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Engelhardt, Marc
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Geiseln zweiter Klasse vor Somalia
Die US-Marine hat den US-amerikanischen Kapitän Richard Phillips aus den Händen somalischer Piraten befreit. Die linke tageszeitung kritisiert den Umgang des Westens mit dem Piraten-Problem. "Die Verlierer stehen bereits fest. Es sind die Seeleute aus Billiglohnländern wie den Philippinen, die schon heute das Gros der 240 Piratengeiseln ausmachen. Kaum jemand kümmert sich um sie. Ihren Regierungen fehlen Geld, Know-how und oft auch politischer Wille zur Befreiung; dem Westen sind sie - wenn sie nicht zufällig an Bord eines europäischen Schiffes sitzen - egal. Damit werden sie die Opfer künftiger Piratenangriffe sein. Im Kern funktioniert so bereits der Einsatz von derzeit 24 Marineschiffen, die vor Somalia kreuzen. Anstatt das Kernproblem zu lösen, nämlich die Regierungslosigkeit in Somalia, versucht die Armada, jeweils ihre Schiffe vor den Folgen der Anarchie abzuschotten. Das ist wirklichkeitsfern und menschenfeindlich. Denn unter Somalias Anarchie leidet nicht nur die Handelsschifffahrt, sondern eine ganze Bevölkerung."
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Europa verwehrt Afrikanern Chancen
Anfang der Woche sind mehrere Hundert Flüchtlinge vor der Küste Libyens im Mittelmeer ertrunken. Dazu schreibt die linke tageszeitung: "Diejenigen, die Kraft und Geld haben, auf ihrer Flucht Marinekreuzern, Hubschraubern und Zäunen zu trotzen, sind wohlhabend, gebildet, viele haben studiert, und ausnahmslos alle sind bereit, hart zu arbeiten, um mit eigenen Händen ihr Glück zu schaffen. Es sind die Jungen, die Aufstrebenden, die potenzielle Elite, die an der Frustration zugrunde geht, dass sie es in Afrika zu nichts bringen kann, dass es keine Perspektive gibt. Es sind die Ärzte und Facharbeiter, die Kaufleute und Krankenschwestern, die Afrika selbst so dringend braucht, aber nicht halten kann - auch deshalb nicht, weil Internet und Fernsehen frei Haus die Traumvorstellung vom besseren Leben im Westen liefern. Wer kann da ernsthaft erwarten, dass Afrikaner auf ihrem heruntergewirtschafteten Kontinent ausharren in der Hoffnung, es könnte eines Tages aus heiterem Himmel besser werden? Schön wäre, die Flüchtlinge könnten statt brüchiger Schaluppen das Flugzeug nehmen. Aber diese Chance geben wir Europäer ihnen nicht."
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Afrikanische Union wählt Gaddafi zum Vorsitzenden
Auf der Tagung der Afrikanischen Union in Addis Abeba wurden erste Schritte in Richtung der "Vereinigten Staaten von Afrika" gemacht. Den AU-Vorsitz hat jetzt Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi. Die linke Tageszeitung die tageszeitung schreibt: "Mit Muammar al-Gaddafi steht jetzt ein Mann an der Spitze der Afrikanischen Union, der vor allem für seine Unberechenbarkeit bekannt ist. Das ist ein Problem für Afrika, einen Kontinent, der zur Lösung seiner Probleme Führung dringend nötig hätte. ... Mit Gaddafi erhält die AU einen potemkinschen Führer, der über Fassaden diskutiert, während vor allem die Substanz fehlt. … Die absehbare inhaltliche Führungslosigkeit an der AU-Spitze ist vor allem deshalb ein Problem, weil UN und internationale Geberländer sich immer mehr aus Afrika zurückziehen. … Seit mehr als einem Jahr sollen ein paar tausend AU-Soldaten ohne die nötige Ausrüstung Mogadischu beschützen. Für eine solche fehlt Afrika das Geld - doch das wird im Westen geflissentlich ignoriert."
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