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di Lorenzo, Giovanni


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Zeit - Deutschland | 13.03.2014

Empörung gegen Hoeneß ohne jedes Maß

In München wird am heutigen Donnerstag das Urteil im Steuerprozess gegen Uli Hoeneß erwartet. 65 Prozent der Deutschen fordern laut einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov dessen Rücktritt von seinem Amt als FC-Bayern-Präsident. Für Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der liberalen Wochenzeitung Die Zeit, geht die öffentliche Empörung zu weit: "Alles im Rechtsstaat ist darauf angelegt, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Es ist ein differenzierender, immer wieder abwägender Prozess. Die Skandalisierung lebt vom Gegenteil. Vom amerikanischen Internetphilosophen und Blogger David Weinberger stammt ein bahnbrechender Satz ... 'Ich glaube nicht, dass wir die neue Transparenz überleben können, wenn wir die gleichen Standards der Kritik beibehalten.' Wenn Uli Hoeneß seine gerechte Strafe abgetragen hat, muss die gesellschaftliche Revision beginnen: Kann ein Mensch nur gut oder nur böse sein? Wann ist es der Ächtung genug? Und wann ist ein Ton erreicht, der nicht mehr viel über einen Gefallenen verrät, sondern über das Land, das ihn einst vergöttert hat?"

Zeit Online - Deutschland | 22.11.2012

Deutsche Zeitungsbranche zerstört sich selbst

Der Vorstand des Zeitschriftenverlags Gruner und Jahr hat laut Medienberichten am Mittwoch beschlossen, die Financial Times Deutschland einzustellen. Durch ihre konsequente Selbstdemontage haben die Vertreter der Printmedien zur Zeitungskrise beigetragen, kritisiert der Chefredakteur der liberalen Wochenzeitung Die Zeit, Giovanni di Lorenzo: "Es gibt keine Branche in Deutschland, die sich so lustvoll und unheilvoll selbst beschädigt hat, wie es viele Verleger, Geschäftsführer und Journalisten der Printmedien getan haben. ... Lieblos wurde plötzlich manche verdiente Regionalzeitung behandelt und mit Sparrunden entkernt; es entstand ein Berufsbild, in dem der Journalist kaum mehr ist als ein multimedialer Dienstleister, der den Input seiner Kunden moderiert. ... Allerdings ist das gedruckte Medium überhaupt nicht am Ende, es muss sich nur immer wieder öffnen für jene, die es erreichen will. Es darf sein Relevanzversprechen nicht brechen durch eine permanente Skandalisierung des politischen Lebens oder eine auf Dauer abstoßende Konformität der Meinungen. ... Es braucht die Kooperation, nicht die Gegnerschaft zwischen Print und Online; beide bedingen einander."

La Repubblica - Italien | 08.08.2012

Giovanni di Lorenzo beschwichtigt Deutschland und Italien

In der Euro-Krise müssen vor allem Italien und Deutschland sich vor dem Wiederaufkommen alter Vorurteile hüten, mahnt Giovanni di Lorenzo. Der Herausgeber der Wochenzeitschrift Die Zeit fordert in der linksliberalen Tageszeitung La Republicca die Politiker auf, klärend der Ausuferung gegenseitiger Beschimpfungen entgegenzuwirken: "Meiner Meinung nach herrscht in der öffentlichen Meinung, aber leider auf auch Regierungsebene, ein fatales gegenseitiges Unverständnis. In Italien neigt man dazu, Merkel für die Probleme Italiens verantwortlich zu machen - und im besten Fall erwartet man von ihr deren Lösung. ... Es ist eine infantile Erwartungshaltung, dass die Mamma die Probleme, die doch ihre Ursachen in Italien haben, aus der Welt schaffen könnte. In Deutschland hingegen tendiert man zum übertriebenen Selbstmitleid. Als ob Deutschland das einzige Land wäre, das für die Schulden anderer aufkommt. … Zum Glück besteht bisher nicht die Gefahr, dass Deutschland seinen eigenen Weg geht. Doch um dies zu verhindern, muss den Bürgern unserer Länder erklärt werden, warum gewisse Entscheidungen unerlässlich sind. Noch ist die Stunde der Populisten nicht gekommen, doch rückt sie näher, wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen."

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