicher als seine Gegnerin Julia Timoschenko oder sein Vorgänger Viktor Juschtschenko. Die Tageszeitung Latvijas Avīze hinterfragt diese These: "Die Ukraine ist nicht Russland, wo schon vor den Wahlen klar war, dass Medwedjew Nachfolger Putins und ihre Partei Geeintes Russland die Parlamentswahlen gewinnen würde. Juschtschenko hat die Popularität aus der Zeit der Orangen Revolution nicht bewahren können. Einen großen Anteil daran hatte das russische Gas, von dem die Ukraine stark abhängig ist. Juschtschenkos früherer Herausforderer Janukowitsch kann nun endlich den lang ersehnten Präsidentensessel einnehmen, aber er bemüht sich auch, das Bild von früher zu korrigieren. ... Außerdem ist Janukowitsch in der westlichen Ukraine nach wie vor sehr unbeliebt, und es ist gut möglich, dass er gezwungen sein wird, Zugeständnisse zu machen." (09.02.2010)


» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 9. Februar 2010

 

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