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Giesen, Peter


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


De Volkskrant - Niederlande | 20.03.2012

Staatsanwälte dealen mit Mörder

Die Staatsanwaltschaft Amsterdam hat nach Medienberichten von Montag einem mutmaßlichen Mörder 1,4 Millionen Euro und Strafminderung zugesagt für seine Aussage in einem großen Prozess gegen die Amsterdamer Unterwelt. Der Deal mit dem Kronzeugen gefährdet aber den gesamten Prozess, kritisiert die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Mit Dieben fängt man Diebe und mit Mördern fängt man Mörder, muss sich die Staatsanwaltschaft gedacht haben. Daher schloss sie den Deal mit dem Kronzeugen Peter la S. ... Prinzipiell spricht dagegen, dass der Kriminelle eine Belohnung bekommt, auf die er überhaupt kein Recht hat. Praktisch spricht dagegen, dass die Zuverlässigkeit des Kronzeugen damit infrage gestellt wird. Er muss schließlich 'liefern', weil er sonst nicht belohnt wird. ... Die Chance ist groß, dass es zu keiner Verurteilung kommt und sich die Staatsanwaltschaft die Hände umsonst schmutzig gemacht hat."

De Volkskrant - Niederlande | 08.02.2012

Fehler des Euro nicht Griechen anlasten

Auch wenn EU-Kommissarin Neelie Kroes und der niederländische Premier Mark Rutte offen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone spekulieren, bleibt der Bankrott Griechenlands riskant, warnt die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "In den nördlichen Ländern wird die Euro-Krise als eine Frage der Haushaltsdisziplin dargestellt, aber ein Problemland wie Spanien hat sich immer ordentlich an die Regeln gehalten. Das fundamentale Problem der Euro-Zone ist der enorme Unterschied in der Produktivität zwischen nördlichen und südlichen Ländern. Griechenland ist ein Extremfall, aber auch Spanien und Portugal werden große Mühe haben, ihre Wirtschaft auf nordeuropäisches Niveau zu bringen. ... Dieser Konstruktionsfehler des Euro macht Nordeuropa mitverantwortlich für die Krise. Von Griechenland wird zurecht gefordert, rigoroser als bisher Ordnung zu schaffen. Aber man darf auch von Nordeuropa Solidarität erwarten. Den Preis der Krise darf man nicht einseitig den Griechen aufbürden."

De Volkskrant - Niederlande | 20.12.2011

Missbrauch: Bischöfe sollen zurücktreten

Die römisch-katholischen Bischöfe der Niederlande haben sich am Sonntag für den zehntausendfachen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen entschuldigt, persönliche Konsequenzen jedoch abgelehnt. Der Untersuchungskommission zufolge hat die Kirchenführung von den Missbrauchsfällen gewusst. Entschuldigungen reichen deshalb nicht aus, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Erzbischof Eijk kann nicht direkt für die Missstände verantwortlich gemacht werden, die die Kommission feststellte. Dennoch wäre ein Rücktritt eine Geste gegenüber den Opfern, ein greifbares Zeichen von Reue. Die Analogie zur Verantwortung von Ministern drängt sich auf. Minister reichen ihren Rücktritt ein, wenn unter ihrer Verantwortung etwas gründlich schief läuft, auch wenn sie persönlich keine Schuld trifft. Der Missbrauchsskandal ist ernst genug für eine solch symbolische Geste."

De Volkskrant - Niederlande | 10.11.2011

Auch Demenzkranke haben Recht auf Sterbehilfe

In den Niederlanden ist nach Medienberichten vom Mittwoch erstmals eine demenzkranke Frau durch aktive Sterbehilfe gestorben. Sie hatte vor der Erkrankung eine Patientenverfügung unterzeichnet, obwohl Sterbehilfe bei Menschen verboten ist, die ihren Willen nicht mehr äußern können. Diese Regel muss geändert werden, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant, aber äußerst umsichtig: "Natürlich darf man nicht leichtsinnig über das Beenden des Lebens eines Menschen reden, der abgesehen von der Demenz gesund ist. Es gibt sicher Risiken. Menschen können etwa von ihren Kindern unter Druck gesetzt werden. Es ist sogar denkbar, dass der Staat aktive Sterbehilfe stimulieren wird, um Kosten zu sparen. Daher muss auch diese Art der Sterbehilfe gut geregelt werden. ... Am Ende aber muss die Selbstbestimmung des Individuums am schwersten wiegen. Am Recht auf Leben von dementen Patienten darf man nie rütteln. Zugleich muss jeder Mensch die Wahl haben, um sich und seiner Umgebung das Leid einer solchen letzten Lebensphase zu ersparen."

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