Separatismus in Europa
Die EU fördert die Regionalisierung. Befördert sie so auch das Unabhängigkeitsstreben einzelner Regionen? Separatistische Bestrebungen gibt es unter anderem in Südtirol und Norditalien, auf Korsika und in Katalonien, Flandern und Schottland.
euro|topics-Dossiers zum Separatismus in Europa
Top-Thema vom Freitag, 2. März 2007
Verschiedene Länder der Europäischen Union kämpfen mit separatistischen Forderungen ihrer Minderheiten oder Regionen, die mehr Autonomie oder sogar vollständige Unabhängigkeit verlangen. » mehr
Verschiedene Länder der Europäischen Union kämpfen mit separatistischen Forderungen ihrer Minderheiten oder Regionen, die mehr Autonomie oder sogar vollständige Unabhängigkeit verlangen.
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Top-Thema vom Dienstag, 20. Juni 2006
In Katalonien haben sich am 18. Juni 73,8 Prozent der Wähler für ein Statut ausgesprochen, das der spanischen Region mehr Selbständigkeit gewährt. Premierminister José Luis ... » mehr
In Katalonien haben sich am 18. Juni 73,8 Prozent der Wähler für ein Statut ausgesprochen, das der spanischen Region mehr Selbständigkeit gewährt. Premierminister José Luis Rodriguez Zapatero, der zur Zeit mit mehreren Regionen über ihren Status verhandelt, möchte Spanien dezentralisieren.
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Top-Thema vom Montag, 11. Juni 2007
Bei den belgischen Parlamentswahlen am 10. Juni haben die Christdemokraten nach acht Jahren in der Opposition klar gesiegt. Neuer Ministerpräsident Belgiens könnte Yves Leterme werden, ... » mehr
Bei den belgischen Parlamentswahlen am 10. Juni haben die Christdemokraten nach acht Jahren in der Opposition klar gesiegt. Neuer Ministerpräsident Belgiens könnte Yves Leterme werden, der Chef der flämischen Konservativen. Ihm stehen nun schwierige Koalitionsverhandlungen bevor.
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Top-Thema vom Donnerstag, 3. Mai 2007
In Großbritannien finden heute Kommunal- und Regionalwahlen statt. Die Separatisten der Schottischen Nationalpartei (SNP) haben gute Chancen, die stärkste Kraft im schottischen Parlament zu werden. ... » mehr
In Großbritannien finden heute Kommunal- und Regionalwahlen statt. Die Separatisten der Schottischen Nationalpartei (SNP) haben gute Chancen, die stärkste Kraft im schottischen Parlament zu werden. Welche Konsequenzen hätte ein solcher Sieg für den Zusammenhalt Großbritanniens?
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Spanien
La Vanguardia - Spanien | Freitag, 31. März 2006
Antoni Puigverd kommentiert die Verabschiedung des erweiterten Autonomiestatuts für Katalonien am 30. März durch das spanische Parlament. Er sieht in dem Gesetzestext, über den im ... » mehr
Antoni Puigverd kommentiert die Verabschiedung des erweiterten Autonomiestatuts für Katalonien am 30. März durch das spanische Parlament. Er sieht in dem Gesetzestext, über den im Juni mit einem Referendum in Katalonien abgestimmt wird, einen "Kompromiss" der verschiedenen Positionen. "Ehrlichen Gewissens kann niemand behaupten, dass Spanien auseinander bricht, wenn die neue Linie befolgt wird - auch wenn manche genau das befürchten. Und niemand kann behaupten, dass Spanien nicht auf die katalanischen Bestrebungen eingeht, auch wenn die verfolgte Linie das Ende des Traums von der Souveränität bedeutet. Wenn man eine Antwort auf ein komplexes Problem findet, muss man einfach applaudieren. Man muss, ob es einem gefällt oder nicht, den Politikern applaudieren, die, statt Geschirr zu zerschlagen, ein Mittel gefunden haben, es zu ersetzen."
