Eine diskriminierte Minderheit
Die meisten der europäischen Roma leben in den osteuropäischen Ländern. Sie haben vom Zusammenbruch des Kommunismus nur wenig profitiert. Sie leben in Ghettos, ihre Kinder erhalten kaum schulische Bildung und im Alltag erfahren sie Diskriminierung.
Stimmen
Gazeta Wyborcza - Polen | Samstag, 13. Januar 2007
In vielen osteuropäischen Staaten werden Sinti und Roma diskriminiert, obwohl diese Länder der EU angehören, sagt der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani ... » mehr
In vielen osteuropäischen Staaten werden Sinti und Roma diskriminiert, obwohl diese Länder der EU angehören, sagt der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, im Gespräch mit Angelika Kuzniak und Lidia Ostalowska. "Die Kommissare, die in der EU für Minderheiten zuständig sind, haben damit gerechnet, dass es in den neuen EU-Ländern zur Gleichberechtigung aller Bürger in Bildungs-, Finanz- und Rechtsfragen kommt. Das ist nicht der Fall. Wo hat es sich für Roma zum Besseren gewandelt? Ich meine, nur in Polen und Ungarn. In Bulgarien und Rumänien gehören dagegen Vorurteile gegenüber der Roma-Bevölkerung zum System. Politiker grenzen sich nicht deutlich genug von Rassismus und Segregation ab... Im vereinten Europa leben jetzt zehn bis zwölf Millionen Roma. Versteht ihr nicht, dass das auch unsere Heimat ist?"
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Népszabadság - Ungarn | Donnerstag, 11. Januar 2007
"Die neue Fraktion wird den rechtsextremen Parteien mehr Geld und Öffentlichkeit bringen, kaum aber mehr politischen Einfluss", schätzt Brüssel-Korrespondent László Szőcs. "Über Gehälter und Zuwendungen hinaus erhält die neue Fraktion mit dem imposanten Namen 'Identität, Tradition, Souveränität' (ITS) insgesamt eine Million Euro. Mit zwanzig Abgeordneten erfüllen sie knapp die Mindestzahl. Die Gründung wurde durch die neuen Abgeordneten aus Bulgarien und Rumänien möglich. Die fünf Parlamentarier der Großrumänienpartei PRM sind in Ungarn wegen ihrer antisemitischen Ansichten und ihren abfälligen Äußerungen an die Adresse der ungarischen Minderheit Rumäniens wohl bekannt. Auch Dimitar Stojanow von der bulgarischen Partei Ataka (Angriff) hat keinen guten Ruf: » mehr
"Die neue Fraktion wird den rechtsextremen Parteien mehr Geld und Öffentlichkeit bringen, kaum aber mehr politischen Einfluss", schätzt Brüssel-Korrespondent László Szőcs. "Über Gehälter und Zuwendungen hinaus erhält die neue Fraktion mit dem imposanten Namen 'Identität, Tradition, Souveränität' (ITS) insgesamt eine Million Euro. Mit zwanzig Abgeordneten erfüllen sie knapp die Mindestzahl. Die Gründung wurde durch die neuen Abgeordneten aus Bulgarien und Rumänien möglich. Die fünf Parlamentarier der Großrumänienpartei PRM sind in Ungarn wegen ihrer antisemitischen Ansichten und ihren abfälligen Äußerungen an die Adresse der ungarischen Minderheit Rumäniens wohl bekannt. Auch Dimitar Stojanow von der bulgarischen Partei Ataka (Angriff) hat keinen guten Ruf: er beleidigte die ungarische Roma-Abgeordnete Lívia Járóka mit rassistischen und sexistischen Äußerungen, als sie zur Europaparlamentarierin des Jahres 2006 nominiert wurde."
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Tribune de Genève - Schweiz | Donnerstag, 31. August 2006
Der Journalist Antoine Maurice setzt sich mit der Geschichte der Roma auseinander. "Ihre Lebensführung beruht auf einer sehr strukturierten Clan-Organisation, die Grenzen und Rechtssysteme überschreitet. Manche Charakteristika beschränken sie ebenso, wie ihr sozialer Status als Nomaden-Lumpensammler-Schrotthändler prekär ist. In der jetzigen Umbruchphase in Europa, die gleichzeitig von einem historischen Zusammenschluss und entwurzelnder Globalisierung bestimmt wird, steht das Volk der Reisenden für das Archaische und das absolut Moderne der europäischen Kultur zugleich: » mehr
Der Journalist Antoine Maurice setzt sich mit der Geschichte der Roma auseinander. "Ihre Lebensführung beruht auf einer sehr strukturierten Clan-Organisation, die Grenzen und Rechtssysteme überschreitet. Manche Charakteristika beschränken sie ebenso, wie ihr sozialer Status als Nomaden-Lumpensammler-Schrotthändler prekär ist. In der jetzigen Umbruchphase in Europa, die gleichzeitig von einem historischen Zusammenschluss und entwurzelnder Globalisierung bestimmt wird, steht das Volk der Reisenden für das Archaische und das absolut Moderne der europäischen Kultur zugleich: Archaisch im Sinne ihrer Abgrenzung als Minderheit am Rande. Gleichzeitig leben die Zigeuner in der Musik, in den Sprachen, Kulturen und Religionen Europas. Ohne die Sehnsucht nach einem eigenen Staat sind sie als echte Globalisierte Teil verschiedener Kulturen ohne jemals ihre Zigeuner-Identität zu verlieren."
