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Franěk, Jiří
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Jiří Franěk über Mahler, Rilke, Kafka und die Tschechen
Dem in Böhmen geborenen österreichischen Komponisten Gustav Mahler ist zu seinem 150. Geburtstag in Tschechien viel Ehre erwiesen worden. Die Internetseite der Präsidialkanzlei machte aus ihm gleich einen weltbekannten "tschechischen" Komponisten und Dirigenten. Das kann nicht wirklich ernst gemeint sein, schreibt der Publizist Jiří Franěk in der linken Tageszeitung Právo und bedauert, wie wenig die Tschechen mit ihren berühmten, nicht tschechischsprachigen Landsleuten anzufangen wissen: "Mahler hat jetzt ein Denkmal. Deutlich schlechter sieht es für einen der gefeiertsten Autoren aus - Rainer Maria Rilke. In den USA, die sich nicht gerade durch beste Schulbildung auszeichnen, kennt ihn jeder Mittelschüler. In Tschechen fast keiner. Er wurde zwar in der Prager Heinrichsgasse geboren, aber er schrieb auf Deutsch. ... Ähnlich stünde es bis heute um Kafka, hätte ihn nicht [der Germanist] Eduard Goldstücker bekannt gemacht. Es geht nicht um Denkmäler, sondern darum, was wir unseren Landsleuten schulden, die nicht ganz blutreine Tschechen waren, und mehr noch darum, was wir uns schulden. Es ist peinlich, nicht zu wissen, dass um die Ecke jemand geboren wurde, den der 'Rest der Welt' verehrt."
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Tschechien ist an Wiedereinführung der kanadischen Visapflicht selbst schuld
Kanada hat angekündigt, die Visapflicht für Tschechien wieder einzuführen, nachdem vermehrt tschechische Roma in dem nordamerikanischen Land um Asyl nachgesucht hatten. Jiří Franěk sieht in der linken Tageszeitung Právo die Schuld an dem Schritt bei Tschechien selbst: "Wir haben Probleme mit den Roma-Mitbürgern. Unter ihnen sind Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, für die die Steuerzahler aufkommen müssen. Und in ihrer übermäßigen Freizeit belästigen sie andere Menschen mit Lärm, Unordnung und Kleinkriminalität. Die Gefängnisse sind voll von ihnen. Im Unterschied zu den hyperkorrekten Bürgeraktivisten bin ich nicht davon überzeugt, dass sie daran nicht auch selbst Schuld tragen. Aber es ist auch nicht nur ihre Schuld. In den Zeiten des sozialistischen Aufbaus nahm man ihnen Pferde und Wagen und gab ihnen Schippen in die Hand. Beim Aufbau des Kapitalismus nahm man ihnen auch noch die Schippen. ... Kanada muss das nicht interessieren. Wir müssen uns fragen, weshalb der jüngste Exodus der Roma in dem Moment einsetzte, als durch ihre Ghettos Nazis marschierten."
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Nach Bush fährt auch Sarkozy zu Olympia
Entgegen früherer Bekundungen will der französische Präsident und derzeitige EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy nun doch zur Eröffnung der Olympischen Spiele nach Peking reisen. Die linke Tageszeitung Právo kritisiert Sarkozys Sinneswandel: Der Boykott der Eröffnung "sollte eine deutliche Geste sein, dass die Mächtigen der demokratischen Welt die Menschenrechte nicht nur als Anhängsel ihrer Reden betrachten. George Bush aber lässt sich das große Spektakel in Peking nicht entgehen, weil er angeblich das chinesische Volk nicht beleidigen will. Sarkozy tut es ihm nun gleich. Mal sehen, wer sich noch meldet, damit die Ehrenlogen im Olympiastadion nicht leer bleiben. Nach dem Motto: Es sind doch nur Spiele. Weshalb soll man da die Menschenrechte mit hinein ziehen? ... Die ganze Sache erinnert an einen Hemdknopf. Wenn man den ersten falsch zugeknöpft hat, lässt sich das ganze Hemd nicht mehr richtig zuknöpfen."
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