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ABC - Spanien | Freitag, 10. Februar 2006
"Dass sich die Kongress-Abgeordneten der (konservativen) PP und der Sozialisten über das Autonomie-Statut der Provinz Valencia geeinigt haben, ist eine gute Nachricht angesichts der bisher ... » mehr
"Dass sich die Kongress-Abgeordneten der (konservativen) PP und der Sozialisten über das Autonomie-Statut der Provinz Valencia geeinigt haben, ist eine gute Nachricht angesichts der bisher geltenden regionalen Strukturen. Der gute Wille zu verhandeln hat schließlich über die opportunistischen Interessen gesiegt", freut sich die Zeitung. "Der Konsens zweier großer überregionalen Parteien sollten nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein, wenn es um die territoriale Struktur des Staates geht. Zweifelsohne öffnet dieses Modell den Weg zur Selbstbestimmung der einzelnen Nationalitäten und Regionen, die die spanische Nation bilden... Allein der Vergleich mit dem Autonomie-Projekt in Katalonien zeigt, dass das Statut von Valencia ein Modell ist, um das bisherige System zu aktualisieren und zu verbessern."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 18. Januar 2006
Ganz Spanien beschäftigt die Frage, "ob der Region Katalonien einmal erlaubt sein wird, sich 'Nation' zu nennen und die Abspaltung von Spanien ein Stückchen sichtbarer ... » mehr
Ganz Spanien beschäftigt die Frage, "ob der Region Katalonien einmal erlaubt sein wird, sich 'Nation' zu nennen und die Abspaltung von Spanien ein Stückchen sichtbarer zu machen", berichtet Paul Ingendaay und beschreibt, wie grotesk sich die Autonomiebestrebungen auf den Alltag in Barcelona auswirken. "Tatsächlich hat die Sprachpolizei ihre Aktivität deutlich erhöht und unterwirft die Bevölkerung rigider Überwachung. Im Jahr 2004 wurden gegenüber dem Vorjahr 2003 viermal soviel Strafen für das Versäumnis gezahlt, in Geschäften, Bars und Restaurants das Angebot auch in katalanischer Sprache anzugeben. Wie wäre es mit ein bisschen fremdem Flair wie in New York oder Berlin? Nicht in Barcelona. Hier dürfen sich Kunden beschweren, wenn sie nicht in katalanischer Sprache bedient werden. Was darauf hinausläuft, dass in Barcelona schlecht arbeiten kann, wer nur Spanisch spricht, obwohl Katalonien in Spanien liegt."
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El Periódico de Catalunya - Spanien | Montag, 19. Juni 2006
Die Lokalzeitung meint, die Volksabstimmung über das Autonomiestatut von Katalonien vom 18. Juni zeuge vom Scheitern der Politiker. Zwar befürworteten 73,8 Prozent der Wähler das ... » mehr
Die Lokalzeitung meint, die Volksabstimmung über das Autonomiestatut von Katalonien vom 18. Juni zeuge vom Scheitern der Politiker. Zwar befürworteten 73,8 Prozent der Wähler das Statut, doch nur die Hälfte der Katalanen ging zu Wahl. "Dass die Hälfte der Katalanen nicht zur Wahl ging, sollte den politischen Parteien zu denken geben. Es ist ihnen nicht gelungen, das Volk zu mobilisieren, obwohl dessen Einschätzung so wichtig ist... Das zeigt, wie weit die Straße von den Politikern entfernt ist. Dem Volk sind Dinge, die seinen Alltag betreffen, wichtiger als obskure nationalistische Konzepte... Jetzt muss man den angenommenen Text umsetzen und durch Taten zeigen, dass das neue Statut auch den Bedürfnissen entspricht. So ließe sich das Vertrauen zwischen den Politikern und einem bedeutenden Teil unserer Gesellschaft wieder herstellen."
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ABC - Spanien | Donnerstag, 8. März 2007
Valentí Puig bedauert, dass Spanien sich von Europa abwendet, weil es sich vor allem mit seinen eigenen Problemen, zum Beispiel dem baskischen Separatismus, befasst. "Selbst ... » mehr
Valentí Puig bedauert, dass Spanien sich von Europa abwendet, weil es sich vor allem mit seinen eigenen Problemen, zum Beispiel dem baskischen Separatismus, befasst. "Selbst die leicht folkloristisch angehauchte Europabegeisterung der letzten Jahre verschwindet angesichts der terroristischen Bedrohung. Dabei müsste man gerade jetzt diskutieren, welchen Platz Spanien in der EU einnehmen soll und welche Rolle es spielen kann... Es ist zweifellos ungesund und kontraproduktiv, wenn sich Spanien bei der Diskussion dieser Themen heraushält... Die Politiker sind so mit den innenpolitischen Ereignissen überlastet, dass sie sich in Europa kaum zeigen und die EU-Routine den Europaparlamentariern überlassen. Gleichzeitig haben Intellektuelle und Kulturschaffende, abgesehen von Europaspezialisten, keine Ahnung von Europa. Man kann sogar Stimmen von Spaniern hören, die Europaskeptizismus mit Desinteresse an der EU verwechseln. Dabei müsste man den technokratischen Regierungen der 50er und 60er Jahre eigentlich danken, dass sie es geschafft haben, den Weg für ein gemeinsames Europa zu bereiten."
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Top-Thema vom Donnerstag, 3. Mai 2007
In Großbritannien finden heute Kommunal- und Regionalwahlen statt. Die Separatisten der Schottischen Nationalpartei (SNP) haben gute Chancen, die stärkste Kraft im schottischen Parlament zu werden. ... » mehr
In Großbritannien finden heute Kommunal- und Regionalwahlen statt. Die Separatisten der Schottischen Nationalpartei (SNP) haben gute Chancen, die stärkste Kraft im schottischen Parlament zu werden. Welche Konsequenzen hätte ein solcher Sieg für den Zusammenhalt Großbritanniens?
