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Ørskov, Stig
Chefredakteur der dänischen Tageszeitung Politiken
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Stig Ørskov über die Vorteile der Finanzkrise
Stig Ørskov betrachtet die Finanzkrise einmal aus einem ironischen Blickwinkel und versucht, ihre guten Seiten zu sehen: "Trotz der dramatischen Konsequenzen der Krise gibt es doch eine Reihe positiver Nebenwirkungen zum schlimmsten wirtschaftlichen Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg. Meine persönliche - und ganz subjektive Hitliste - sieht folgendermaßen aus: Die Flucht aus den öffentlichen Arbeitsplätzen hat ein Ende. Man wird nicht länger als Kandidat für die Psychiatrie betrachtet, wenn man Lehrer, Pädagoge, Polizist oder Krankenschwester werden will. ... Die Menschen schätzen plötzlich ihren Job, und selbst die Erwartungen an die Tarifsteigerungen werden nahezu realistisch. ... Es ist wieder legitim arbeitslos zu sein. ... Die Hauspreise gehen in den Keller. ... Die Menschen kapieren, dass sie Geld nicht im Schlaf verdienen können. Mit dem Kollaps des Aktienmarktes und dem Platzen der Immobilienblase ist die Illusion gestorben, dass man für sein Geld nicht arbeiten muss. ... Wirtschaftsbosse werden nicht länger als universelle Gurus betrachtet. Es ist den Menschen endlich aufgegangen, dass der große Gewinn von Unternehmen nicht notwendigerweise auf die genialen Manager zurückzuführen ist. ... Der Staat erlebt ein Comeback. Die Welt hat plötzlich entdeckt, dass der Staat - und die Politiker - faktisch eine Funktion haben."
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