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Gersemann, Olaf

Die Welt


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Welt am Sonntag - Deutschland | 15.01.2012

Europa sucht stets einen Sündenbock

Die Herabstufung der Bonität von neun Euro-Ländern geht vor allem auf die unehrliche Politik der Europäer seit dem Ausbruch der Finanzkrise zurück, meint die konservative Welt am Sonntag: "Von zwei Leitmotiven ließen sich praktisch alle maßgeblichen europäischen Politiker in den zurückliegenden dreieinhalb Jahren leiten. Erstens soll dem Wähler kurzfristig möglichst wenig zugemutet werden, unweigerlich kommende Zumutungen werden so lange wie möglich verheimlicht. Zweitens wird die Verantwortung für alle Probleme Dritten zugeschoben - wahlweise oder in Kombination den Banken, den Spekulanten, den Ratingagenturen, den Amerikanern. Oder gleich den Märkten, diesen amorphen 'Monstern' (Zitat Horst Köhler) [früherer Bundespräsident]. ... Fast ist zu wünschen, dass nun die oft geforderte eigene, europäische Ratingagentur gegründet wird. Die würde entweder zu ähnlichen Urteilen kommen wie die drei Marktführer aus den USA, oder sie würde sich zum Büttel der Politik machen lassen. ... In beiden Fällen jedenfalls hätten die Verantwortlichen in Berlin und Paris, Madrid und Rom eine Ausrede weniger."

Die Welt - Deutschland | 18.08.2009

Abwrackprämie hat ihren Dienst getan

Der deutsche Fördertopf für die staatliche Abwrackprämie wird voraussichtlich noch vor der deutschen Bundestagswahl Ende September leer sein. Von ursprünglich zwei Millionen Prämien sind nur noch 181.000 verfügbar. Das kommentiert die konservative Tageszeitung Die Welt: "Sie [die Abwrackprämie] ist ein Fluch, weil sie den letztlich unausweichlichen Abbau von Überkapazitäten in der Autoindustrie hinauszögert. Und sie ist ein Fluch, weil sie, obwohl offiziell euphemistisch 'Umweltprämie' genannt, dem Klima schadet: Bei der künstlichen Stimulierung der Produktion neuer Autos wird mehr Kohlendioxid in die Luft gejagt, als durch die Verjüngung der Autoflotte auf Deutschlands Straßen eingespart wird. ... Für die Abwrackprämie sprach von Beginn an nur ein einziger Grund: die Hoffnung, dass sie einen Beitrag dazu leisten könnte, den tiefen Einbruch bei Exporten und Investitionen in der Krise zu kompensieren. … Die Abwrackprämie hat ihren Dienst getan, nun wird sie nicht mehr gebraucht. Es ist zu hoffen, dass die große Koalition zu dieser Einsicht fähig ist."

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