Der französische Reporter Jean Hatzfeld hat mehrere Bücher über den Genozid in Ruanda geschrieben. Im Interview mit Colette Braeckman erklärt er, dass es ihm weniger das journalistische, sondern vielmehr das literarische Schreiben erlaubt habe, sich der Realität des Völkermords zu nähern. "Ein Journalist ist vor allem ein Vermittler: jemand, der eine Verbindung zwischen denen herstellt, die die Ereignisse erleben und den Lesern. Er versucht, auf die Fragen, die sich die Leser stellen könnten, die bestmöglichen Antworten zu finden. Wenn es um einen Völkermord geht, gibt es immer eine Zeitspanne, in der die Leser nichts davon wissen wollen, egal ob es um die Shoa geht, den Völkermord an den Armeniern oder den in Ruanda. Das Ereignis ist zu unerhört, zu außergewöhnlich. Der Journalist ist also ratlos... In der Literatur stellt man sich nicht wie im Journalismus die Fragen der anderen, sondern man stellt sich seine eigenen Fragen. Man schreibt vor allem für sich selbst. Das ist eine andere Herangehensweise." (18.02.2008)
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