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Ioanid, Doina


In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Observator Cultural - Rumänien | 16.09.2009

Doina Ioanid über die schweigende Zivilgesellschaft in Rumänien

In der Wochenzeitung Observator Cultural beklagt Doina Ioanid das Fehlen einer aktiven Zivilgesellschaft in Rumänien, besonders, weil die Politiker die tatsächlichen Probleme ignorierten: "Die Zivilgesellschaft schweigt. Nach so vielen Jahren, in denen die Rumänen die Staatsmacht akzeptiert haben, haben sie jetzt keine Stimme und keine Haltung mehr. Mehr noch, man hat vergessen, ein Bürger zu sein und die Burg zu verteidigen. Stattdessen hat man sich mit dem Recht zufrieden gegeben, verloren in den Fernseher zu blicken. Um konkret zu sein, ein Bürger zu sein setzt voraus, dass man Verantwortung trägt und eine Einstellung zu dem, was um einen herum passiert. Passivität und ein Mangel an Einmischung ist das Schlimmste für einen neuen Staat wie den unseren. Sicher, es gibt Verbände, Stiftungen und NGOs; aber es sind wenige, und sie sind schwach. Es gäbe noch die Intellektuellen als Meinungsbildner. Doch ihr Erscheinen taugt nicht, um sich von all dem, was schlecht läuft oder die Bürgerrechte verletzt, zu distanzieren, es zu kritisieren und zu sanktionieren. ... Zwanzig Jahre nach dem Sturz des Kommunismus haben die Rumänen vergessen, Stellung zu beziehen. Sie haben vergessen, dass Rechte und Verantwortung Hand in Hand gehen. Sie geben sich damit zufrieden, ohnmächtig und schläfrig dem verworrenen Handeln der Politiker zu assistieren. Vielleicht ist es an der Zeit, aufzuwachen."

Observator Cultural - Rumänien | 22.08.2008

Umdenken in Rumänien

Nach dem jüngsten Eklat um die Teilnahme von zwei ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern an der Sommerschule des Rumänischen Kulturinstituts (ICR) in Berlin fordert die Kulturzeitschrift Observatorul Cultural ein Umdenken: "Um die offizielle Verurteilung des Kommunismus wurde viel Aufhebens gemacht. ... Es wird viel geredet, aber sehr wenig getan, die Gewässer bleiben weiterhin trüb. ... Der Skandal um die Verpflichtung von Sorin Antohi und Andrei Corbea-Hoişie für die Sommerschule des ICR Berlin stellt die Schwierigkeiten der Rumänen beim Umgang mit der jüngeren Geschichte wieder unter Beweis. ... Hätte das ICR nicht andere Vertreter auswählen können, die bei den rumäniendeutschen Schriftstellern im Ausland nicht auf bestürzte Ablehnung stoßen? Wenn nicht, stehen wir vor einem Problem: Es gibt in Rumänien keine echten, sowohl beruflich als auch moralisch einwandfreien Intellektuellen mehr. In diesem Fall gilt es, ernsthaft über die Rekonstruktion der von der kommunistischen Umerziehung zerstörten Eliten nachzudenken."

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