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Havel, Václav


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


La Repubblica - Italien | 09.12.2010

Václav Havel und Desmond Tutu mahnen Menschenrechte in China an

Der chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo wird den Friedensnobelpreis am Freitag in Oslo nicht in Empfang nehmen können. Er wurde 2009 in China zu elf Jahren Haft verurteilt. Der frühere tschechische Präsident Václav Havel und der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Bischof Desmond Tutu fordern China in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica zur Achtung der Menschenrechte auf: "Wenn einerseits der wirtschaftliche und geopolitische Fortschritt Chinas der letzten 30 Jahre Grund zum Feiern ist, zeigen andererseits Chinas Hilfe für despotische Regime und die brutale Gewalt, mit der es jeden Dissens im Inland unterdrückt, die Notwendigkeit einer radikalen Reform - wenn China in der internationalen Gemeinschaft als eine wahre Führungsnation angesehen werden will. ... Auch wenn der diesjährige Preisträger Liu Xiaobo nur einer von 1,3 Milliarden Chinesen ist, steht seine Geschichte traurigerweise als Sinnbild für die Intoleranz der chinesischen Regierung gegen individuelle Meinungsäußerung. ... China hat nun die einmalige Gelegenheit, einen neuen Kurs einzuschlagen, der es dem Land erlaubt, wirklich zu einer in jeder Hinsicht angesehenen Führungsnation zu werden, wozu auch die Pflicht zum Schutz und zur Förderung der Menschenrechte gehört. ... Der erste Schritt muss die sofortige und bedingungslose Freilassung von Liu Xiaobo und seiner Frau Liu Xia sein."

Hospodářské noviny - Tschechien | 16.11.2009

Václav Havel über die Samtene Revolution und Tschechiens Zukunft

Am heutigen Dienstag jährt sich zum 20. Mal der Beginn der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei, mit der das kommunistische Regime gestürzt wurde. Der wichtigste Protagonist dieser Tage und spätere Präsident Václav Havel zieht in der Wirtschaftszeitung Hospodářské Noviny eine Bilanz: "Werden wir in den kommenden 20 Jahren weiter vorankommen? Ich glaube ja. ... Vor 20 Jahren habe ich gesagt, dass unser Land nicht blüht. Das könnte ich heute nicht sagen. Aber es blüht häufig sehr seltsam. ... Wir ziehen keine Lehren, wiederholen jene Fehler, die andere längst begangen haben. Wir wollen ein Spiel spielen, fürchten uns aber davor, Spielregeln aufzustellen. Der Anstand nimmt ab, es wird gestohlen, und wenn jemand sagt, dass man nicht stiehlt, wird er ausgelacht. Aber auch unsere Gesellschaft blickt nach vorn, wird sich schrittweise ändern. Und dazu brauchen wir zum Glück keine Revolution mehr. Im Jahre 2029 werden wir weiter sein. Wahrheit und Liebe müssen siegen über die Lüge und den Hass."

Lidové noviny - Tschechien | 12.11.2009

Václav Havel über Europa und Souveränität

Der frühere tschechische Präsident Václav Havel hat am Mittwoch vor dem Europäischen Parlament zum 20. Jahrestag der friedlichen Revolutionen in Mittel- und Osteuropa ein Plädoyer für mehr Integration gehalten. Seine Rede, die von der konservativen Tageszeitung Lidové Noviny dokumentiert wird, setzt sich vor allem mit den Ängsten seines Nachfolgers Václav Klaus auseinander: "Auf allen Ebenen unserer Identität haben wir ein gewisses Maß an Souveränität erreicht. Auf keiner Ebene aber können wir völlige Souveränität haben. ... Die Debatte um Lissabon kreiste um die Frage, in welchem Verhältnis nationalstaatliche und europäische Souveränität stehen sollten. Die Antwort ist klar: Sie sollten sich ergänzen. Wenn ich mich als Europäer fühle, höre ich ja nicht auf, Tscheche zu sein. Es ist eher umgekehrt: So wie ich Tscheche bin, bin ich auch Europäer. Etwas poetisch würde ich sagen, Europa ist die Heimat unserer [verschiedenen] Identitäten."

Hospodářské noviny - Tschechien | 14.05.2009

Václav Havel über die Gleichgültigkeit gegenüber Menschenrechten

Der frühere tschechische Präsident Václav Havel kritisiert in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung Hospodářské Noviny die Wahl der neuen Mitglieder des UN-Rats für Menschenrechte: "Für 18 freie Sessel kandidierten gerade mal 20 Länder. Damit wurde die Möglichkeit verhindert, die qualifiziertesten Menschenrechtsverteidiger zu wählen. ... Lateinamerika etwa, eine Region mit aufblühenden Demokratien, ermöglichte es Kuba, sich um seine neuerliche Mitgliedschaft zu bewerben. Die Asiaten segneten bedingungslos fünf Länder für ihre fünf Sitze ab, darunter China und Saudi Arabien. ... In Osteuropa kämpften Aserbaidschan und Russland um ihre Wiederwahl, zwei Länder mit einer zweifelhaften Menschenrechtsbilanz. ... Wie die Bürger Chinas, Kubas, Russlands und Saudi Arabiens weiß ich, wie man in einem Land lebt, in dem der Staat die öffentliche Diskussion kontrolliert, die Opposition unterdrückt und die Redefreiheit einschränkt. Deshalb ärgert es mich doppelt, wenn ich erlebe, dass die lateinamerikanischen und asiatischen Demokratien zulassen, dass der Rat weiter an Vertrauenswürdigkeit einbüßt."

Respekt - Tschechien | 24.10.2008

Václav Havel über den Fall Kundera

Der frühere tschechische Präsident Václav Havel äußert sich in einem Gastkommentar in der Zeitschrift Respekt zum Fall Kundera. Respekt hatte in Zusammenarbeit mit dem Prager Institut zur Aufarbeitung des Totalitarismus dem in Paris lebenden tschechischstämmigen Schriftsteller Milan Kundera vorgeworfen, 1950 als Student einen Westagenten an die stalinistischen Machthaber verraten zu haben. Kundera bestreitet das und fordert von Respekt eine Entschuldigung auf der Titelseite. Havel schreibt unter anderem: "Selbst wenn - was ich nicht glaube - Kundera tatsächlich bei der Polizei angezeigt haben sollte, dass sich da ein Spion verstecke, sollte man das in die damalige Zeit einordnen. Ein Mensch musste kein glühender fanatischer Kommunist sein, um so etwas im besten Glauben an eine bessere Welt zu tun. Es genügte, dass er nicht sicher war, ob ihm oder einem seiner Nächsten nicht eine Falle gestellt worden ist. ... Liebe junge Historiker, seid bei der Beurteilung der Geschichte vorsichtig. Anderenfalls richtet ihr in bester Absicht mehr Schaden als Nutzen an - wie eure (kommunistischen)Vorgänger. Milan, stehen Sie über den Dingen! Dem Menschen widerfahren in seinem Leben, wie Sie sicher wissen, schlimmere Dinge als Schmähungen in der Zeitung."

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