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Élet és Irodalom - Ungarn | Montag, 26. Januar 2009

János Ladányi über die Ursachen der Krise in Ungarn

Der Soziologe János Ladányi analysiert in der liberal-intellektuellen Wochenzeitung Élet és Irodalom die Gründe für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme Ungarns: "Die zweite Transformationskrise ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die großen staatlichen Systeme wie das Gesundheits- und Bildungswesen, das Renten-, Sozial- und Selbstverwaltungssystem bis heute praktisch unberührt geblieben sind. ... Die an die Apartheid erinnernde Segregation im öffentlichen Bildungswesen [Roma - Nicht-Roma], die radikale Segregation in den ungarischen Gemeinden [Roma - Nicht-Roma], eine der niedrigsten Beschäftigungsraten europaweit, die schändlich niedrige Zahl von sozialen Mietwohnungen, die katastrophal hohe Sterberate, die das Niveau der Dritten Welt erreicht, sind mitnichten nur soziale Probleme. Einer derart großen Masse von Menschen (es ist hier von Hunderttausenden die Rede), die sich physisch und mental in einem schlechten Zustand befinden, die keine Arbeit haben und von der Gesellschaft faktisch ausgegrenzt werden, zumindest auf einem minimalen Niveau unter die Arme zu greifen, kostet den Staat immens viel Geld. Nicht zuletzt deshalb befinden sich die Steuern und Abgaben hierzulande in astronomischen Höhen, ist die Belastung der Löhne dermaßen hoch. Letzten Endes führt dies dazu, dass im Land weniger Arbeitsplätze geschaffen werden. Und hier schließt sich auch der Kreis, denn weniger Arbeitsplätze bedeuten eine niedrigere Beschäftigung."

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