Der Schriftsteller und Philosoph Fernando Savater schreibt in der Tageszeitung El País: "Neulich fragte mich ein ausländischer Journalist, was Europa meiner Meinung nach brauche. Ohne zu zögern ... antwortete ich: Erasmus. ... Ab und zu, so alle 50 Jahre, ist es unabdingbar, den großen Humanisten zu vermissen. ... Vor allem setzte er sich für den Traum eines vereinten Europas ein, aus dem die Nationalnamen - englisch, deutsch, französisch, spanisch ... - verschwinden würden, die uns 'dummerweise' trennen. Er geht sogar noch weiter und sagt in seiner Querela pacis [Klage des Friedens]: 'Die ganze Welt ist Vaterland für uns alle.' Was würde er wohl heute denken von einem Europa, das sich immer mehr in seine ausschließenden Privilegien einschließt, das die Einwanderer auswringt, so lange sie nützlich sind, und ihnen danach jegliche Rechte verweigert, ohne Gerichtsverhandlung einsperrt oder in die Ungewissheit verbannt? Das auf Druck der Arbeitgeberverbände Arbeitszeiten aus der Sklavenzeit akzeptiert? Die Barbaren kehren zurück, und wir vermissen Erasmus." (17.06.2008)
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