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El País - Spanien | Mittwoch, 1. Februar 2006
Verfassungsrechler Andrés de Blas Guerrero analysiert, wie die verschiedenen Nationalitäten Spaniens miteinander auskommen. "Beziehungen, die auf Verständnis und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Nationalismen Spaniens beruhen, ... » mehr
Verfassungsrechler Andrés de Blas Guerrero analysiert, wie die verschiedenen Nationalitäten Spaniens miteinander auskommen. "Beziehungen, die auf Verständnis und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Nationalismen Spaniens beruhen, sollten überwiegen, weil das die überwältigende Mehrheit des Volkes wünscht. So ein Verständnis und so eine Zusammenarbeit hat es beim Reformprojekt zum Status Kataloniens zum Beispiel nicht gegeben. Katalonien weiß aber, wann es bei seiner politischen Forderung auf die Hilfe und Zustimmung des übrigen Spaniens angewiesen ist. Gleichzeitig sind Staat und Nation darauf angewiesen, dass die verschiedenen Nationalitäten integriert und zufrieden sind. Es ist vielleicht an der Zeit, sich auf eine neue Diskussionsebene zu begeben, die auf Vertrauen, Verständnis oder sogar Sympathie baut."
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ABC - Spanien | Donnerstag, 13. Juli 2006
Die konservative Tageszeitung, in der Vergangenheit sehr um die Einheit Spaniens bemüht, beklagt, dass Katalonien bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse einen eigenen Stand für katalanische ... » mehr
Die konservative Tageszeitung, in der Vergangenheit sehr um die Einheit Spaniens bemüht, beklagt, dass Katalonien bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse einen eigenen Stand für katalanische Literatur beantragt hat. "Das ist absurd, denn ein großer Teil der Werke aus Katalonien entsteht auf Spanisch und nicht bloß auf Katalanisch... Sprache ist ein Instrument des sozialen Zusammenhalts und darf nicht zur Diskriminierung von Bürgern oder für revanchistische Politik missbraucht werden. Manche nationale Ideologen lehnen das Spanische ab und plädieren für ein Konzept, bei dem die individuellen Rechte den kollektiven geopfert werden. Leider will eine Minderheit zu einer Zeit, in der der Einfluss des Spanischen in der Welt zunimmt, diese Sprache im Herzen des spanischen Staates ausrotten."
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El Mundo - Spanien | Montag, 9. Oktober 2006
Am 8. Oktober fand in Barcelona ein Fußballspiel statt, bei dem eine katalanische gegen eine baskische Mannschaft antrat. Die Zeitung berichtetet: » mehr
Am 8. Oktober fand in Barcelona ein Fußballspiel statt, bei dem eine katalanische gegen eine baskische Mannschaft antrat. Die Zeitung berichtetet: "Von den regionalen Fernsehstationen wurde ein 'Länderspiel' präsentiert. Es war eine Gelegenheit, die separatistische Symbolik voll auszukosten - von Fahnen bis hin zu 'National'-Hymnen... Dieses Spiel hatte eine enorme politische Bedeutung... Es zeigt die Auswüchse von Zapateros Politik der Zugeständnisse, die 'Zeit' braucht, bevor sie Früchte trägt. Doch das Problem ist, dass selbst die Wohlwollendsten und die größten Optimisten täglich feststellen, dass der Prozess nicht wieder rückgängig zu machen ist. Der Separatismus schickt sich an, das Spiel zu gewinnen. Auch auf der Straße."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 9. Mai 2007
In diesem Herbst ist kein "Gastland", sondern eine "Gastregion" zur Frankfurter Buchmesse eingeladen: » mehr
In diesem Herbst ist kein "Gastland", sondern eine "Gastregion" zur Frankfurter Buchmesse eingeladen: Katalonien. Ijoma Mangold berichtet, dass das in Spanien für einen regelrechten "Kulturkampf" gesorgt hat: "Es geht um Identitätspolitik, um die Instrumentalisierung von Literatur für nationale Belange - denn als Nation versteht sich Katalonien gemäß dem jüngsten Autonomiestatut. Der Auftritt wird nicht einfach werden. Denn fast alle katalanischen Autoren, die international bekannt sind, schreiben ihre Bücher auf Spanisch... Das katalanische Kulturinstitut Ramon Llull jedoch, das im Regierungsauftrag den Gastlandauftritt durchführt, wollte nur solche katalanischen Schriftsteller nach Frankfurt einladen, die auch tatsächlich auf Katalanisch schreiben... Mit 70 (hoch subventionierten) Autoren will das Institut Ramon Llull nun nach Frankfurt reisen. Über diese Zahl wird in Spanien nicht ohne Bosheit gelacht: Woher man so viele Schriftsteller denn nehmen wolle?"
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Belgien
Le Soir - Belgien | Mittwoch, 18. Juli 2007
Yves Leterme, der Parteivorsitzende der flämischen Christdemokraten (CDV), wird voraussichtlich die nächste belgische Regierung leiten. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, den Regionen mehr Macht geben ... » mehr
Yves Leterme, der Parteivorsitzende der flämischen Christdemokraten (CDV), wird voraussichtlich die nächste belgische Regierung leiten. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, den Regionen mehr Macht geben zu wollen. Bénédicte Vaes findet das beunruhigend. "Reden Sie nicht mehr von der Spaltung oder Regionalisierung [Flanderns, dessen Ministerpräsident Leterme ist]. Sprechen Sie davon, dass man uns verantwortlich machen will. Eigentlich ist Verantwortung ein positives Wort, ein politisch sehr korrektes. Man glaubt nicht, dass es die Solidarität zu zerstören kann. Doch wenn die Wallonen und die Brüsseler wirklich finanzielle Verantwortung übernehmen würden, dann müssten sie genauso effektiv sein wie die Flamen. Wenn sie das nicht wären, würden sie sich eine Strafe einhandeln. Bei ihren Sozialversicherungen würden wieder Abstriche gemacht... Der Schlüssel zur Aufteilung der Finanzen lag bisher immer in der Stärke der Flamen. Jedes Mal sind Wallonen und Brüsseler damit gut klargekommen."
