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Dietrich, Stefan


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 27.05.2010

Hochwasser kann polnische Wahlen entscheiden

Die Überschwemmung von Oder und Wisła in Polen hat bislang 16 Todesopfer gekostet, knapp 20 Ortschaften sind überflutet. Nach dem Tod des polnischen Präsidenten Lech Kaczyński verändert die Notsituation die politische Landschaft vor den Präsidentschaftswahlen im Juni, analysiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Die aussichtsreichsten Bewerber sind dessen Bruder Jarosław [Kaczyński] und Parlamentspräsident Komorowski, der seit dem 10. April auch kommissarisches Staatsoberhaupt ist. Was für den Wahlkämpfer Komorowski zunächst eine Bürde war - die Zurückhaltung, die ihm das Präsidentenamt auferlegt -, gereicht ihm nun zum Vorteil. Wie einst Bundeskanzler Schröder bei der Elbeflut 2002 kann er sich in den Hochwassergebieten, wo Kaczyński nur als störend empfunden würde, als sorgender Landesvater zeigen. Die Sympathiepunkte, die er damit gewinnt, könnten leicht wieder verlorengehen, wenn wegen der Flut der Notstand ausgerufen werden müsste. Denn dann würde sich der Wahltermin verschieben. Deshalb ist die Regierung mit allem zur Stelle, was die Not der Flutopfer zu lindern und Komorowskis Vorsprung zu erhalten vermag."

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 15.04.2010

Kritik an Kaczyńskis Bestattungsort

Mehr als 2000 Menschen haben am Mittwoch in Polen gegen die Entscheidung der Kirchenbehörden demonstriert, das verünglückte Präsidentenpaar in der Kathedrale auf der Wawel-Burg in Kraków zu bestatten. Die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung kann das nachvollziehen: "Wladyslaw Sikorski, der Chef der polnischen Exilregierung im Zweiten Weltkrieg, ist erst 1993, fünfzig Jahre nach seinem Tod, in der Kathedrale auf dem Krakauer Burgberg Wawel beigesetzt worden. ... Vor Sikorski hatte der 1935 gestorbene Staatsgründer und Nationalheld Jozef Pilsudski seine letzte Ruhe im Pantheon der polnischen Nation gefunden. Selbst in seinem Fall ging der endgültigen Entscheidung über seinen Verbleib auf dem Wawel ein zweijähriger Streit darüber voraus, welcher Platz dem streitbaren (und nicht sehr frommen) Staatsmann in der Kirche gebühre. Kein Wunder, dass nun auch der Beschluss, den so tragisch ums Leben gekommenen Präsidenten Kaczynski auf dem Wawel beizusetzen, (pietätvoll gedämpfte) Kritik hervorruft. Zu dessen Lebzeiten hätte niemand in Polen daran gedacht, ihn in eine Reihe mit den Königen und Geistesheroen der Geschichte zu stellen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 12.11.2008

Schönheitsfehler

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an einer Veranstaltung in Polen teilgenommen, das neben dem Kriegsende auch den 90. Jahrestag seiner Unabhängigkeit feierte. Für die Tageszeitung Frankfurter Allgemeine zeigt das, wie weit Europa gekommen ist: "So erregte es kaum noch Aufsehen, dass die Bundeskanzlerin am Dienstag in Warschau war, als Polen den 11. November als Tag der nationalen Wiedergeburt feierte. Auch wenn sich in neunzig Jahren nichts daran geändert hat, dass Polens Glück – der gleichzeitige Zusammenbruch aller drei Teilungsmächte – Deutschlands dunkle Stunde war, so sagt doch eine solche Einladung mehr über das, was sich in Europa geändert hat, als tausend Konferenzen. Was der versöhnlichen Haltung des polnischen Staatspräsidenten allerdings einen Großteil ihrer Wirkung nahm, war seine Unversöhnlichkeit gegenüber seinem Vorvorgänger Walesa, den er aus persönlichen Gründen von den offiziellen Feierlichkeiten ausgeschlossen hatte."

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 07.02.2008

Misstrauensabbau nach Debatte um Zentrum gegen Vertreibungen

Deutschland und Polen haben diese Woche den Streit um ein Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin beigelegt. Stefan Dietrich kommentiert: "Als Affront gegen Polen war diese längst überfällige Trauerarbeit für den untergegangenen deutschen Osten nie gedacht - auch nicht von [der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen] Frau Steinbach, die mit ihrer Stiftung die Initialzündung dazu gab. So wurde es aber von deutschen Politikern dargestellt, die in Polen Stimmung dagegen machten. Mussten wirklich erst die deutsch-polnischen Beziehungen in Trümmer gelegt werden, bis sich die Einsicht Bahn brechen konnte, dass es beiderseits nicht am Willen zur Wahrhaftigkeit fehlt? Das tiefe Misstrauen, das diese Debatte beherrschte, ist nur durch Aufklärung zu überwinden. Dafür brauchen wir - Deutsche, Polen, Tschechen und andere - dieses Zentrum."

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