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Milan Kundera, einer der wichtigsten tschechischen Autoren, der seit langem in Paris lebt, steht unter schwerem Verdacht. Wie die liberale Wochenzeitung Respekt in ihrer heutigen Ausgabe unter Hinweis auf Stasi-Unterlagen berichtet, soll Kundera 1950 einen antikommunistischen Agenten bei der Polizei denunziert haben. Der Mann sollte zum Tode verurteilt werden und musste am Ende 14 Jahre im Gefängnis zubringen. Kundera schweigt zu den Vorwürfen. Das Blatt sieht hier eine Parallele zu Günter Grass, der Jahrzehnte seine SS-Mitgliedschaft geheim gehalten hatte. "Kundera gehört neben Vaclav Havel zu den bekanntesten lebenden Tschechen. Wiederholt hat er (unter dem kommunistischen Regime) leidenschaftlich für Menschenwürde und Freiheit gestritten. Das hätte er nicht tun können, wenn er sich seinerzeit zu seiner Tat bekannt hätte. Er hätte seine moralische Autorität eingebüßt. Kundera verhielt sich ebenso wie sein großer Mitstreiter Günter Grass."
» zum ganzen Artikel (externer Link, tschechisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Tschechien Alle verfügbaren Texte von » Martin M. Šimečka
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 13. Oktober 2008
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