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Gibier, Henri
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Berlin und Paris weiter in der Pflicht
Nach dem EU-Gipfel in Brüssel dürfen Europas Staats- und Regierungschefs sich nicht auf ihrem Erfolg ausruhen, fordert die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Das Bild von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die den Banken eigenhändig den Verzicht auf die Hälfte ihrer Forderungen an Griechenland abringen konnten, illustriert ganz hervorragend die Solidaritätspflicht, die das Gemeinschaftsprojekt mit sich bringt. Doch man darf sich nicht mit einer Solidarität zufrieden geben, die - wie derzeit der Fall - aus einem Mangel an Alternativen heraus entsteht. Das deutsch-französische Paar muss nun mit der gleichen Energie die Einführung eines institutionellen Rahmens angehen, der für eine erweiterte Union und die mit ihr einhergehenden Zwänge besser geeignet ist. Viele wichtige Details sind dabei noch nicht ausgearbeitet. Man kann daher noch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Rettung der Euro-Zone ein Wunder oder nur Hokuspokus ist. Für Europa ist es jetzt erst einmal wichtig, zu lernen, ohne beides auszukommen."
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Starker Präsident gesucht
Der neue EU-Präsident sollte stark sein, aber nicht Tony Blair heißen, meint die Tageszeitung Les Echos: "Je näher die Frist rückt, desto mehr scheint sich ... zu bestätigen, dass der Präsident für den europäischen Rat nach dem gleichem Vorbild wie der Chef der [EU-]Kommission benannt werden soll: ein Vermittler, ... ein Mann, der keine Wellen schlägt. Kurz und gut ein Anti-Tony Blair. Neben seiner Haltung gegenüber dem Irakkrieg und der triebhaften Opposition der Engländer gegenüber der europäischen Integration vereinigt der ehemalige britische Ministerpräsident zu viele Handicaps auf sich, um seinen alten Traum verwirklichen zu können. Allerdings sollten das keine Ausreden dafür sein, an seiner Stelle einen zweiten José Manuel Barroso [Präsident der EU-Kommission] einzusetzen. ... Derjenige, der diesen Posten übernimmt, wird durch den Vertrag dazu gezwungen, seine Funktionen weitgehend selbst zu bestimmen. Die Rolle ... verlangt also immerhin eine gewisses Maß an persönlicher Aura."
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Zwei Tage im September
Ein Jahr nach der Bankenpleite bei Lehman Brothers vergleicht die Wirtschaftszeitung Les Echos zwei folgenschwere Septembertage: "Zweifellos wird der 15. September 2008 für lange Zeit das Datum der größten Bankenpleite der Geschichte bleiben. An diesem Tag löste sich Lehman Brothers genauso abrupt in die Luft der Wall Street auf wie die beiden Türme des World Trade Centers sieben Jahre zuvor von der New Yorker Skyline verschwanden. Am 11. September 2001 hatten innerhalb weniger Stunden die Flugzeuge nacheinander aufgehört zu fliegen. Diesmal sind es die Banken, die auf einmal aufhörten, Geld zu verleihen. Ein großes Schild mit der Aufschrift 'Schließung wegen flächendeckenden Misstrauens' wurde an allen Schaltern des globalen Kapitalmarkts angebracht. Es ist natürlich die Globalisierung, die zwei so unterschiedliche Ereignisse in einen Zusammenhang setzt. In beiden Fällen konnte man die Stärke [der Globalisierung], aber auch ihre Schwäche sehen."
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Henri Gibier über das französische Modell
Henri Gibier setzt sich in der Wirtschaftszeitung Les Echos mit der französischen Tradition des staatlichen Eingreifens in die Wirtschaft auseinander: "Die alten Reflexe sind zäh. Um das Projekt der Gesundheitsreform, die [US-Präsident] Barack Obama vorschlägt, zu diskreditieren, hat das republikanische Lager den ganzen Sommer über mit einem Stichwort um sich geworfen: das 'französische Modell'. Ohne Zweifel ein Synonym für staatlichen Eingriff, Verschwendung und Ineffizienz. Im Frühjahr war es ein anderes, süßeres Lied, das aus England zu uns kam. Das Londoner Magazin 'The Economist' ließ ein überraschendes 'Vive la France' los. Eine - wenn auch etwas distanzierte - Lobrede auf unseren Sozialstaat und seine 'automatischen Stabilisatoren' im Haushalts- und sozialen Bereich, die in Krisenzeiten so wertvoll sind. Diese doppelte angelsächsische Vision schließt uns in derselben Falle ein: jene der 'französischen Ausnahme'. ... Indem Frankreich [den Weg der Reformen] weiter geht, vergrößert es seine Chancen, den Zug der weltweiten Wiederbelebung, wie so oft zuvor, nicht zu verpassen."
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Neuer Präsident für eine neues Amerika
Die Wirtschaftszeitung Les Echos meint, Wandel sei für die USA zentral: "Amerika hat seinen neuen Präsidenten gewählt, aber der Rest der Welt wird mit einem neuen Amerika rechnen müssen. ... In der Wahl dieser Nacht hat sich eine Sehnsucht nach Wandel gezeigt. ... [Der neue Präsident] soll mehr überzeugen und verführen als sich durchsetzen. Kurz gesagt, er soll uns ein liebenswürdiges Amerika wieder geben."
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