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Geremicca, Federico
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Italienischer Königsmörder?
Italiens Wirtschaftsminister Giulio Tremonti hat sich öffentlich für das feste Anstellungsverhältnis stark gemacht und sich kritisch über Mobilität am Arbeitsplatz geäußert. Die liberale italienische Tageszeitung La Stampa ist der Meinung, dass Tremonti durch diese Aussagen an Format gewonnen hat: "Der Minister könnte die Motoren für eine Post-Berlusconi-Ära anwärmen. Wir wissen zwar nicht, ob Giulio Tremonti ... die Worte im Bewusstsein schrieb, damit einen sehr persönlichen Rubikon [römischer Grenzfluss] zu überschreiten. Einen Schritt, der ihn in den Augen des Ministerpräsidenten gleichberechtigt in den Kreis der möglichen 'Verschwörer' rückt, und auf den man in Zukunft aufpassen muss. Sicherlich nicht ganz neue Umstände für Giulio Tremonti, wird man sagen. Das stimmt. Aber vielleicht ist die [derzeitige] Situation eine neue. ... Und wenn in diesem nicht unbedingt windstillen Klima auch Giulio Tremonti begänne, über die zukünftige Führungskraft nachzusinnen ... ."
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Proteste in Italien
In Italien gibt es seit Wochen Proteste gegen Sparmaßnahmen, die auch das Bildungwesen betreffen. Die linksdemokratische Oppositionspartei PD wird am Wochenende eine Kundgebung gegen die Politik der konservativen Regierung von Minsterpräsident Berlusconi abhalten. Die italienische Tageszeitung La Stampa kritisiert die Androhung Berlusconis gegen die Proteste einzuschreiten. "Das gewollte oder ungewollte Resultat der Worte Berlusconis ist die Verschmelzung in eine einzige Front der verschiedenen Bewegungen. Stimmen werden laut, die Kundgebung der Partei [PD] allen Fronten zu öffnen. Dies könnte dazu führen, dass die Demonstration – wie vor Jahren – wieder zu einer reinen Anti-Berlusconi Kundgebung wird, für die die linke Opposition bereits einen hohen Preis bezahlt und Berlusconi seit Jahren reichlich politische Dividende einkassiert hat. Wir wissen nicht, ob der Premier mit dieser Absicht [die Opposition der PD in radikale Positionen zu drängen] versucht hat, die Spannungen anzuheizen. Sicher ist aber, dass das nicht der richtige Weg ist, um Studenten, Lehrer und Eltern von der Schulreform zu überzeugen. ... Soldaten zur Müllhalde in Neapel zu schicken ist etwas anderes als die Schulen zu militarisieren."
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Veltronis Wahl als Zeichen gegen die Antipolitik
Walter Veltroni, der Bürgermeister von Rom, ist am 14. Oktober in einer Art "Volksabstimmung" zum Chef der neuen Demokratischen Partei (PD) Italiens gewählt worden. Drei Millionen Wähler haben sich daran beteiligt. Federico Geremicca meint, nun müsse man das Phänomen der Antipolitik relativieren. "Zu diesen drei Millionen Wählern kommen die fünf Millionen hinzu, die sich vor einer Woche am Referendum über das Renten- und Sozialsystem beteiligt haben und die halbe Million bei der Parteiveranstaltung der Alleanza Nazionale am Samstag. All diese Menschen haben ein starkes Zeichen gegen die Antipolitik gesetzt, die sich bei ehemaligen Ministern und Führern breit macht... Trotz aller Skandale und überzogener Ausgaben gibt es ein politisches Italien, das nicht vorhat, aufzugeben."
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Einwanderung als Herausforderung für Europa
Federico Geremicca sucht nach einem Ausweg aus der schwierigen Situation, die in Europa durch die illegale Einwanderung entstanden ist. "Die Lösung findet sich so schnell nicht, auch wenn man noch so viel Energie aufwendet, oder wenn die Spanier oder Italiener härter durchgreifen. Man findet sie auch nicht im hypothetischen Fall, dass Italien und Spanien enger kooperieren... Rom und Madrid können dieses Problem nicht alleine lösen... Was jetzt her muss, ist ein 'europäischer Marshall-Plan' für die ärmsten afrikanischen Länder. Denn jeder andere Weg, von militärischer Abschreckung bis hin zur extremen Sicherung der Grenzen, hat sich als ineffizient und sinnlos erwiesen... Es wird übrigens nicht das erste Mal sein, dass die Lösung für ein dramatisches Problem aus Notwendigkeit und Angst entsteht und nicht aus Überzeugung oder Großzügigkeit."
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Keine zweite Amtszeit für Ciampi
Federico Geremicca lobt die Weisheit des Präsidenten der italienischen Republik, Carlo Azeglio Ciampi, der trotz seiner großen Popularität keine zweite Amtszeit anstrebt, sondern diesem Amt "entsagen" will. Ciampi, der im Dezember 86 Jahre alt wird, erklärte in einem Interview, dass eine zweite Amtszeit von sieben Jahren auf eine republikanische Monarchie hinauslaufen würde. "Seine Worte waren knapp, aber heiter und frei von Hintergedanken... Ciampi hat sein Alter als Grund angeführt, das andere aus Diskretion oder Opportunismus vorgeben, nicht zu kennen. Es kann sein, dass der Staatschef in dieser Frage wieder mal sein Land und seine verwirrte und zerstrittene politische Klasse darauf hinweisen wollte, man möge über eine Erneuerung und Verjüngung der Führungsschichten nachdenken ... Ciampi hat erneut seine Loyalität, seine Weisheit und seinen Mut unter Beweis gestellt."
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