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El País - Spanien | Donnerstag, 14. Juni 2007
Der Chef der flämischen Christdemokraten, Yves Leterme, hat nach den Wahlen vom vergangenen Wochenende gute Aussichten auf das Amt des belgischen Premierministers. Er propagiert eine größere Autonomie der Regionen Wallonien, Flandern und Brüssel. Die spanische Tageszeitung kommentiert: » mehr
Der Chef der flämischen Christdemokraten, Yves Leterme, hat nach den Wahlen vom vergangenen Wochenende gute Aussichten auf das Amt des belgischen Premierministers. Er propagiert eine größere Autonomie der Regionen Wallonien, Flandern und Brüssel. Die spanische Tageszeitung kommentiert: "Die Botschaft ist klar: Die Flamen gehen auf Distanz, am liebsten würden sie sich von den Wallonen abspalten. Leterme hat von dem allgemeinen Wunsch der Flamen profitiert, den Finanztransfer vom reichen Flandern ins arme Wallonien zu verringern... Leterme verfügt bei 18,5 Prozent der Stimmen über 30 Sitze im Parlament – von insgesamt 150. Er muss sich also Verbündete suchen... Notgedrungen muss er die wallonischen Parteien umwerben und seinen Ton mäßigen, ohne die versprochene 'Staatsreform' dranzugeben... Mit jedem Machtantritt geht ein gewisses Maß an Realismus einher. Leterme greift auf die alte Formel zurück: 'Belgien basiert auf einem historischen Kompromiss' zwischen Wallonen und Flamen. Doch der wird von Tag zu Tag schwieriger."
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Le Soir - Belgien | Montag, 26. Februar 2007
Die Tageszeitung hat diese Woche Auszüge aus einem "Manifest für die Einheit der Frankophonie" veröffentlicht, das von zwei ehemaligen belgischen Parlamentariern, Serge Moureaux und Antoinette Spaak, verfasst wurde. Die beiden warnen vor den separatistischen Bestrebungen der Flamen. "Von einem flämischen Projekt in Hinblick auf eine Zukunft Belgiens zu sprechen, zumal von einem 'einheitlichen' Projekt, das alle Stimmen der gesammelten flämischen Entscheidungsträger umfasst, ist gewagt, mehr noch: » mehr
Die Tageszeitung hat diese Woche Auszüge aus einem "Manifest für die Einheit der Frankophonie" veröffentlicht, das von zwei ehemaligen belgischen Parlamentariern, Serge Moureaux und Antoinette Spaak, verfasst wurde. Die beiden warnen vor den separatistischen Bestrebungen der Flamen. "Von einem flämischen Projekt in Hinblick auf eine Zukunft Belgiens zu sprechen, zumal von einem 'einheitlichen' Projekt, das alle Stimmen der gesammelten flämischen Entscheidungsträger umfasst, ist gewagt, mehr noch: gefährlich. Gleichwohl: Wenn man die verschiedenen Ansichten aus dem Norden des Landes zusammenfasst, lässt sich ein Minimalprogramm skizzieren, das die Aktionen der Politiker und Manager zusammenfasst, die sich für eine verstärkte Autonomie Flanderns einsetzen. Sie soll helfen, Flandern unabhängiger zu machen und seinen Einfluss zu vergrößern zudem seinen vermeintlichen wirtschaftlichen Wohlstand steigern und ihm auf gewisse Art zu Eigenständigkeit verhelfen... Die Teilung Belgiens oder seine Reduzierung auf ein föderales Modell stehen auf der Tagesordnung... Die französischsprachigen Belgier müssen sich darauf einstellen."
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Le Soir - Belgien | Donnerstag, 14. Dezember 2006
Das belgische Fernsehen RTBF hat gestern für Panik gesorgt, als es sein Programm mit der Ankündigung unterbrach, Flandern habe seine Unabhängigkeit erklärt, und eine Spezialsendung ... » mehr
Das belgische Fernsehen RTBF hat gestern für Panik gesorgt, als es sein Programm mit der Ankündigung unterbrach, Flandern habe seine Unabhängigkeit erklärt, und eine Spezialsendung zum Thema anbot. Erst nach einigen Minuten sei erklärt worden, es habe sich um eine fiktive Meldung gehandelt, die zur Debatte über die Teilung des Landes beitragen sollte. Pierre Bouillon geht mit der Sendung, die zahlreiche Fernsehzuschauer erschreckt hat, hart ins Gericht. "Es gehört nicht zu den Statuten der Presse, auf der Grundlage eines Drehbuchs, und sei es noch so 'realistisch', Emotionen auszulösen. Man hört, die Sendung sollte 'die Augen öffnen' und den Belgiern dabei helfen, die Wirklichkeit unserer Debatte über die Institutionen und deren mögliche Konsequenzen zu begreifen. Im Grunde handelte es sich dabei um eine Fiktion, die klar machen wollte, dass der Separatismus eben keine 'Fiktion' ist. Dies kommt einer Erklärung des Scheiterns gleich. Reicht es nicht mehr aus zu informieren? Sollte eine Debatte nur noch um den Preis eines künstlich hervorgerufenen Elektroschocks möglich sein?"