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Magyar Hírlap - Ungarn | Dienstag, 20. Dezember 2005
Die etwa 10 Millionen Roma bilden eine der größten Minderheiten in Europa. Die im vorigen Jahr gegründete europäische Interessenvertretung der Roma, die ERTF (European Roma and Travellers Forum), traf sich zu ihrer ersten Konferenz - die ungarische Soziologin Angela Kocze zieht Bilanz: » mehr
Die etwa 10 Millionen Roma bilden eine der größten Minderheiten in Europa. Die im vorigen Jahr gegründete europäische Interessenvertretung der Roma, die ERTF (European Roma and Travellers Forum), traf sich zu ihrer ersten Konferenz - die ungarische Soziologin Angela Kocze zieht Bilanz: "Auf europäischer Ebene herrscht eine merkwürdige Schizophrenie in der Romapolitik… Nach den Kopenhagener Kriterien müssen EU-Beitrittskandidaten die Minderheitenrechte achten, aber die gleichen Forderungen werden an die alten Mitgliedstaaten nicht gestellt... Die EU führte einen 'Tag der Roma' ein, aber der Massenmord an den europäischen Roma im Zweiten Weltkrieg hat immer noch keinen angemessenen Platz in der europäischen Geschichtsschreibung... Unter den EU-Mitgliedsstaaten herrscht nicht einmal Konsens darüber, wie der Begriff der nationalen Minderheit definiert werden soll beziehungsweise ob Einwanderer mit einer eigenen Kultur – Araber, Türken, Kurden oder Roma – dazugehören."
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Kultur und Kunst der Roma
Népszabadság - Ungarn | Mittwoch, 8. August 2007
Bei der Biennale in Venedig gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Pavillon, in dem die Kunst einer Minderheit - der in ... » mehr
Bei der Biennale in Venedig gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Pavillon, in dem die Kunst einer Minderheit - der in mehreren europäischen Ländern lebenden Roma - ausgestellt wird. Mit dabei ist der britische Künstler Daniel Baker, der im Interview mit Ágnes Bihari über seine Identität und seine Kunst spricht. "Ich bin ein Roma, das ist keine Frage, aber ich bin gleichzeitig ein Engländer. So geht es uns allen, oder? Unsere Identität hat mehrere Elemente, von denen eines in den Vordergrund rückt... Ich male nicht auf Leinwände, sondern auf Spiegelflächen. Sie weisen auf den imaginären Ort hin, den die Gesellschaft den Roma zugedacht hat. Wir werden nie so gesehen, wie wir in Wirklichkeit sind. Wir erscheinen entweder als ein gesellschaftliches Problem oder als romantische, leicht mystifizierte Gestalten mit einer Geige oder ähnlichen Requisiten."
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Magyar Narancs - Ungarn | Freitag, 23. Februar 2007
Ferenc Snétberger kommt aus einer Roma-Familie und ist heute einer der bekanntesten Jazz-Gitarristen und tritt mit Al di Meola oder Bobby McFerrin auf. Im Interview ... » mehr
Ferenc Snétberger kommt aus einer Roma-Familie und ist heute einer der bekanntesten Jazz-Gitarristen und tritt mit Al di Meola oder Bobby McFerrin auf. Im Interview mit Zoltán Végső erklärt er, Roma hätten in ihren Ländern mit Integrationsschwierigkeiten zu kämpfen, aber gerade deshalb sei ihre Musik internationaler. "Die Romamusik entwickelt sich heute merkwürdig, sie wird zu poppig. Echte Romamusik, Balladen, wie sie bei uns zu Hause gesungen wurden, hört man heute nur noch sehr selten. Der Vorteil ist allerdings, dass die Musik der Roma sehr experimentierfreudig geworden ist. Sie mischt Flamenco mit kubanischen Rhytmen und macht Jazz daraus."
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La Stampa - Italien | Samstag, 4. August 2007
Der Komponist Goran Bregovic ist derzeit mit seinem Hochzeits- und Beerdigungsorchester in Italien unterwegs. Im Interview mit Ketty Aredia spricht er über sein Stück "Karmen ... » mehr
Der Komponist Goran Bregovic ist derzeit mit seinem Hochzeits- und Beerdigungsorchester in Italien unterwegs. Im Interview mit Ketty Aredia spricht er über sein Stück "Karmen mit Happy End". "Wir neigen dazu, Zigeuner als Abschaum der Menschheit zu betrachten. Ich habe versucht, die Seele der Zigeuner und ihre Liebe zur Freiheit zu retten und habe dem Stück ein Happy End gegeben... Meine Karmen endet im Unterschied zu der von Bizet mit einer großen Hochzeit, schließlich ist das Leben wie ein schwerer Koffer, den man nicht allein tragen kann... Ich möchte, dass meine Stücke wahrhaft populär und offen sind. Deshalb veröffentliche ich meine Partituren auf meiner Website, so dass alle interessierten Orchester sie nutzen können."
