Bereichsmenü: Home
Home / Autorenindex
Herzinger, Richard
Die Texte von "Herzinger, Richard" als RSS-Feed abonnieren
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Richard Herzinger verzweifelt nicht an Gewalt im Nahen Osten
Der Nahe Osten kommt seit dem Erwachen der Freiheitsbewegung im vergangenen Jahr nicht zur Ruhe. Europas Demokratien haben rund 200 Jahre gebraucht, um sich zu stabilisieren, tröstet sich der Publizist Richard Herzinger in der konservativen Welt am Sonntag, denn es "lohnt die Vergegenwärtigung der Tatsache, dass revolutionäre Umwälzungen, wie sie jetzt den Nahen Osten erfasst haben, in aller Regel viele Jahrzehnte voller blutiger Wirren, schrecklicher Irrwege und grausamer Kriege in Anspruch genommen haben. Dabei war das zentrale Problem von Revolutionen stets, wie die in ihr entfesselte Gewalt eingefangen und institutionell begrenzt werden kann. Der amerikanischen Revolution gelang dies einigermaßen vorbildlich, die Französische Revolution lief erst einmal terroristisch aus dem Ruder - von der russischen nicht zu reden. Insgesamt hat es an die 200 Jahre gedauert, bis die Demokratie in der westlichen Welt umfassend etabliert war. Die Besinnung auf das Denken in langen Linien der Geschichte kann immerhin helfen, an den gegenwärtigen Schrecken im Nahen Osten nicht zu verzweifeln - und sich, statt Visionen von einer idealen demokratischen Zukunft nachzuhängen, auf die beharrliche Bekämpfung schlimmster Inhumanität zu konzentrieren."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Geschichte, » Menschenrechte, » Libyen, » Ägypten, » Syrien
Verrat an den Afghanen
Der vorzeitige Rückzug der US-Truppen aus Afghanistan ist ein Verrat an der afghanischen Bevölkerung und könnte langfristig noch mehr Probleme nach sich ziehen, kritisiert die konservative Tageszeitung Die Welt: "Verrat an den fortschrittsorientierten Teilen der afghanischen Bevölkerung, die man ein Jahrzehnt lang zum Aufbruch in Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung ermuntert hat. Nicht nur, weil ihre Auslieferung an die islamistischen Schlächter auf dem Gewissen der westlichen Welt lasten wird, kann der eilige Rückzug ihr nicht den ersehnten isolationistischen Seelenfrieden bescheren. Spätestens wenn - wie einst die 'Boatpeople', jene von den fluchtartig abziehenden US-Truppen preisgegebenen Südvietnamesen - Hunderttausende von Flüchtlingen Rettung bei den einstigen Schutzmächten suchen, wird man im Westen begreifen, dass sich die einmal übernommene Verantwortung für die Zukunft Afghanistans nicht einfach abschütteln lässt wie lästig gewordener Ballast. Die Flucht aus dem zähen Kleinkrieg am Hindukusch könnte sich schnell als erster Schritt in neue Konfliktkonstellationen weit größeren Ausmaßes erweisen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » USA, » Zentralasien
Peinlich für den Bremser Deutschland
Dass die Uno erst jetzt eine Flugverbotszone genehmigt hat, könnte sich rächen, meint die konservative Tageszeitung Die Welt und kritisiert besonders Berlin: "Als Bremser der aktionsbereiteren Amerikaner, Franzosen und Briten hat sich dabei in schändlicher Weise Deutschland hervorgetan. ... Was aber werden Merkel und Westerwelle tun, wenn Gaddafi an der Macht bleibt? Ihre Beziehungen zu dem vor aller Welt entblößten Mörderregime wieder 'normalisieren'? Höhnisch und mit frisch aufgewärmter 'antiimperialistischer' Rhetorik drohen Gaddafi und sein Sohn Saif dem Westen bereits Vergeltung an - und gönnen sich, peinlich für Berlin, die Süffisanz, Deutschland 'großmütig' von diesen Tiraden auszunehmen. ... Vor allem die deutsche Position markiert einen Rückfall auf den Bewusstseinsstand von 1992, als man einen frühzeitigen Eingriff auf dem Balkan scheute wie der Teufel das Weihwasser. Später musste das Versäumte durch zwei massive militärische Interventionen nachgeholt werden."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Deutschland, » Europa, » Libyen
Richard Herzinger über den Demokratie-Überdruss
Globalisierungsdynamiken haben autokratische Herrschaftsmuster gestärkt und zugleich ein antiautoritäres Bewusstsein bei den Bürgern geschaffen, meint Richard Herzinger in der konservativen Welt am Sonntag. Als aktuelles Beispiel dient ihm Italiens Premier Silvio Berlusconi: "In Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der zwecks Vertuschung von Skandalen den Geheimdienst auf unliebsame Journalisten ansetzt, scheint er bereits einen ambitionierten Nachfolger gefunden zu haben. ... Solchen Szenarien widerspricht freilich eine aktuelle Gegenströmung, die den Zug ins Autoritäre scheinbar konterkariert. Regelrechte Bürgerrevolten zeugen von einem neuen 'antiautoritären' Bewusstsein, das bis weit in die wohlsituierte gesellschaftliche Mitte hineinreicht. ... Die scheinbar gegenläufigen Tendenzen sind freilich untergründig miteinander verbunden: im Überdruss an den mühseligen Verfahrenswegen gewaltenteiliger Demokratie und der Sehnsucht nach dem unmittelbaren Zugriff zur Entscheidung. ... Durch die Dynamik der Globalisierung ist dieses Gefüge ins Wanken geraten. Seine Erschütterung droht neuen Spielarten der Willkürherrschaft Raum zu geben - ob sie nun 'von oben' oder 'von unten' durchgesetzt werden."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Ethik, » Gesellschaft, » Frankreich, » Italien, » Global
Russland muss sich Vergangenheit stellen
Siebzig Jahre nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs müsse Russland sich seiner Vergangenheit stellen, meint die konservative Tageszeitung Die Welt: "Russland ... hat in der Ära Putin seine geschichtspolitische Gangart gegenüber den ehemaligen sowjetischen Republiken und Satellitenstaaten in Europa ständig verschärft. Wer das ganze Ausmaß der Leiden jener Nationen benennt, die infolge des Hitler-Stalin-Pakts unter sowjetische Herrschaft gerieten, wird von der aktuellen russischen Führung die 'Gleichsetzung' von Nationalsozialismus und Stalinismus oder gar der 'faschistischen' Propaganda bezichtigt. So wartet auch Polen noch immer auf eine russische Entschuldigung für die sowjetische Annexion seines östlichen Landesteils einige Tage nach dem deutschen Überfall vom 1. September und für die darauf folgenden Gräueltaten gegen seine Eliten. Immerhin hat Wladimir Putin jetzt 'gute Gründe' eingeräumt, den Hitler-Stalin-Pakt zu verurteilen, und die Ermordung von 15.000 polnischen Offizieren in Katyń durch die Sowjets nicht bestritten. Einen wirklichen 'neuen Pragmatismus' zwischen Polen und Russland, den Putin fordert, kann es aber nur geben, wenn die russische Führung das ganze Ausmaß der Untaten der Sowjetunion und ihrer zeitweisen Komplizenschaft mit Hitler nicht mehr tabuisiert."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Geschichte, » Erinnerungskultur, » Deutschland, » Polen, » Russland, » Europa, » Global