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Le Soir - Belgien | Montag, 18. Dezember 2006
Die Tageszeitung hat am vergangenen Samstag einen Appell von Béatrice Delvaux an ihren flämischen Kollegen Peter Vandermeersch veröffentlicht. Vandermeersch hatte am Freitag in der Zeitung ... » mehr
Die Tageszeitung hat am vergangenen Samstag einen Appell von Béatrice Delvaux an ihren flämischen Kollegen Peter Vandermeersch veröffentlicht. Vandermeersch hatte am Freitag in der Zeitung 'De Standaard' den Mangel an Professionalität kritisiert, den französischsprachige Medien in europäischen Fragen an den Tag legten. "Wissen Sie, auch wir Wallonen haben Klischees manchmal satt. Wir haben es satt, dass wir als arbeitsscheue oder erwerbslose Faulenzer beschrieben werden. Wir haben es satt, dass wir als Hilfsbedürftige hingestellt werden, die sich darin gefallen, den fleißigen Flamen auf der Tasche zu liegen. Wir haben es satt, ständig hören zu müssen, dass wir zu minderbemittelt sind, um Niederländisch zu lernen. Karikaturen haben keine positive Wirkung auf die Diskussion, sondern machen diese nur kaputt. So, lieber Peter Vandermeersch... lassen Sie uns von nun an zusammentun und unseren kritischen Geist und unseren Professionalität in den Dienst einer großen Umfrage über Belgien und seine Regionen stellen, die wir vor den Wahlen veröffentlichen." Peter Vandermeersch stimmte diesem Vorschlag zu.
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 21. Juli 2006
Belgien feiert heute seinen Nationalfeiertag, doch von einer nationalen Einheitsstimmung kann keine Rede sein, schreibt Korrespondent Rene Vautravers. "Der Monarch nimmt den Feiertag jeweils zum ... » mehr
Belgien feiert heute seinen Nationalfeiertag, doch von einer nationalen Einheitsstimmung kann keine Rede sein, schreibt Korrespondent Rene Vautravers. "Der Monarch nimmt den Feiertag jeweils zum Anlass, um seinen Wunsch nach der Einheit des Landes zu unterstreichen. Dass ihm der schleichende flämische Separatismus Sorgen macht, ist kein Geheimnis... Das belgische Königshaus gehört zweifellos zu den wenigen wirklich gesamtbelgischen Institutionen. Bereits Alberts Vorgänger, der verstorbene Bruder Baudouin, war kein Freund der Föderalisierung. Er beklagte das Tempo, mit welchem Kompetenzen vom Zentralstaat an die Teilstaaten abgegeben wurden. Er befürchtete eine Schwächung des Zentralstaats. Heute hat dieser fast ausgedient. Es gibt mit Flandern, Wallonien und dem zweisprachigen Brüssel drei Teilstaaten, außerdem drei Sprachgemeinschaften. Selbst die deutschsprachige Minderheit hat ein eigenes Parlament."
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Le Soir - Belgien | Freitag, 25. August 2006
Der belgische Journalist und Regisseur Luckas Vander Taelen kommentiert die umstrittenen Äußerungen des Ministerpräsidenten Flanderns, Yves Leterme, der in einem Interview erklärt hatte, Flamen und Wallonen hätten nicht mehr viel gemeinsam: » mehr
Der belgische Journalist und Regisseur Luckas Vander Taelen kommentiert die umstrittenen Äußerungen des Ministerpräsidenten Flanderns, Yves Leterme, der in einem Interview erklärt hatte, Flamen und Wallonen hätten nicht mehr viel gemeinsam: "Gibt es eigentlich niemanden in Flandern, der versteht, dass die Wallonen sich Fragen stellen, wenn dem flämischen Ministerpräsidenten nur Bier und Fußball als verbindende Elemente in diesem Land einfallen? Das zeugt wirklich von keinerlei Interesse für die Kultur unseres Landes. Dessen Doppelidentität interessiert ihn nicht, dabei ist Leterme mit einem wallonischen Vater und einer flämischen Mutter ironischerweise selbst ein Produkt derselben... Leterme wird bei den Wahlen von seinen markigen Sprüchen profitieren, aber ich fürchte, dass Flandern mit dieser Art von Beleidigungen mehr und mehr eine auf sich selbst bezogene Region wird."
