Josef Joffe, Herausgeber der Wochenzeitung Die Zeit, kommentiert den Niedergang des internationalen Terrorismus: "Wie geht es eigentlich dem Terrorismus? Gar nicht so gut, meldet eine neue Studie der kanadischen Simon-Fraser-Universität, und der sorgfältig untermauerte Nachweis könnte, welch Ironie, Hardliner wie Liberale erfreuen. Die Staatsschützer, weil der 'global war on terror' offensichtlich Früchte trägt, und die Bürgerrechtler, weil diese 56 Seiten unaufgeregte Argumente gegen die anschwellende Flut der Sicherheitsgesetze liefern. ... Doch der ... entscheidende Faktor war der Terror als des Terrors schlimmster Feind. AQI [Al Qaida im Irak], diese fremdbestimmte Sunni-Truppe, folterte und ermordete inzwischen nicht nur 'abtrünnige' Schiiten, sondern auch die eigenen Leute. 2007 kam die Quittung. In einer Umfrage nannten 100 (!) Prozent - Schiiten wie Sunniten - den Terror gegen Zivilisten 'unannehmbar'. ... Fazit der Studie: Je mehr Terror, desto weniger Sympathisanten. ... Unsere Staatsschützer sollten die Simon-Fraser-Studie lesen, weil sie zu weniger Angst und mehr Zuversicht rät. Und zwischen den Zeilen zu weniger Schaffenslust beim Austüfteln immer neuer Sicherheitsgesetze und Überwachungsapparate." (19.06.2008)
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