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Woxx - Luxemburg | Freitag, 30. März 2007
Im historischen Museum von Luxemburg wird derzeit die Ausstellung "Vorsicht Zigeuner! Geschichte eines Missverständnisses" gezeigt, die Vorurteile über Roma aufdecken will. Doch nicht alle Roma sind damit einverstanden, schreibt Luc Caregari: » mehr
Im historischen Museum von Luxemburg wird derzeit die Ausstellung "Vorsicht Zigeuner! Geschichte eines Missverständnisses" gezeigt, die Vorurteile über Roma aufdecken will. Doch nicht alle Roma sind damit einverstanden, schreibt Luc Caregari: "Vor genau einer Woche hat es ein Papier des Europäischen Forums der Roma (ERTF) in die Medien geschafft, in dem Klartext geredet wird. Unter anderem wird das historische Museum beschuldigt, eine Ausstellung 'ohne jede Beteiligung der Roma-Organisationen und ihrer Vertreter' eingerichtet zu haben. Der Titel der Ausstellung wird als 'Provokation für die Roma' bezeichnet, 'die bei ihrem ersten Weltkongress nach dem Zweiten Weltkrieg 1971 beschlossen haben, dass sie Roma genannt werden wollen'... Was kann man aus diesem Konflikt lernen? Ist er nur ein weiteres Missverständnis? Oder böser Wille seitens der ERTF, die beleidigt ist, weil sie nicht von Anfang an an der Vorbereitung der Ausstellung beteiligt war? Oder hat das historische Museum eine Dummheit begangen? Die Antwort liegt vielleicht in dem Graben, der die Gadsche, die Nicht-Zigeuner, vom fahrenden Volk trennt."
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Le Temps - Schweiz | Dienstag, 18. Juli 2006
Im schweizerischen Nyon findet am kommenden Wochenende das große Open-Air-Weltmusikfestival Paleo statt. Arnaud Robert freut sich vor allem auf den Auftritt der rumänischen Gruppe Taraf ... » mehr
Im schweizerischen Nyon findet am kommenden Wochenende das große Open-Air-Weltmusikfestival Paleo statt. Arnaud Robert freut sich vor allem auf den Auftritt der rumänischen Gruppe Taraf de Haidouks, die das in diesem Jahr Osteuropa gewidmete Festival eröffnen wird. "Ja - die Tarafs. Die Rolling Stones der Zigeunerhochzeiten, ein häufiger Gast bei den Weltmusikfeierlichkeiten... Musik für Beerdigungen, Taufen, Verlobungsfeiern... Wegelagerer, die herumkommen – wie alle Zigeuner, mit einem Klassefinger noch dazu. Hier geht es nicht um Weltmusik, auch nicht um Wohltätigkeit und noch weniger um irgendein Ethno-Zeug. Hier geht es darum, in dieser Camerata rumänischer Ghettos das zu erkennen, was für uns zum nomadischen Osten gehört. Indien, Spanien, die arabische Welt, der Klezmer. Die Zigeuner sind die Kreolen unseres Kontinents. Mit der Fähigkeit, innerhalb einer Generation die Kultur des Anderen zu verdauen. Diebe, zweifellos. Aber Diebe, die einem die Beute zurückbringen, nachdem sie sie vermehrt haben."
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Bulgarien
Dnevnik - Bulgarien | Freitag, 24. August 2007
Wie auch in Italien gibt es derzeit in Bulgarien eine Debatte über den Umgang mit der Roma-Minderheit. Vergangene Woche kam es in einem Randviertel von Sofia nach einem Überfall von Skinheads auf Roma zu einem Gewaltausbruch einer Gruppe von Roma gegen Bulgaren. Der bulgarische Schriftsteller Georgi Gospodinow schreibt: » mehr
Wie auch in Italien gibt es derzeit in Bulgarien eine Debatte über den Umgang mit der Roma-Minderheit. Vergangene Woche kam es in einem Randviertel von Sofia nach einem Überfall von Skinheads auf Roma zu einem Gewaltausbruch einer Gruppe von Roma gegen Bulgaren. Der bulgarische Schriftsteller Georgi Gospodinow schreibt: "Heute werden den Roma viele Stereotype zugeschrieben, sie haben einen schlechten Ruf. Auch wenn wir seit Jahrzehnten im gleichen Land leben, so haben wir auf die Roma immer herabgeschaut, ihr Platz war irgendwie immer nur in der Ecke... Stereotype berauben den anderen seiner Vergangenheit, entziehen ihm das Recht auf eine Biografie, auf seine Kinder, seine Mutter, seine Trauer, seine Zahnschmerzen und seine Kindheit... Man verprügelt leichter jemanden, der anders ist als man selbst, von dem man aber eigentlich nichts weiß."
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Polityka - Polen | Mittwoch, 8. November 2006
Bulgarienkorrespondentin Jagienka Wilczak nimmt die Situation der Roma sowie der türkischstämmigen Minderheit in Bulgarien unter die Lupe: » mehr
Bulgarienkorrespondentin Jagienka Wilczak nimmt die Situation der Roma sowie der türkischstämmigen Minderheit in Bulgarien unter die Lupe: "Die Kriminalität von Roma nimmt zu und das weckt Ängste: heute fürchten sich die Bulgaren vor den Roma. Das Vorurteil, Roma wollten sich nicht verändern und die Bulgaren würden bald zur Minderheit, vertieft sich... Aus einem Bericht über Minderheiten geht hervor, dass Armut und Arbeitslosigkeit zu einem ethnischen Problem werden. Unter den bereits Armen - das sind vor allem Roma und Türken - verschärft sich das Problem noch. Bulgarien war immer ein multikulturelles Land, doch jetzt kommt es zum Bruch. Die Roma radikalisieren sich aus sozialen Gründen, und immer häufiger fühlen sie sich zum radikalen Islam hingezogen. Auch unter den Türken gewinnen Fundamentalisten an Popularität. Bildung bekommen Jugendliche vor allem Dank arabischen Geldes, und später versuchen sie, strenge religiöse Normen einzuführen. Das beunruhigt die Bulgaren."