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Le Soir - Belgien | Mittwoch, 5. April 2006
Der Schriftsteller Thomas Gunzig macht sich über den Vorschlag eines flämischen Regionalpolitikers in Brüssel lustig, dem "ein inkompetenter bilingualer Flämischsprachiger lieber ist als ein superkompetenter ... » mehr
Der Schriftsteller Thomas Gunzig macht sich über den Vorschlag eines flämischen Regionalpolitikers in Brüssel lustig, dem "ein inkompetenter bilingualer Flämischsprachiger lieber ist als ein superkompetenter Frankophoner, der nur eine Sprache spricht." "Ich selbst hätte gern einen guten, intelligenten Premierminister mit Sinn für Humor, der die öffentlichen Angelegenheiten mit Seele und Gewissen verwaltet, der menschlich aber auch technisch kompetent ist, der Belgien und die Welt versteht, Entscheidungen trifft, losgelöst von politischen Ängsten oder anstehenden Wahlen, der sich um das Gemeinwohl und die sozialen Errungenschaften sorgt, und der an den Fortschritt glaubt. Das wäre so etwa das Minimum... Also wenn Sie so einen finden, auch wenn der nur Isländisch, Aramäisch oder Lingala spricht, dann ist das okay - den nehme ich. Denn ein guter Premierminister ist so schwer zu finden, dass man - wenn es denn sein muss - ihm eben Untertitel bereitstellt."
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La Libre Belgique - Belgien | Freitag, 3. Februar 2006
"Albert II. war sehr unklug", meint Verfassungsrechtler Karel Rimanque im Gespräch. Er bezieht sich auf die Rede vom 31. Januar, in der der König die ... » mehr
"Albert II. war sehr unklug", meint Verfassungsrechtler Karel Rimanque im Gespräch. Er bezieht sich auf die Rede vom 31. Januar, in der der König die Anhänger des Separatismus in Belgien angegriffen hatte. "Musste man wirklich in so klaren Worten das Warande-Manifest [ein Aufruf zur Unabhängigkeit Flanderns, der im vergangenen November veröffentlicht wurde] verurteilen? Oder, schlimmer noch, musste man wirklich so mit dem Finger auf die gesamte flämische politische Klasse zeigen, deren einziger Fehler es ist, mehr Autonomie zu fordern?... Ich kann seine Sorge ja verstehen, aber ich würde ihn gern an Reden seines verstorbenen Bruders erinnern, der immer und überall betont hat, wie wichtig Solidarität ist."
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Schottland
La Libre Belgique - Belgien | Freitag, 1. Juni 2007
Tom McCabe, Abgeordneter des schottischen Regionalparlaments und ehemaliger Finanzminister, macht sich in einem Project Syndicate-Beitrag für den schottischen Nationalismus stark. "Wenn Menschen heutzutage von Nationalismus sprechen, ruft dies düstere Bilder aus einer anderen Ära in Erinnerung. Aber natürlich ist Nationalismus nicht unweigerlich gewalttätig: » mehr
Tom McCabe, Abgeordneter des schottischen Regionalparlaments und ehemaliger Finanzminister, macht sich in einem Project Syndicate-Beitrag für den schottischen Nationalismus stark. "Wenn Menschen heutzutage von Nationalismus sprechen, ruft dies düstere Bilder aus einer anderen Ära in Erinnerung. Aber natürlich ist Nationalismus nicht unweigerlich gewalttätig: er entbrennt nur an Orten mit einem leicht entzündbaren Erbe zu Konflikten. Das Auseinanderbrechen der Sowjetunion und ihres Satellitenreichs zeigt, dass die Art und Weise ein solches Erbe anzugehen nicht darin besteht, unzufriedene Völker zum Zusammenleben in einem Land zu zwingen... Anders als beim Nationalismus Osteuropas oder der Balkanstaaten hat die schottische Variante wenig mit Ethnizität oder Religion zu tun... Was in der Entstehung begriffen ist, sind ein anderes Schottland und ein anderes Großbritannien und das ist Schottlands Lehre für Europa. Großbritanniens stark zentralisierte politische Kultur hat eine unwiderrufliche Veränderung erfahren. Sie wird durch eine vielfältigere Art von Politik ersetzt, in der verschiedene regionale und nationale Identitäten an Unterstützung und Ausdruck gewinnen."
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Open Democracy - Großbritannien | Samstag, 30. Dezember 2006
Drei schottische Autoren - Alasdair Gray, Christopher Harvie und Jimmy Reid - haben anlässlich des schottischen Sankt-Andreas-Tages ein Plädoyer für die Unabhängigkeit veröffentlicht. "New Labour ... » mehr
Drei schottische Autoren - Alasdair Gray, Christopher Harvie und Jimmy Reid - haben anlässlich des schottischen Sankt-Andreas-Tages ein Plädoyer für die Unabhängigkeit veröffentlicht. "New Labour hat sich in jeder Hinsicht an die Privatindustrie verkauft. Sie brechen Verträge mit Einzelpersonen, mit Gesellschaften und internationalen Konzernen genauso freudig wie es John Major und Margaret Thatcher einst getan haben, die sie doch mit dem (inzwischen gebrochenen) Versprechen abgelöst hatten, uns ehrlicher zu regieren. Wir wünschen uns stattdessen ein Land, dessen Regierung unterschiedliche lokale Firmen und Unternehmen ermutigt, deren Ziel nicht nur Profit, sondern auch die Förderung von Innovation und Zusammenarbeit ist. New Labours Wirtschaftspolitik ist ein Betrug ... Wir brauchen die Unabhängigkeit, um Schottland davon zu befreien und unser Land zu einer Nation mit einer Stimme in der Welt zu machen."
