Die Pläne der deutschen Regierung, mit einem "sichtbaren Zeichen" auf die Vertreibung von Deutschen aus Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg aufmerksam zu machen, sollen nun im Rahmen der neuen Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" umgesetzt werden. Die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, reklamierte am Samstag in Berlin für ihren Verband das alleinige Recht, seine drei Vertreter in den Gremien der neuen Stiftung zu benennen. Die Tageszeitung Rzeczpospolita meint dazu: "Diese kategorische Feststellung kam aus dem Mund einer Person, die am Samstag auf dem jährlichen Treffen der Landsmannschaften verkündete, dass es nach dem Krieg in Mittel- und Osteuropa ein System der Zwangsarbeit gab, in dem Deutsche unter Polen und Tschechen litten. ... Als im Februar dieses Jahres das Kabinett [des polnischen Premierministers] Donald Tusk das erklärte Nein (vertreten durch die Regierung von Jarosław Kaczyński) gegenüber dem 'Sichtbaren Zeichen' zurück nahm, schien es, als bemühe sich die deutsche Seite, Erika Steinbach von dem Projekt fernzuhalten. ... Heute deutet nichts darauf hin, dass es der Kanzlerin Angela Merkel gelungen ist, die ambitionierte Frau Steinbach aufs Abstellgleis zu schieben. Das Problem besteht darin, dass die deutsche [konservative Regierungspartei] CDU möglicherweise nicht die möglichen negativen Konsequenzen einer solchen Interpretation der Geschichte wahrnimmt, wie sie am Samstag die Chefin der Landsmannschaften in ihrem Vorstoß vorgenommen hat. ... Und was sagt dazu die polnische Regierung?" (08.09.2008)
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