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Der Standard - Österreich | Dienstag, 8. August 2006
370.000 Roma leben offiziell in Bulgarien, 90 Prozent von Sozialhilfe, 75 Euro pro Familie und Monat. Angesichts ihrer deprimierenden Lage äußert Adelheid Wölfl Zweifel an der Europareife Bulgariens, aber auch an der europäischen Politik: » mehr
370.000 Roma leben offiziell in Bulgarien, 90 Prozent von Sozialhilfe, 75 Euro pro Familie und Monat. Angesichts ihrer deprimierenden Lage äußert Adelheid Wölfl Zweifel an der Europareife Bulgariens, aber auch an der europäischen Politik: "Der Druck auf die Roma wird absurderweise durch den EU-Beitritt stärker. Denn aus Westeuropa käme die Botschaft an Bulgarien: 'Nehmt eure Roma zurück!', sagt Mihail Georgiev, Vorsitzender der Roma-Organisation Romani Baht. Er kritisiert die 'Polizeimethoden', etwa in Österreich, von wo aus bulgarische Romakinder zurückgeschickt werden. Weil die EU-Europäer die Roma als Bedrohung sehen, würden sie auch von der bulgarischen Mehrheitsbevölkerung als potenzielles Beitrittshindernis betrachtet. Im Vorjahr bekam die minderheitenfeindliche Partei Ataka bei den Wahlen acht Prozent."
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Rumänien
Cotidianul - Rumänien | Dienstag, 21. August 2007
Bei einem Brand in einem Lager nahe der italienischen Ortschaft Livorno sind am 11. August vier Roma-Kinder rumänischer Herkunft umgekommen. In der rumänischen Presse wird Brandstiftung durch Extremisten als Ursache für das Feuer vermutet. Corina Dragotescu kommentiert: » mehr
Bei einem Brand in einem Lager nahe der italienischen Ortschaft Livorno sind am 11. August vier Roma-Kinder rumänischer Herkunft umgekommen. In der rumänischen Presse wird Brandstiftung durch Extremisten als Ursache für das Feuer vermutet. Corina Dragotescu kommentiert: "Dass die Roma zuallererst ein rumänisches Exportprodukt sind, ist eine allbekannte Sache. Doch die Schuldigen des dramatischen Brandes in Italien sind nicht nur die extremistischen Gruppen, die solch einen Anschlag verantworten. Es sind auch die Eltern der toten Kinder und die rumänischen Behörden. Italien ist voll von rumänischen Zigeunern, die betteln: nicht nur Erwachsene, auch Kinder werden von ihren Eltern dazu gezwungen... Während der Westen bislang viel Geld und viele Jahre in Sozialprogramme investiert hat, um die erwähnten Phänomene abzubauen, haben die rumänischen Behörden all die Jahre nutzlos in der Gegend umhergeschaut."
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Cotidianul - Rumänien | Donnerstag, 24. Mai 2007
Rumäniens Präsident Traian Basescu hat eine Journalistin als "stinkende Zigeunerin" beschimpft. Ihr Handy schnitt den Spruch in seinem Privatauto mit. Nun will der Presseclub des Landes Strafanzeige gegen Basescu stellen. Costi Rogozanu sieht darin pure Heuchelei: » mehr
Rumäniens Präsident Traian Basescu hat eine Journalistin als "stinkende Zigeunerin" beschimpft. Ihr Handy schnitt den Spruch in seinem Privatauto mit. Nun will der Presseclub des Landes Strafanzeige gegen Basescu stellen. Costi Rogozanu sieht darin pure Heuchelei: "Selbst ein Präsident hat das Recht, Dummheiten und Grobheiten in seinem Auto in einem Privatgespräch fallen zu lassen. Mich stört auch der Ausbruch von Heuchelei in Zusammenhang mit dieser Formulierung. Als ob nicht auch feine Menschen, Intellektuelle, das Wort 'Zigeuner' in Texten und Diskussionen pejorativ verwenden würden. Als ob nicht der Spruch von Basescu permanent in der Öffentlichkeit, in Geschäften, ja selbst in Institutionen zu hören ist... Diese Heuchelei steigert bloß die Angst, sich permanent korrekt gegenüber Minderheiten verhalten zu müssen. Eine korrekte Behandlung von Minderheiten lässt sich nur durch mehr Bildung in den Schulen erreichen."
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Italien
La Stampa - Italien | Dienstag, 14. August 2007
Nach dem Tod von vier Roma-Kindern wird in Italien weiter über die Lage der Roma debattiert. Der Sprecher der Gemeinde Sant'Egidio, Mario Marazziti, erklärt: » mehr
Nach dem Tod von vier Roma-Kindern wird in Italien weiter über die Lage der Roma debattiert. Der Sprecher der Gemeinde Sant'Egidio, Mario Marazziti, erklärt: "Der Westen hat die Vernichtung der Zigeuner im Zweiten Weltkrieg noch nicht aufgearbeitet. Aber 300.000 bis eine halbe Millionen von ihnen sind in den Vernichtungslagern der Nazis umgebracht worden (schon die ungenaue Zahl zeigt die Gleichgültigkeit der Historiker). Der Westen ist nicht immun gegen den 'Antiziganismus' geworden. Es gab keine Entschädigungen, keine Kollektivschuld oder Scham... In Italien haben Roma eine Lebenserwartung von 45 Jahren. Nicht weil sie in ihren Wohnwagen verbrennen, sondern aufgrund ihrer Lebensbedingungen: Krankheiten, Unfälle, Mangelernährung... Das Problem liegt nicht in der Zahl der Straftaten, die von ihnen begangen werden, denn ein normales Land kann Straftäter bestrafen. Die Ursache dieser Straftaten sind Armut und Ausgrenzung - und nicht die 'Kultur der Zigeuner'."