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Die Presse - Österreich | Montag, 30. April 2007
"Die Abspaltung von England mag zwar gerade opportun sein und die eine oder andere Wählerstimme bringen. Aber ist die Schaffung von Mini-Staaten in einem zusammenwachsenden Europa überhaupt zeitgemäß, geschweige denn sinnvoll?", fragt Irene Zöch mit Blick auf die schottischen Parlamentswahlen am 3. Mai skeptisch, bei denen den Nationalisten unter Alex Salmond ein Sieg prognostiziert wird. "Salmond ist kein polternder Nationalist, der mit starken Sprüchen die Wähler mobilisieren will. Vielmehr ist er ein ruhiger Separatist, der sein Hauptanliegen eher mit der Zielstrebigkeit eines knallharten Geschäftsmannes angeht als in der bierseligen Atmosphäre schottischer Pubs. Die Unabhängigkeit soll nicht sofort durchgesetzt werden. Das Volk soll in einem Referendum erst gegen Ende der Legislaturperiode befragt werden. Bis dahin will Salmond beweisen, dass er regieren und Schottland auch ohne saftige Finanzspritzen aus dem fernen London nach dem Vorbild skandinavischer Wohlfahrtsstaaten nach vorn katapultieren kann – frei nach dem Motto: » mehr
"Die Abspaltung von England mag zwar gerade opportun sein und die eine oder andere Wählerstimme bringen. Aber ist die Schaffung von Mini-Staaten in einem zusammenwachsenden Europa überhaupt zeitgemäß, geschweige denn sinnvoll?", fragt Irene Zöch mit Blick auf die schottischen Parlamentswahlen am 3. Mai skeptisch, bei denen den Nationalisten unter Alex Salmond ein Sieg prognostiziert wird. "Salmond ist kein polternder Nationalist, der mit starken Sprüchen die Wähler mobilisieren will. Vielmehr ist er ein ruhiger Separatist, der sein Hauptanliegen eher mit der Zielstrebigkeit eines knallharten Geschäftsmannes angeht als in der bierseligen Atmosphäre schottischer Pubs. Die Unabhängigkeit soll nicht sofort durchgesetzt werden. Das Volk soll in einem Referendum erst gegen Ende der Legislaturperiode befragt werden. Bis dahin will Salmond beweisen, dass er regieren und Schottland auch ohne saftige Finanzspritzen aus dem fernen London nach dem Vorbild skandinavischer Wohlfahrtsstaaten nach vorn katapultieren kann – frei nach dem Motto: Wir im Norden könnten ohne den englischen Klotz am Bein wirtschaftlich besser dastehen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
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Alle verfügbaren Texte von » Irene Zöch
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 24. April 2007
Am 1. Mai 2007 jährt sich der Unionsvertrag zwischen England und Schottland zum 300. Mal, zwei Tage später finden in Schottland regionale Parlamentswahlen statt. Der Scottish National Party (SNP) werden große Chancen auf eine Mehrheit eingeräumt. Georges Waser berichtet: » mehr
Am 1. Mai 2007 jährt sich der Unionsvertrag zwischen England und Schottland zum 300. Mal, zwei Tage später finden in Schottland regionale Parlamentswahlen statt. Der Scottish National Party (SNP) werden große Chancen auf eine Mehrheit eingeräumt. Georges Waser berichtet: "Alex Salmond, der im Falle eines Sieges der SNP als deren Führer der Erste Minister werden würde, gibt sich bereits im Stil eines elder statesman. Das Motto jener, die sich den Bruch mit der Union herbeiwünschen und von einem Aufschwung nach dem Beispiel Irlands träumen, heißt 'going it alone'. Aber wie realistisch ist dieser Traum vom Alleingang?... Zweifellos würde die SNP (die, taktisch geschickter geworden, ein Referendum nicht mehr sofort, sondern erst in etwa drei Jahren in Aussicht stellt) mit dem Hinweis auf die in der Nordsee vorhandenen Öl- und Gasreserven für den Austritt aus der Union mit England plädieren. Doch trotz einem von der britischen Regierung lange geheim gehaltenen Bericht, der den Schluss zulässt, dass die Schotten bisher die Benachteiligten waren, ist es immer noch ungewiss, wie viel Anrecht auf diese Reserven ihnen die vollständige Autonomie bringen würde."
