Es ist ein Irrglaube, dass sich Feministinnen stets für Frauen einsetzen, meint Magnus Klaue in der Wochenzeitung Der Freitag. Das zeige sich besonders in ihrer Islamkritik: "Sind es doch mehrheitlich 'Feministinnen', die in ihrer Funktion als Gender- und Postkolonialismus-Forscherinnen seit Jahren Öffentlichkeitsarbeit für den Abbau von Frauenrechten betreiben. Die Auseinandersetzung mit dem Islam ist dabei nur eine ihrer Baustellen. ... Was den postkolonialistischen Feminismus so unangenehm macht, ist aber nicht nur seine Neigung zur Psychologisiererei, sondern vor allem die Tatsache, dass muslimische Frauen in ihm gar nicht vorkommen. Gebraucht werden sie lediglich als Stichwortlieferanten, sei es als selbsterklärte 'Opfer' oder irregeleitete 'Verführte' westlichen Denkens. Anders als der Traditionsfeminismus, dessen Vertreterinnen genau wussten, für wen sie Partei zu ergreifen hatten, bewegt sich der postmoderne Feminismus damit in demselben Zirkel, den er seinen Kritikern unterstellt: Er ist eine Selbstbespieglung westlicher Akademikerinnen im Spiegel des 'Anderen', als dessen Popanz 'fremde Kulturen' herhalten müssen." (28.01.2010)
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