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La Repubblica - Italien | Montag, 13. August 2007
In Italien tobt derzeit eine heftige Debatte über die Lebensbedingungen der Roma, nachdem am Samstag bei einem Feuer in einem Lager nahe Livorno vier Roma-Kinder ums Leben gekommen waren. Gad Lerner kommentiert: » mehr
In Italien tobt derzeit eine heftige Debatte über die Lebensbedingungen der Roma, nachdem am Samstag bei einem Feuer in einem Lager nahe Livorno vier Roma-Kinder ums Leben gekommen waren. Gad Lerner kommentiert: "Die Roma sind eine Ausnahme bei der 'politischen Korrektheit': Bei ihnen gibt es eine hohe Alkoholismusquote, sie sind Nomaden, sie werden mit Arbeitslosigkeit und Kriminalität in Verbindung gebracht - das sind unwiderlegbare Tatsachen. All das macht Angst und führt zu einer Verallgemeinerung, die in Bezug auf jedes andere Volk unfassbar wäre: sie gelten alle als schuldig. Aufgrund ihrer Lebensart, aufgrund ihrer kulturellen Tradition... Aber man muss eines ganz deutlich sagen: Man kann die Roma nicht als menschlichen Müll betrachten. Man kann ihre Existenz nicht auslöschen oder ihre Ausrottung konzipieren. Verrückt? Überhaupt nicht. Wenn wir diese überstürzten Verallgemeinerungen akzeptieren, verschwimmen unsere moralischen Grundsätze und wir bewegen uns Schritt für Schritt auf diesen einzigen Ausweg zu. Wer hätte vorhersehen können, dass mitten in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Feindseligkeit gegen das 'schuldige' Volk in der 'Endlösung' enden würde?"
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Ungarn
Beszélő - Ungarn | Donnerstag, 1. Juni 2006
Die ungarische Mehrheitsbevölkerung hegt große Vorurteile gegenüber der Roma-Minderheit im Lande. Obwohl Ungarn nie Kolonien hatte, sei es vom postkolonialen Selbstverständnis Europas beeinflusst, meint der Soziologe Janos Barsony: » mehr
Die ungarische Mehrheitsbevölkerung hegt große Vorurteile gegenüber der Roma-Minderheit im Lande. Obwohl Ungarn nie Kolonien hatte, sei es vom postkolonialen Selbstverständnis Europas beeinflusst, meint der Soziologe Janos Barsony: Die Roma gälten vielen Ungarn als "weniger wertvolle, grundsätzlich untergeordnete Bevölkerungsgruppe". Dahinter verberge sich "der falsche Mythos kultureller Überlegenheit Europas" gegenüber unterdrückten Völkern "mit anderer Hautfarbe, Kultur und Tradition". Barsony schlägt vor, Geschichte und Kultur der Roma an ungarischen Schulen zu unterrichten: "Es sollte bewusst gemacht werden, dass dieses Volk ohne eigenen Staat und eigenes Militär seine Kultur und Tradition über Jahrtausende hinweg bewahrt hat. Es gibt eine Reihe prominenter Persönlichkeiten, die aus diesem Volk stammen und herausragende Werke ungarischer und europäischer Kultur geschaffen haben."
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Népszabadság - Ungarn | Dienstag, 7. Februar 2006
Vor wenigen Tagen hatte Oppositionschef Viktor Orban in einer Rede Verständnis für jene Eltern geäußert, die ihre Kinder nicht in die gleiche Schule wie die Roma schicken wollen. Der Roma-Bürgerrechtler Laszlo Kallai protestiert in einem Offenen Brief an Orban: » mehr
Vor wenigen Tagen hatte Oppositionschef Viktor Orban in einer Rede Verständnis für jene Eltern geäußert, die ihre Kinder nicht in die gleiche Schule wie die Roma schicken wollen. Der Roma-Bürgerrechtler Laszlo Kallai protestiert in einem Offenen Brief an Orban: "Wenn Kinder von ärmeren oder von Roma-Familien in Sonderklassen gehen müssen, erhalten sie eine schlechtere Bildung. Gesonderte Schulen haben nämlich ein niedrigeres Niveau zur Folge, egal ob die Kinder aufgrund ihrer Hautfarbe oder der sozialen Situation der Eltern von der Mehrheit getrennt wurden. Kinder in solchen Schulen haben meistens keine Chance, wettbewerbsfähige Kenntnisse zu erwerben, sie werden künftig auf Arbeitslosen- und Sozialhilfe angewiesen sein."
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Kosovo
Der Standard - Österreich | Donnerstag, 22. Februar 2007
Der ehemalige OSZE-Minderheitenbeauftragte im Kosovo, Stephan Müller, macht auf die prekäre Lage der Minderheiten im Kosovo aufmerksam: » mehr
Der ehemalige OSZE-Minderheitenbeauftragte im Kosovo, Stephan Müller, macht auf die prekäre Lage der Minderheiten im Kosovo aufmerksam: "Bis zu 100.000 Serben und um die 100.000 Roma, Ashkali, Ägypter, Türken, Bosniaken, Gorani und Kroaten leben noch im Kosovo. Es sollte zu denken geben, dass während sieben Jahren UN-Verwaltung mehr Minderheitenangehörige den Kosovo verlassen haben, als Vertriebene in den Kosovo zurückgekehrt sind. Warum und wie soll das in einem unabhängigen Kosovo besser werden?... Dies alles war nicht Thema bei den Statusverhandlungen und findet sich auch nicht im Ahtisaari -Vorschlag [des Un-Vermittlers] berücksichtigt. Denn dem verqueren Verständnis des Verhandlungsteams nach ist der Kosovo erstmal für die Albaner und dann für die Serben da (denn ihnen gehört ja jetzt das Land). Dass das jetzt besser werden soll... kann nur ein Mensch glauben, der nicht daran interessiert ist, dass es anders wird."
