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Augstein, Jakob


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Spiegel Online - Deutschland | 09.09.2011

Spaltung zwischen Moslems und Westlern Unsinn

Die Anschläge vom 11. September 2001 haben die Welt tief gespalten, analysiert der Verleger Jakob Augstein in seiner Kolumne beim Nachrichtenportal Spiegel Online, und doch gibt es Grund zur Hoffnung: "Es bleibt, dass viele Muslime und Westler sich gegenseitig für fanatisch und gefährlich halten (die Muslime halten die Menschen im Westen überdies noch für korrupt und gierig). Es bleibt eine zugleich lebensgefährliche und unsinnige Spaltung der Welt in Muslime und Westler, die tiefer geht und irreparabler erscheint, als man sich das vor der Erfindung des Begriffs vom Kampf der Kulturen vorstellen konnte. Eine Spaltung, die Staaten und Kontinente trennt, die aber auch die westlichen Gesellschaften im Inneren zerreißt: Die pathologische Islamophobie, die sich in weiten Teilen Europas ausbreitet und rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen Zulauf verschafft, ist ohne 9/11 nicht denkbar. Die Taten des Massenmörders Anders Behring Breivik sind ohne 9/11 nicht denkbar. ... Zehn Jahre danach also nur Grund zur Verzweiflung? Nein. ... Osama bin Laden liegt tot auf dem Meeresgrund, George W. Bush sitzt als Rentner auf irgendeiner Farm in Texas, und in Nordafrika hat der arabische Frühling begonnen. Ein Aufbruch."

Komment - Ungarn | 08.08.2011

Jakob Augstein sieht die USA nicht mehr als Teil des Westens

Die politische Zerrissenheit und der aggressive Militarismus machen die USA zu einem undemokratischen Staat, kommentiert der deutsche Journalist Jakob Augstein auf dem Meinungsportal Komment: "Die Vereinigten Staaten sind in der vergangenen Woche haarscharf an einem Staatsbankrott vorbei geschrammt. Das Land hat sich in zwei Teile gespalten und gibt nun eher das Bild eines gescheiterten Staates als das einer Demokratie ab. … Früher hatte das Wort 'Westen' noch eine Bedeutung. ... Heute scheint dieser Begriff der Vergangenheit anzugehören. Es gibt keinen Westen mehr. All jene, die dieses Wort auf Europa und die Vereinigten Staaten beziehen, halten unweigerlich für einen Moment inne. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die USA sind keine westliche Nation mehr. Sie sind zu einem Land mutiert, in dem der Regierungsapparat endgültig in den Händen der Elite ist. Ein halsstarriger und aggressiver Militarismus hat in den vergangenen zehn Jahren zwei kostspielige Kriege vom Zaun gebrochen. Die Gesellschaft ist nicht nur in politischer und sozialer Hinsicht in zwei Teile gespalten: Die ideologische Blindheit hat das Land immer weiter vom Kern der Demokratie entfernt."

Spiegel Online - Deutschland | 01.07.2011

Begeisterung für Frauenfußball nur geheuchelt

Der Trubel um die Frauenfußball-WM ist künstlich, analysiert der Verleger Jakob Augstein auf dem Nachrichtenportal Spiegel Online. Die gespielte Begeisterung ist nur ein Placebo für echte Gleichberechtigung, denn die WM "wird von Verbänden, Firmen und Politikern in der Emanzipationsdebatte instrumentalisiert. ... Es gäbe genug Gründe, die institutionalisierte Förderung von Frauen auszudehnen. In den 200 größten deutschen Unternehmen sind nur 3,2 Prozent der Vorstandsposten mit Frauen besetzt. Aber Angela Merkel hat vor ein paar Monaten gesagt, dass sie nicht daran denkt, mit einer Quote etwas daran zu ändern. Da müsste sie sich ja mit der Industrie anlegen. Es ist viel einfacher für die Kanzlerin, eine Ausstellung zum Thema 'Frauen schreiben Fußball-Geschichte' zu eröffnen und sich beim Eröffnungsspiel in ekstatischer Verzückung fotografieren zu lassen. ... Sollten die deutschen Frauen die WM gewinnen, könnten sie bei der Feier ihre T-Shirts hochziehen, aber nur so weit, dass die Worte 'Equal pay now' zu sehen sind. Sind genau elf Buchstaben."

Der Freitag - Deutschland | 17.01.2011

Jakob Augstein über deutsche und französische Sorgen

Der ehemalige Diplomat und Résistance-Kämpfer Stéphane Hessel ruft mit seinem gut verkauften Buch Empört Euch! die Franzosen dazu auf, sich gesellschaftlich zu engagieren und für die eigenen Werte und Ideale zu kämpfen. Jakob Augstein, Herausgeber der linken Wochenzeitung Der Freitag, vergleicht die Debatte in Frankreich mit der um das Buch von Thilo Sarrazin in Deutschland: "Die Auflage von Hessels Schrift [900.000] ist für französische Verhältnisse etwa so hoch wie die Auflage des Buches von Thilo Sarrazin. Auch diesem Buch liegt eine Empörung zugrunde. Aber worüber empört sich der Deutsche? 'Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken türkisch und arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. ... ' Wenn der Franzose Hessel sich um Frankreichs Zukunft sorgt, geht es um Gerechtigkeit. Sarrazins Sorge um die Zukunft Deutschlands dreht sich um Geld und Gene. ... Die Franzosen machen ein Buch der Hoffnung zum Bestseller. Die Deutschen ein Buch der Niedertracht."

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