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Lesnicar-Pucko, Tanja


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Dnevnik - Slowenien | 10.02.2009

Berlusconi weiß nicht, was die Eltern durchgemacht haben

In der Tageszeitung Dnevnik kritisiert Tanja Lesničar-Pučko den Versuch des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, die Koma-Patientin Eluana Englaro am Leben zu halten: "Der Alleinherrscher, der sich das Recht nimmt, über alles zu entscheiden; der den Staat in eine Karikatur verwandelt, wo die Mafia mordet wie noch nie; der den Faschismus verherrlicht, ... wird plötzlich sensibel wie eine Mimose. Natürlich ist klar, wo dieses Feingefühl herkommt, welcher Staat im Staat dahinter steckt und warum die Angelegenheit zu einer politischen Farce wird: wegen der Nichtachtung des Gerichtsbeschlusses, dem Kräftemessen mit dem Präsidenten [Giorgio] Napolitano und der Drohung, ihn abzusetzen. Im politischen Kampf und im Verlangen nach einer Verfassungsänderung und diktatorischen Vollmachten ist jede Art der Perversität erlaubt. ... Eluanas Familie konnte offensichtlich nicht mehr, und während Berlusconi darüber spricht, sie könnte noch Kinder bekommen, weiß er nicht, wie ein Mensch aussieht, der siebzehn Jahre im Koma lag. Er weiß auch nicht, was ihre Eltern in all den Jahren durchgemacht haben."

Dnevnik - Slowenien | 13.01.2009

Tanja Lesnicar-Pucko über die dunklen Seiten des Kapitalismus

Das Schicksal des deutschen Milliardärs Adolf Merckle, der sich nach dem Zusammenbruch seines Geschäftsimperiums das Leben genommen hat, sei ein Lehrstück des Kapitalismus, schreibt Tanja Lesničar Pučko in der Tageszeitung Dnevnik: "Er [Merckle] verkörperte deutsche Disziplin. Er überließ nichts anderen. Er wusste alles und besser. Mit 30 Milliarden Euro Jahresumsatz war er einer der 100 reichsten Menschen weltweit. Was hat ihn zerstört? Falsche Kalkulationen und Börsenspekulationen. Von der realen Wirtschaft, die ihm viel Geld eingebracht hat, trat er in die virtuelle Welt des Geldverdienens ohne Sicherheit. ... Er war von seiner Macht betrunken. ... Er hat an die Börsenmärchen für naive Anleger geglaubt. ... Auf der anderen Seite steht der Arbeiter, der das Imperium über Jahrzehnte mitaufgebaut hat und mit ihm geatmet hat. ... Nun steht er ohne alles da. Er hat seine Existenzgrundlage verloren. ... Zahlreiche Direktoren haben in den vergangenen Jahrzehnten die Logik eines langsamen aber stetigen Produktionswachstums ... für schnelle und große finanzielle Gewinne eingetauscht. Die soziale Marktwirtschaft wurde durch einen (neo-)liberalen Kapitalismus ersetzt. ... Die neuen Regeln gelten also nur für die Basis. Diese muss sich den neuen Zeiten anpassen, während die Führungskräfte über flexible Arbeit, Arbeitszeit und die Minderung von Rechten etc. weiter daherschwätzen."

Dnevnik - Slowenien | 23.12.2008

Tanja Lesničar Pučko über den Kapitalismus und Gefängnisse

Die Zahl der Gefängnisinsassen in Europa und in den USA ist seit den 1980er Jahren massiv angestiegen. Vor allem arme Menschen sitzen ein. Das habe System, meint Tanja Lesničar Pučko in ihrer Kolumne auf der Webseite der Tageszeitung Dnevnik: "Die Rhetorik der Machthaber war folgende: unsere Straßen werden immer unsicherer, es gibt immer mehr Taschendiebe, Drogenabhängige und Dealer; dem muss ein Ende gesetzt werden. 'Null Toleranz' lautete die Devise. ... Doch wurde bei der Sorge um die Moral ein kleines Detail verschwiegen: Es war das goldene Zeitalter der kapitalistischen Plünderungen, die den Staat benutzt haben, um Gelder aus gesellschaftlichen Projekten in Kapitalprojekte fließen zu lassen. ... Es folgte der nächste Schritt: Wohin mit all den störenden Elementen, mit den Alkoholikern, Drogensüchtigen und Obdachlosen? ... Die einen bräuchten Therapie (das kostet!), die anderen soziale Unterstützung. Das Gefängnis ... war also die einfachste und billigste Lösung. ... Die Gefängnisindustrie ist aufgeblüht, und die Gelder des Staates sind statt in Programme für Arbeitslose und andere soziale Projekte in den Bau hoher Mauern mit Stacheldrahtzäunen geflossen. Doch die findigen Kapitalisten ... haben private Gefängnisse und Versorgungsunternehmen gegründet, die dem Staat ihre Produkte und Dienstleistungen verkaufen. ... Wer hätte schon Interesse an einer anderen Strafpolitik, wenn man so viel Geld damit verdienen kann?"

Dnevnik - Slowenien | 14.07.2008

Kulturelle Ignoranz

Die Kolumnistin Tanja Lesničar-Pučko kommentiert auf der Webseite der Tageszeitung Dnevnik die Rolle der Kultur im Programm des französischen EU-Ratsvorsitzes. "Eine der Prioritäten des französischen Ratsvorsitzes, die leider nicht auch Teil der offiziellen französischen Initiativen sein wird, ist die Kultur. Dass die Kultur nicht auf dem offiziellen Menüplan steht, liegt nach Angaben französischer Vertreter daran, dass sich die Mitgliedsländer hinsichtlich der Initiativen und der Wahrung der Kultur nicht einig sind. ... Wie auch immer, Frankreichs Politiker haben beschlossen, den zukünftigen Ländern des EU-Vorsitzes und vor allem den eigenen Bürgern ... ein sechsmonatiges Programm europäischer Kultur zu bieten. In Frankreich besteht das Kulturangebot zum Großteil aus heimischen Produktionen. ... Deshalb grenzt das Wissen über andere, vor allem kleinerer, osteuropäischer Kulturen, an Ignoranz."

Dnevnik - Slowenien | 15.05.2008

Instrumentalisierung der Kultur in der EU

Tanja Lesničar-Pučko schreibt in der Tageszeitung Dnevnik über die Bedeutung der Kultur in der EU. "Kultur ist in den Augen der Politik zu einem praktischen Instrument geworden, mit dem die EU auch auf Bereiche außerhalb ihrer Grenzen Einfluss nehmen kann. Zu diesem Zweck hat die EU in diesem Jahr 900 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das ist in Ordnung. Finanzhilfen für die Kultur sind eine großartige Investition in die Zukunft unruhiger Regionen, viel besser als Waffenexporte im Rahmen der NATO. Mich überrascht dabei immer wieder, wie wenig die Vertreter der EU wissen, worüber sie reden und wie sie immer wieder dieselben Floskeln zum Thema Demokratie, Toleranz und interkultureller Dialog wiederholen. ... Kultur ist fast überall von Neoliberalismus und politischer Gleichgültigkeit bedroht. ... Kultur kann nicht ein erniedrigtes Mädchen bleiben, das der Politik, Wissenschaft oder dem Kapital dient.'"

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