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Tschechien
Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Die tschechische Öffentlichkeit debattiert, ob Jiří Čunek, Bürgermeister des Städtchens Vsetín, rassistisch gehandelt hat, als er eine Roma-Familie, die ihre Miete schuldig geblieben war, in Wohncontainer am Stadtrand umsiedelte. Čunek ist pikanterweise inzwischen Parteivorsitzender der Christdemokraten und strebt ein Ministeramt in der künftigen Regierung an. Der Autor Petr Prihoda warnt vor einer falschen Moralisierung: » mehr
Die tschechische Öffentlichkeit debattiert, ob Jiří Čunek, Bürgermeister des Städtchens Vsetín, rassistisch gehandelt hat, als er eine Roma-Familie, die ihre Miete schuldig geblieben war, in Wohncontainer am Stadtrand umsiedelte. Čunek ist pikanterweise inzwischen Parteivorsitzender der Christdemokraten und strebt ein Ministeramt in der künftigen Regierung an. Der Autor Petr Prihoda warnt vor einer falschen Moralisierung: "Bei uns hat sich 'political correctness' eingeschlichen, die wie ein moralischer Imperativ daher kommt. Hilft es unseren Roma, wenn wir über sie korrekt sprechen, sie aber weiterhin gleichzeitig gesellschaftlich ausgrenzen? Nein, 'political correctness' ist nur ein Deckmäntelchen für Ratlosigkeit."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Donnerstag, 7. September 2006
Ein Drittel der Roma in Tschechien lebt nach einer Studie des Prager Arbeits- und Sozialministeriums in abgeschlossenen Ghettos. "Diese Zahl", stellt Vojtech Blazek fest, "überrascht ... » mehr
Ein Drittel der Roma in Tschechien lebt nach einer Studie des Prager Arbeits- und Sozialministeriums in abgeschlossenen Ghettos. "Diese Zahl", stellt Vojtech Blazek fest, "überrascht auch die Experten, die bislang von einem Dutzend solcher Ghettos ausgingen. Jetzt zeigt sich, dass es beinahe in jeder größeren Stadt welche gibt... Die Roma, von denen etwa 90 Prozent ohne Arbeit sind, wissen sich selbst nicht zu helfen und haben den Kampf um ein besseres Leben bereits aufgegeben. Sie leben von Sozialhilfe. 'Problematisch ist, dass schon die zweite Generation von Roma in Tschechien heranwächst, die nichts anderes kennengelernt hat, als auf diese Unterstützung angewiesen zu sein', warnt der Soziologe Ivan Gabal. 'Diese Ghettos aufzulösen, wird dreißig, vierzig Jahre dauern.' Zwischen 2008 und 2013 wird zwar die EU zwei Milliarden Kronen zur Verfügung stellen. Aber wie die konkrete Hilfe für die Roma aussehen soll, ist bislang nicht klar."
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Alle verfügbaren Texte von » Vojtech Blazek
Mladá fronta Dnes - Tschechien | Montag, 10. April 2006
Die Kunden eines Prager Einkaufszentrums konnten am Wochenende erleben, wie sich Roma in Tschechien oft fühlen: » mehr
Die Kunden eines Prager Einkaufszentrums konnten am Wochenende erleben, wie sich Roma in Tschechien oft fühlen: diskriminiert. "Alle Gäste des Kaufhauses", so beschreibt Lucie Frydecka, "mussten nach ihrem Einkauf durch eine Sicherheitsschleuse gehen. Diese war präpariert und zeigte mit lautem Signalton an, dass der Kunde etwas gestohlen haben musste, was jedes Mal einen Auflauf verursachte. 'Menschen, die zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt werden, durchleben unschöne Augenblicke', begründete Jarmila Balazova von der Roma-Organisation Romea die Aktion. Diese fand ein positives Echo bei den 'weißen' Tschechen, was die Roma wiederum überraschte."
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Lidové noviny - Tschechien | Mittwoch, 29. März 2006
Die mehr als 300.000 in Tschechien lebenden Roma werden im neuen tschechischen Parlament, das im Sommer gewählt wird, nicht vertreten sein, konstatiert die Zeitung. Denn keine der Parteien hat einen Angehörigen der diskriminierten Minderheit auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt. Petr Honzejk kritisiert: » mehr
Die mehr als 300.000 in Tschechien lebenden Roma werden im neuen tschechischen Parlament, das im Sommer gewählt wird, nicht vertreten sein, konstatiert die Zeitung. Denn keine der Parteien hat einen Angehörigen der diskriminierten Minderheit auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt. Petr Honzejk kritisiert: "Die Politiker behaupten, sie reagierten nur auf die Wünsche der Wähler, die schließlich auch keinen Roma zum Nachbarn haben wollten. Doch das ist nichts anderes als ein abstoßendes Alibi. Wer soll versuchen, die Atmosphäre der Xenophobie zu zerschlagen, wenn nicht die Parteien? Die Roma brauchen Anerkennung und das Wissen darum, dass sie von der Mehrheit der Gesellschaft respektiert werden. Die Reden von Integration und Multikulturalismus sind in diesem Zusammenhang lächerlich. Jeder Parteichef, der vor den Wahlen in die Roma-Ghettos fährt, um Stimmen zu fangen oder gar zu kaufen, sollte sich schämen."
