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Dienstbier, Jiri
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Kontroverse über eine neue tschechische Nationalbibliothek
Der futuristische Entwurf für eine neue Nationalbibliothek in Prag wird in Tschechien lebhaft diskutiert. Präsident Vaclav Klaus bezeichnete das Projekt des tschechischstämmigen Architekten Jan Kaplicky als "hässlich" und versicherte, er werde sich "mit seinem eigenen Körper" gegen dessen Verwirklichung wehren. Der frühere Außenminister Jiri Dienstbier widerspricht im Interview mit Eva Zajickova: "Mir gefällt Kaplickys Vorschlag, und die Debatte darüber ist ein typischer Ausdruck der tschechischen Engstirnigkeit. Wir sind Teil des modernen Europa und sollten froh sein, wenn sich für die Ausschreibung eines solchen Projektes in Prag ein weltweit anerkannter Star-Architekt wie Kaplicky interessiert. Es ist toll, dass ein gebürtiger Tscheche zur Weltspitze gehört. Hier wird wieder einmal die traditionelle tschechische Angst vor etwas Ungewöhnlichem deutlich. Ähnliche Debatten gab es [zur Zeit der Jahrhundertwende] um das Repräsentationshaus [einem Jugendstilbau] in Prag. Heute ist es eine Touristenattraktion, und niemand zweifelt daran."
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Alle verfügbaren Texte von » Eva Zajickova
Das Raketenabwehrsystem für Tschechien
Jiri Dienstbier, ehemaliger Dissident und erster tschechoslowakischer Außenminister nach der Wende, spricht sich in einem Gastkommentar gegen eine US-Raketenabwehrbasis auf tschechischem Boden aus. "Wir sollten in einer ohnehin schon ziemlich labilen Welt nicht wieder in ein Wettrüsten verfallen", findet Dienstbier und verweist auf Russland, das eine US-Militärbasis in Tschechien beunruhigen könnte. "Erwarten wir wirklich einen Angriff aus der mächtigen Welt des islamischen Fundamentalismus, der sich entschließen könnte, einen 'Krieg der Zivilisationen' gegen die westlichen 'Satane' zu führen? Möglich ist alles, aber es würde noch Dutzende Jahre dauern, bis ein solches Szenario Wirklichkeit werden könnte. Die tschechischen Bürger kann nur schwerlich jemand davon überzeugen, dass ausgerechnet wir uns an dem Raketenschirm beteiligen sollten - ohne Rücksicht auf unsere Verbündeten in der Nato und in der EU. Die Tschechische Republik hat keine militärischen Verpflichtungen gegenüber den USA, sondern gegenüber der Nato. Als deren Mitglied können wir eine so gewichtige Entscheidung nicht durch einen bilateralen Vertrag mit einem anderen Mitglied - wenn auch dem mächtigsten - besiegeln."
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Jiri Dienstbier über die Zukunft des Kosovo
Der frühere UN-Menschenrechtsbeauftragte für Ex-Jugoslawien, Jiri Dienstbier, sieht die Rolle der Nato in Bezug auf das Kosovo skeptisch: "Die Großmächte, die Uno und die Nato haben 1999 entschieden, Jugoslawien mit ähnlich falschen Gründen anzugreifen wie später den Irak, und ohne zu wissen, was danach kommen soll. Das hat nichts mit einer Bewertung von Slobodan Milosevic oder Saddam Hussein zu tun... Heute versuchen sich einige Mächte aus der Verantwortung zu stehlen, indem sie dem Kosovo Unabhängigkeit zubilligen wollen. ... Das weitere Streben nach dem Motto 'Versuch und Irrtum' würde uns alle teuer zu stehen kommen. Als langfristige Lösung betrachte ich eine Entwicklung auf dem Balkan, bei der die Grenzen ihre Bedeutung verlieren. Das wäre die billigste Investition in die europäische Sicherheit."
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