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Berg, Jean-Michel
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Jean-Michel Berg über die C02isierung des Lebens
Der Journalist Jean-Michel Berg stellt die These auf, C02 sei zu einer neuen moralischen Währung geworden: "Es findet eine CO2isierung des menschlichen Daseins statt. Das hat mit der wissenschaftlich-exakten Messbarkeit zwar eine technische Ursache, aber eine vor allem moralische Wirkung: eine Zweiteilung des menschlichen Handelns in klimafeindlich oder klimafreundlich. Kaum eine Religion, kaum eine Ideologie dürfte je über ein so klares Deutungsmuster verfügt haben... Lebensbereiche wie Wohnen und Mobilität sind kritisch geworden. Und wenn nun Männer klimaschädlicher sein sollen als Frauen, dann werden sogar genetische Dispositionen in Frage gestellt. Auch eine Scheidung muss man fortan nicht nur vor Gott, sondern ebenso vor dem Klima verantworten, denn Ehehaushalte sind ökologischer als die von Singles. Kurzum: Nicht schädliches, abstellbares Verhalten bringt CO 2 hervor - sondern das menschliche Verhalten an sich."
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Jean-Michel Berg über eine neue Blog-Kultur
Jean-Michel Berg reflektiert die Macht der Blogs und wie private Unternehmen den öffentlichen Raum im Internet instrumentalisieren wollen. "Blogs bilden eine Gegenöffentlichkeit - in manchen Ländern gar die einzig relevante - , und sie haben eine große Leserschaft. In der westlichen Welt haben bislang vor allem Großkonzerne ihre Macht zu spüren bekommen; nun versuchen sie, die Deutungshoheit über ihre Unternehmungen zurückzugewinnen. Zur obligatorischen Internetpräsenz ist der "Corporate Blog" hinzugekommen... Was den Anschein eines öffentlichen Raumes erweckt, ist in Wahrheit ein Marketinginstrument. Das hängt mit der monologischen Struktur des Blogs zusammen. Zwar kann jeder einen Beitrag kommentieren - einen Beitrag verfassen darf aber nur der Betreiber. Damit bestimmt das Unternehmen, welche Themen überhaupt auf die Agenda kommen. Kann aber nur innerhalb der Leitlinien des Unternehmens weiterdiskutiert werden, ist der Diskurs nicht frei, die Kommentarfunktion suggeriert Freiheit, nur sie gewährt sie nicht."
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MySpace für Misanthropen
Soziale Plattformen im Internet sind so angesagt, dass manche davon Abstand nehmen, schreibt Jean-Michel Berg. Der neue Trend seien anti-soziale Netzwerke. "Sie heißen Hatebook oder Enemybook, Isolatr oder Introvertster und treffen ein Lebensgefühl... Die Idee eines anti-sozialen Netzwerks ist natürlich ein Paradox, nämlich das einer geselligen Ungeselligkeit... Auf Hatebook sammelt man nicht Freunde, sondern Feinde. Daneben bleibt zwar ein Netzwerkgedanke bestehen, allerdings nach dem Prinzip: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Außerdem gibt es Tools, um Gerüchte zu streuen oder anderweitig Unruhe zu stiften. Auch bei Ruduzu und Snubster kann man Hasslisten erstellen und Leute zu Todfeinden erklären. Doch dabei gerät das eigentliche Vorhaben in Gefahr: Was hier entsteht, ähnelt einer Art MySpace für Depressive und Misanthropen, die der Hass auf George W. Bush oder Bill Gates vereint."
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