Der französisch-marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun findet es wichtig, dass die EU eine gemeinsame Immigrationspolitik entwickelt. "Wenn man nach der Zukunft der europäischen Gesellschaften fragt, die immer multiethnischer werden, dann stellt sich das Problem, ob man es akzeptabel findet, dass die europäische Identität fremde Elemente einschließt oder nicht. Beim Islam stellt sich die Frage besonders deutlich, denn portugiesische, spanische oder italienische Einwanderer haben keine Probleme, sich in Frankreich zu integrieren... Wenn man jemanden bei sich aufnimmt, dann bedeutet das nicht, ihm zu erlauben, alles über den Haufen zu werfen, das Land zu erobern... Vielmehr muss man sich an die Regeln der Gastfreundschaft halten, um so ein Zusammenleben zu ermöglichen... Man muss die Vorstellung akzeptieren, dass sich die europäische Landschaft aus einer Mischung von Ethnien zusammensetzen wird: Sie erfährt so eine Bereicherung, sie verändert sich und wird offener nach außen. Integration ist ein zweiseitiger Prozess, in dem es nicht darum geht, seine Wurzeln zu verleugnen, sondern sie dem neuen Leben anzupassen, in dem man gibt und empfängt." (10.08.2007)
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