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Kulturní týdeník A2 - Tschechien | Donnerstag, 2. Februar 2006
Auf dem Gelände eines in der Nazizeit von Tschechen verwalteten Konzentrationslagers für Roma in Südböhmen versuchte dieser Tage eine obskure rechtsextremistische Partei, mit schmutzigen Kampagnen auf Stimmenfang zu gehen. Anscheinend erfolgreich, wie Alexandr Budka kritisiert: » mehr
Auf dem Gelände eines in der Nazizeit von Tschechen verwalteten Konzentrationslagers für Roma in Südböhmen versuchte dieser Tage eine obskure rechtsextremistische Partei, mit schmutzigen Kampagnen auf Stimmenfang zu gehen. Anscheinend erfolgreich, wie Alexandr Budka kritisiert: "In den vergangenen 14 Tagen erschienen 366 Artikel, zum Teil auf den Titelseiten. Auch das Fernsehen berichtete breit. Nie wurde dabei auch nur der Versuch unternommen, die extreme Gesinnung der Partei zu enthüllen. Glauben unsere Journalisten genau wie die Nationalpartei ernsthaft, dass die Roma für ihren Tod selbst verantwortlich waren, weil sie sich nicht oft genug wuschen? Dass die tschechische Nation nie etwas Schlechtes tat? Oder dass Homosexualität heilbar ist, wie die Partei behauptet?....Medien geht es um Gewinn... Fremdenfeindlichkeit und Hass sind ihrer Meinung nach offenbar ähnlich gut zu verkaufen wie Sex. Sonst würden 'Informationen' wie die über die Nationalpartei gar nicht erst erscheinen."
» weiterführende Informationen (externer Link, tschechisch)
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Právo - Tschechien | Freitag, 13. Januar 2006
Eine nationalistische Gruppierung plant, auf dem Gelände eines von den Nazis errichteten Konzentrationslagers für Roma in Südböhmen einen Gedenkstein der besonderen Art aufzustellen. Er soll ... » mehr
Eine nationalistische Gruppierung plant, auf dem Gelände eines von den Nazis errichteten Konzentrationslagers für Roma in Südböhmen einen Gedenkstein der besonderen Art aufzustellen. Er soll besagen, dass es sich lediglich um ein Arbeitslager gehandelt hat, die Existenz des Konzentrationslagers soll so geleugnet werden. Paul Verner stimmt der Empörung, die diese Ankündigung ausgelöst hat, zu. "Ziel der Aktion ist, auszutesten, wie viele rassistische Provokationen der tschechische Staat hinnimmt... Leider können so einflussreiche Politiker wie Präsident Vaclav Klaus und der kommunistische EU-Abgeordnete Miloslav Ransdorf als Kronzeugen für die Neonazis herhalten. Auch sie haben das Konzentrationslager einst als Arbeitslager verniedlicht. Sie verschafften den Rassisten ein ideologisches Alibi."
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Slowenien
Dnevnik - Slowenien | Freitag, 24. November 2006
"Es kommt ein bisschen zu spät", kommentiert Samo Trtnik das Gesetz zum Schutz der Roma als ethnische Minderheit, das die slowenische Regierung am Donnerstag vorschlug. ... » mehr
"Es kommt ein bisschen zu spät", kommentiert Samo Trtnik das Gesetz zum Schutz der Roma als ethnische Minderheit, das die slowenische Regierung am Donnerstag vorschlug. Mit dem Gesetz bekämen die Roma besondere Rechte beim Schutz ihrer Sprache und Kultur und einen eigenen Sitz im Parlament. Bislang erkennt Slowenien diesen Status nur der ungarischen und italienischen Minderheit zu. "Das Gesetz wird den normalen Weg über das Parlament gehen und soll bis Ende des Jahres verabschiedet sein... Realistischer ist jedoch, dass das bis Ende kommenden Jahres dauern wird." Trtnik fragt, ob ein solches Gesetz der Roma-Familie geholfen hätte, die Ende Oktober in Ostslowenien zwangsumgesiedelt wurde. "Vielleicht ja, vielleicht nein. Auf jeden Fall wäre eine Lösung des Problems erheblich einfacher gewesen."
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Dnevnik - Slowenien | Donnerstag, 23. November 2006
Ende Oktober hatte die slowenische Regierung eine 35-köpfige Roma-Familie umsiedeln lassen, nachdem die Bewohner der ostslowenischen Ortschaft Ambrus versucht hatten, die Roma-Siedlung am Rande des Ortes zu stürmen. Matjaz Hanzek, der slowenische Ombudsmann für Menschenrechte, informierte nicht nur die EU über diesen Vorfall, sondern prangerte die slowenische Regierung öffentlich an. "Die Arbeit als Ombudsmann für Menschenrechte kann man unterschiedlich ausüben", schreibt Ranka Ivelja und kritisiert das offensive Vorgehen Hanzeks: » mehr
Ende Oktober hatte die slowenische Regierung eine 35-köpfige Roma-Familie umsiedeln lassen, nachdem die Bewohner der ostslowenischen Ortschaft Ambrus versucht hatten, die Roma-Siedlung am Rande des Ortes zu stürmen. Matjaz Hanzek, der slowenische Ombudsmann für Menschenrechte, informierte nicht nur die EU über diesen Vorfall, sondern prangerte die slowenische Regierung öffentlich an. "Die Arbeit als Ombudsmann für Menschenrechte kann man unterschiedlich ausüben", schreibt Ranka Ivelja und kritisiert das offensive Vorgehen Hanzeks: "Diplomatisch taktierend, ohne großen 'Pomp' in der Öffentlichkeit, dafür aber mit maximaler Wirkung - oder eben laut aufschreiend in jeder Talkshow ohne Rücksicht auf die Reaktionen in der Politik. Bewusst riskierend, dass sich alle Türen schließen." Hanzek habe seiner Sache einen schlechten Dienst erwiesen, fährt Ivelja fort. "Er hätte das sein können, was ein Hüter sein soll – die Stimme derer ohne gesellschaftliche Kraft."