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The Irish Times - Irland | Mittwoch, 17. Januar 2007
"Die gestrigen Feiern zum dreihundertjährigen Jubiläum der Union zwischen Schottland und England fielen merklich gedämpft aus", bemerkt die irische Zeitung und befasst sich mit der ... » mehr
"Die gestrigen Feiern zum dreihundertjährigen Jubiläum der Union zwischen Schottland und England fielen merklich gedämpft aus", bemerkt die irische Zeitung und befasst sich mit der Frage nach Schottlands Unabhängigkeit und den Grenzen regionaler Selbstbestimmung. "Die so genannte West-Lothian-Frage – die das Missverhältnis beschreibt, wonach schottische Abgeordnete in Westminister über englische Angelegenheiten entscheiden dürfen, während ihren englischen Kollegen dieses Recht in Bereichen vorenthalten ist, die in schottischer Zuständigkeit liegen – hat einen Stellenwert in der britischen Politik bekommen, der Labour ernsthaft beschämen müsste. Als möglicherweise erster schottischer Premier seit Harold Macmillan hat insbesondere Gordon Brown ein Problem. Am Sonntag warnte er vor einem 'balkanisierten Großbritannien', zerrissen von den Zwillingskräften Nationalismus und Multikulturalismus. Solche Übertreibungen, die schon Bilder eines Bürgerkriegs heraufbeschwören, dienen der unionistischen Sache freilich wenig. Ebenso wenig tun das die Propheten des wirtschaftlichen Untergangs in der Labourpartei. Die EU hat bewiesen, dass weitaus kleinere Staaten unter ihrem Dach glücklich gedeihen können, während sie Schlüsselelemente ihrer Souveränität beibehalten."
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The Daily Telegraph - Großbritannien | Dienstag, 2. Januar 2007
"Vor genau 300 Jahren hat das schottische Parlament dem so genannten 'Act of Union', der Vereinigung von England und Schottland, mit 110 zu 67 Stimmen ... » mehr
"Vor genau 300 Jahren hat das schottische Parlament dem so genannten 'Act of Union', der Vereinigung von England und Schottland, mit 110 zu 67 Stimmen zugestimmt und damit die vielleicht größte und erfolgreichste Nation der Welt geschaffen. Dennoch beschränkt sich das ehrende Gedenken auf das Prägen einer 2-Pfund-Münze und eine Hand voll Ausstellungen", kommentiert die Tageszeitung. "Diese Zurückhaltung ist leicht zu erklären. Der Zuspruch zur Schottischen Nationalpartei steigt, und die meisten Schotten sind für die Unabhängigkeit... Heute sichert die Einheit die Position Großbritanniens unter den Weltmächten, als fünftgrößte Wirtschafts- und viertgrößte Militärmacht. Ja, es gibt Probleme mit dem aktuellen Stand der Regionalisierung, diese können aber unter lokaler Betäubung ohne größere Operation gelöst werden... Es gibt keinen Grund, die Einheit Großbritanniens aufzulösen, die die an ihr beteiligten Völker über ihre Kirchturmpolitik erhebt und sie zu einer Macht für Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt macht."
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Regionalismus Europa
Libération - Frankreich | Donnerstag, 29. Dezember 2005
"Europa hat die Erweiterung noch nicht verdaut, da lauert schon das nächste Schreckgespenst: » mehr
"Europa hat die Erweiterung noch nicht verdaut, da lauert schon das nächste Schreckgespenst: eine Neuordnung der Regionen", stellt Jean-Michel Helvig fest. "Katalonien ist dabei, den Status einer von Spanien getrennten Nation zu fordern. Dies wäre der erste Schritt hin zur Gründung eines Staates, der eines Tages den Status eines EU-Mitgliedstaates für sich beanspruchen wird. Und warum nicht auch Padanien, Bayern, Schottland oder Flandern? Obwohl sich dieser National-Regionalismus seit der Erweiterung in den Neunzigern radikalisiert hat, ist er bereits in der Funktionsweise der EU verankert. Die nach Autonomie strebenden Regionen nutzen das Supranationale an Europa, um ihre Regierungen zu umgehen und ihre eigenen, insbesondere wirtschaftlichen Interessen geltend zu machen. Diese Umgliederungswelle innerhalb der Mitgliedstaaten beruht in erster Hinsicht auf dem Egoismus der Reichen, die nicht für die polnischen Klempner, die slowenischen Holzfäller oder die kalabrischen Maurer 'zahlen' wollen."
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Mladá fronta Dnes - Tschechien | Dienstag, 11. Juli 2006
Michal Mocek macht darauf aufmerksam, dass Europa nicht nur im Osten oder auf dem Balkan "ausfranst". "Rufe nach mehr Autonomie oder völliger Unabhängigkeit werden auch ... » mehr
Michal Mocek macht darauf aufmerksam, dass Europa nicht nur im Osten oder auf dem Balkan "ausfranst". "Rufe nach mehr Autonomie oder völliger Unabhängigkeit werden auch in Galizien, Katalonien, im Baskenland, in der Bretagne, auf Korsika, im belgischen Flandern, in Norditalien, auf Sizilien, in Wales, Schottland oder Nordirland laut. Nationalistische Gruppen existieren in ganz Europa. Während im Osten Staaten zerbrechen, verändern sich die Staaten im Westen, manchmal in unerwarteter Weise. So wird jetzt in London heftig darüber diskutiert, ob die schottischen oder walisischen Abgeordneten weiterhin über Dinge abstimmen sollen, die allein England angehen. Sollte England ein eigenes Parlament bekommen, würde ein ganz anderes Großbritannien entstehen... Dass der Westen Europas anders als der Osten nicht zerbricht, liegt maßgeblich an der EU, die erst den Rahmen für mehr Autonomie bietet. Die Vorteile eines einheitlichen Marktes bleiben, unabhängig davon, wie groß die einzelnen Staaten sind."
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