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Dillena, Giancarlo
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Überlegenheit der Natur akzeptieren
Obwohl der Wirbelsturm Irene in New York kaum Schäden angerichtet hat, klagen wir wieder über die vom Menschen heraufbeschworene Rache der Natur, kritisiert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Das Problem ist tatsächlich auf den Menschen zurückzuführen. ... Vor allem auf das zwiespältige Verhältnis zwischen seinen atavistischen Ängsten und seinem nicht minder atavistischen Weltbild. Wie wäre es, wenn wir einfach akzeptieren würden, dass die Natur uns tatsächlich überlegen ist? Wenn wir endlich schrittweise, Katastrophe für Katastrophe, immer wirksamere Dämme gegen die Schäden errichten, ohne uns der Illusion hinzugeben, ein wundersames Allheilmittel gefunden zu haben. Wenn wir einsähen, dass die Verbesserung des Lebensbedingungen durch die Technologie ihren Preis hat und wir für unsere Verletzlichkeit zahlen? Das wäre schon ein schöner Fortschritt für das kleine intelligente Säugetier, das sich Mensch nennt und auf dem kleinen Planeten lebt, der Erde heißt."
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Schweiz zwischen Zensur und Opferschutz
Die am 1. Januar in Kraft getretene neue Strafprozessordnung der Schweiz untersagt Medien die Veröffentlichung von Namen der Opfer von Verbrechen ohne ausdrückliche Genehmigung der Betroffenen oder ihrer Familienangehörigen. Die Maßnahme soll dem Schutz der Privatsphäre dienen, ist aber letztlich eine wenig dienliche Zensur, meint die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Ist eine offene und informierte Gesellschaft eher in der Lage, Probleme mit der Kriminalität zu bewältigen, oder eine von oben durch Schweigepflicht 'geschützte'? Eine Gesellschaft, die ihre Informationen auf präzise und direkte Weise aus den Medien bezieht, oder eine Gesellschaft, die mangels dieser Informationen sich anderen unkontrollierbaren Kanälen zuwendet, die heute dank der modernen Technologie für jedermann griffbereit sind? … Dass im Bereich der Medien klare Regeln herrschen müssen, ist unbestreitbar. Dass die Zensur die beste Lösung ist, muss erst noch bewiesen werden."
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Giancarlo Dillena fordert in Krisenzeiten Perspektiven statt Dogmen
Giancarlo Dillena warnt in der liberalen Schweizer Tageszeitung Corriere del Ticino vor der Gefahr, die Wirtschafts- und Finanzkrise ideologisch auszuschlachten und die alten Barrieren zwischen Kapitalismus und Sozialismus wieder zu errichten. "Um der doppelten Falle des beeinträchtigenden Pragmatismus und des lähmenden Dogmatismus zu entgehen, bedarf es der Rückkehr zur authentischen und wesentlichen Gegenüberstellung von Ideen. Das heißt von perspektivischen, nicht dogmatischen Visionen, die auf Interpretationen von realen Daten beruhen, die ihnen einen Sinn verleihen ohne sie mit Gewalt einer abstrakten und allumfassenden Ordnung unterwerfen zu wollen. ... Das ist das Laster der Ideologien. Und eben aus genau diesem Grund neigen sie unvermeidlich dazu, sich von den wesentlichen demokratischen Prinzipien zu entfernen: der Suche nach Zustimmung durch die freie Konfrontation der Ideen und durch die Überzeugungskraft der Argumente. Hat sie [die Ideologie] einmal festgelegt, was richtig und gut ist, wird sie gegenüber diesen Aspekten rasch unsensibel. ... Weil sie sich für den Träger irgendeiner dogmatischen Wahrheit hält, fühlt sie sich verpflichtet, diese mit allen Mitteln überall zu bestätigen. Und ohne Rücksicht auf Bedürfnisse, Besorgnisse und Argumente anderer, die sie per Definition für falsch hält."
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Zeitungen sterben nicht aus
Die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino glaubt nicht, dass traditionelle Medien wie Zeitungen durch das Internet verdrängt werden. "Die Dynamik und die Geschichte der Information suggerieren ein anderes Bild: Es entsteht eine neue Informationskette, die die verschiedenen Träger aufgrund ihrer Besonderheiten und ihrer jeweiligen Grenzen integriert. Das heißt, es kommt zu einer neuen Entfaltung des alten Konzepts: 'Das Radio bringt die Nachricht, das Fernsehen zeigt sie, die Zeitung erklärt sie.' Die verschiedenen Träger präsentieren unterschiedliche zeitliche Modalitäten und Nutzungsarten, die sich in ihrer Anwendungsform gegenseitig ergänzen. … Aber unter einer Bedingung. Die rohe, nicht ausgearbeitete Information sagt häufig wenig aus. Um ihr Sinn zu verleihen, muss sie von jemandem behandelt werden, der ihre Bedeutung herauskristallisiert. Mit anderen Worten, jemand, der den Rohstoff in ein nutzbares Produkt verwandelt. … Es muss also ein neues Gleichgewicht gefunden werden - nicht nur unter den Trägern, sondern auch und vor allem zwischen dem Inhalt und seinen Verbreitungsmitteln. Das ist keine leichte Herausforderung."
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Giancarlo Dillena über die Falle der Ideologie in der Krise
Der Chefredakteur der Schweizer Tageszeitung Corriere del Ticino, Giancarlo Dillena, warnt davor, in der andauernden Wirtschaftskrise Ideologien zu verfallen. "Die liberale Vision ... kann von Natur aus nicht auf ein strenges, allumfassendes, doktrinäres Korpus zurückgeführt werden. Im Gegenteil, sie zeichnet sich durch das fortwährende Anliegen aus, besonders der freien Entfaltung der wirtschaftlichen und sozialen Dynamik keine Schranken zu setzen. ... Aber zur Waffe der ideologischen Interpretation haben die unbelehrbaren Gegner der liberalen Vision immer wieder bevorzugt gegriffen. In diese Falle zu tappen, bedeutet nicht nur, ihre Interpretation zu unterstützen, sondern vor allem, sich von einer ausgewogenen und besonnenen Einstellung gegenüber der Krise zu entfernen, die die Voraussetzung für ihre Überwindung und für das Wiedererlangen eines neuen Gleichgewichts ist. Diese [Einstellung] muss in erster Linie offen bleiben und bereit, die notwendigen Korrektiven aufzunehmen. Aber sie sollte ebenso darauf bedacht sein, Starrheiten und neue Dogmen - von welcher Seite auch immer - zu vermeiden."
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