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Top-Thema vom Montag, 29. Juni 2009


Die Welt trauert um Michael Jackson

Der überraschende Tod von Michael Jackson am vergangenen Donnerstag hat die Welt bewegt. Während die Umstände seines Todes weiter ungeklärt sind, kommentiert die europäische Presse die Trauer und den Kult um den Popstar. Er wurde nur 50 Jahre alt, aber seine Musik prägte eine ganze Generation.


Lapin Kansa - Finnland

Die Tageszeitung Lapin Kansa zeigt Verständnis für den Rummel um den Tod von Michael Jackson: "Die Nachricht von seinem Tod eilte um die ganze Welt, und Menschen an den verschiedensten Orten gedachten des talentierten Musikers. Nur wenige Minuten nachdem die Botschaft [die nordfinnische Stadt] Rovaniemi erreichte, spielte man im Nachtklub von Rovaniemi Jacksons Musik. Schätzungen zufolge hat Michael Jacksons plötzlicher Tod die Welt des Entertainment genauso erschüttert wie der des Beatles-Gründers John Lennon 1980. ... Jackson wurde nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch sein buntes Leben berühmt. Da gab es alle möglichen Dramen und auch Tragödien. Man wusste von seinen Schönheitsoperationen, den Anschuldigungen der Pädophilie und auch von seinen finanziellen Problemen. ... Jackson war ein großer Star, und die weltweite Trauer ist verständlich. Viele fragen trotzdem, ob Jacksons Tod so ein großes Ereignis ist, dass die ganze Welt deswegen stehen bleiben muss. Es lohnt nicht, sich darüber zu wundern. Das kollektive Trauern ist ein Phänomen unserer Zeit. Und es schadet auch niemandem." (29.06.2009)


Trouw - Niederlande

In der Tageszeitung Trouw fragt der Kolumnist Rob Schouten nach den Gründen für die weltweite Trauer um Michael Jackson. Schließlich sei dieser kein musikalisches Genie gewesen wie etwa Johann Sebastian Bach: "Vielleicht sind sein Ruhm und die Trauer, die Michael Jackson jetzt zuteil wird, inzwischen gerechtfertigt. Auf jeden Fall hatte er die richtigen Zutaten für einen Publikumsliebling. Er war erst schön und berühmt, dann tragisch und gescheitert. Was uns an Ikonen anzieht ist ihr Aufstieg, aber dann vor allem ihr Untergang. Elvis. Prinzessin Diana. Man kann sich ergötzen an ihrem Leben und dann sehen, wie elendig trotzdem alles endet. Das Memento mori unserer Zeit. Der unbegreifliche Virus, der offenbar mit einer weltweiten Ausstrahlung einher gehen muss. ... Ich glaube, dass ein Teil der Massentrauer auch ein Gefühl der Erleichterung ist, dass wir selbst nicht so sein müssen. Dass Ruhm und Reichtum doch nicht wirklich zählen, aber dass wir uns nun doch wieder auf die Suche nach einem neuen König begeben müssen, der uns das lehrt." (29.06.2009)


Kathimerini - Griechenland

In der Tageszeitung I Kathimerini schreibt Maria Katsounaki über die Person Michael Jackson: "Man könnte sehr leicht von einem großen aber zutiefst gestörten Talent sprechen. Und zum Teil wäre es wahr. Wenn wir aber auf die Geschichte des Starkults und der Musikindustrie zurückblicken, ist es sehr schwierig, ein Idol ohne 'Eigenartigkeiten' zu finden. Jackson war Showbiz in seiner extremsten Version. Er reflektierte das absolute Problem, das Abenteuer Showbiz zu erleben, ohne dabei zu verlieren. In seinem Wahn attackierte er sein Gesicht, sein Äußeres. Weil er zu schwach war, seine inneren Turbulenzen zu bewältigen, hat er die Metamorphose seines Äußeren zum Teil einer Pop-Inszenierung gemacht. Durch seinen Glauben an übernatürliche Gaben ist er ins Land des Nirgendwo (Neverland) geflüchtet. Und er hat sich verloren. Weil er nicht Peter Pan war. Er wollte einfach nicht erwachsen werden." (28.06.2009)


La Vanguardia - Spanien

Zum überraschenden Tod von Michael Jackson schreibt die spanische Tageszeitung La Vanguardia: "Ein wahres Genie ist derjenige, der eine Epoche prägt. Derjenige, der durch sein Werk ein Vorher und ein Nachher des künstlerischen Schaffens markiert. Nach dem Aufstieg Michael Jacksons in den siebziger und achtziger Jahren war in der Popmusik nichts mehr so wie früher. ... Zu Lebzeiten ist es schwierig, das Genie unabhängig von seinem persönlichen Unglück in seiner vollen Transzendenz zu erkennen. Jetzt bleibt der Mythos. Die Musik und das Spektakel, die durch seine Person einen dieser großen Schritte gemacht haben, die im Laufe der Geschichte nur sehr selten vorkommen." (27.06.2009)


» zur gesamten Presseschau vom Montag, 29. Juni 2009

 

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