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Večer - Slowenien | Donnerstag, 5. Januar 2006
An einer Grundschule im slowenischen Novo Mesto werden Roma-Kinder jetzt in den Hauptfächern Mathematik, Slowenisch und Englisch getrennt von den slowenischen Mitschülern unterrichtet. Für Jasna ... » mehr
An einer Grundschule im slowenischen Novo Mesto werden Roma-Kinder jetzt in den Hauptfächern Mathematik, Slowenisch und Englisch getrennt von den slowenischen Mitschülern unterrichtet. Für Jasna Snezic ist das ein "Kompromiss im Konflikt zwischen der Grundschule und den slowenischen Eltern, die mit der Umschulung ihrer Kinder und dem Boykott des Unterrichts drohten." Nun könnten alle Kinder unter einem Dach lernen, ohne das Lernziel zu gefährden. "Schulminister Milan Zver versicherte mehrfach, diese Trennung sei nicht ethnisch, sondern basiere lediglich auf dem unterschiedlichen Wissensstand der Schüler."
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Schweiz
Tribune de Genève - Schweiz | Freitag, 3. November 2006
Jean-Noël Cuénod beklagt das Verhalten zahlreicher Schweizer Kommunen gegenüber Sinti und Roma. "Systematisch verweigern die Kantone, Kommunen und vor allem die Menschen die Einrichtung von Lager- und Aufenthaltsplätzen. Vor allem letztere drängen die Behörden zu diskriminierenden Maßnahmen gegen diese Leute. Eine seltsame Situation, in der die Bürger demokratische Mittel nutzen, um die Zigeuner an der Inanspruchnahme ihrer Rechte zu hindern. Das macht die Grenzen unserer direkten Demokratie deutlich und wirft die beunruhigende Frage auf: » mehr
Jean-Noël Cuénod beklagt das Verhalten zahlreicher Schweizer Kommunen gegenüber Sinti und Roma. "Systematisch verweigern die Kantone, Kommunen und vor allem die Menschen die Einrichtung von Lager- und Aufenthaltsplätzen. Vor allem letztere drängen die Behörden zu diskriminierenden Maßnahmen gegen diese Leute. Eine seltsame Situation, in der die Bürger demokratische Mittel nutzen, um die Zigeuner an der Inanspruchnahme ihrer Rechte zu hindern. Das macht die Grenzen unserer direkten Demokratie deutlich und wirft die beunruhigende Frage auf: Sind die Schweizer Sesshaften moralisch legitimiert, den Schweizer Nicht-Sesshaften ihren Lebensstil aufzuzwingen? Schließlich hat der europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Recht auf Ausübung der kulturellen Eigenheit anerkannt. Diese höchste europäische Instanz hat 2001 in einem Erlass betont, dass das 'Leben im Wohnwagen wesentlicher Bestandteil der Identität der Zigeuner' ist."
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Estland
SL Õhtuleht - Estland | Mittwoch, 22. Februar 2006
Die EU-Kommission hat in einem Bericht über die Lage von Minderheiten in Estland nicht etwa die Behandlung der im Lande lebenden Russen kritisiert, sondern die der Roma – von denen es in Estland rund 500 gibt. Die Zeitung ist empört: » mehr
Die EU-Kommission hat in einem Bericht über die Lage von Minderheiten in Estland nicht etwa die Behandlung der im Lande lebenden Russen kritisiert, sondern die der Roma – von denen es in Estland rund 500 gibt. Die Zeitung ist empört: "Liest man den Bericht der EU-Kommission über Estland, bekommt man den Eindruck, als sei die Lage bei uns schlimmer als in Südafrika zur Zeit der Apartheid... Aber der Bericht wurde von einem Rumänen und einem Slowaken erstellt, in deren Heimatland die Diskriminierung von Roma an der Tagesordnung ist. Sie haben ihre Problematik automatisch auf uns übertragen. Die wirkliche Situation in Estland wird hingegen nicht widergespiegelt... Wenn Berichterstatter ihre Inkompetenz derart unter Beweis stellen, was sollen wir dann mit einem solchen Bericht anfangen?"
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Lettland
Delfi - Lettland | Mittwoch, 25. Januar 2006
Fünfzehn Jahre sind seit der "Barrikadenzeit" in Lettland ins Land gegangen, als Straßen und Brücken des sich für unabhängig erklärenden Landes gegen eine mögliche sowjetische ... » mehr
Fünfzehn Jahre sind seit der "Barrikadenzeit" in Lettland ins Land gegangen, als Straßen und Brücken des sich für unabhängig erklärenden Landes gegen eine mögliche sowjetische Invasion gesichert wurden. Ansis Dobelis zieht Bilanz. "Seit dieser Zeit hat Lettland große wirtschaftliche Verluste erlitten, aber dank unserer Arbeit kann man auch sagen, dass wir in Europa und der Welt konkurrenzfähig geworden sind. Letten, Russen, Litauer, Polen und Roma haben dazu beigetragen... Dank gegenseitiger Toleranz sind wir bis jetzt ohne größere Konflikte ausgekommen, und es kommt im Alltag nicht zu ethnisch begründeter Gewalt."
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