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Jessen, Jens


In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Zeit - Deutschland | 30.10.2008

Jens Jessen über die Assoziation von Kapitalismus und Judentum

Nach dem Fauxpas des Münchner Wirtschaftswissenschaftlers Hans-Werner Sinn, der die Kritik an den Bankmanagern mit der Judenhetze nach der Weltwirtschaftskrise 1929 verglich, bittet Jens Jessen die Deutschen in der Wochenzeitung Die Zeit, das Thema endlich zu begraben: "Denn es war ja gerade die paranoide Gleichsetzung von Juden mit dem Kapitalismus und seinen Krisen, die erst der nationalsozialistischen Propaganda ihre Schubkraft verlieh. Antisemitismus, das hat schon einmal August Bebel im 19. Jahrhundert gesagt, ist der Antikapitalismus der Dummen. Die Verbindung wird aber nicht intelligenter und gewinnt auch nicht an Unschuld, wenn man den Satz ideologiekritisch umdreht und etwa folgert, dass Antikapitalismus, wann immer er sich äußert, stets etwas Antisemitisches mit sich trage. ... Liebe Deutsche! Verehrte Volkswirte! Macht mit dem Kapitalismus, was Ihr wollt, lobt ihn, kritisiert ihn, erwürgt oder füttert ihn – aber lasst die Juden heraus! ... Es muss möglich sein, über ein Wirtschaftssystem zu debattieren, ohne im Hintergrund – und sei es zu apologetischen Zwecken! – auf die Juden zu zeigen."

Die Zeit - Deutschland | 23.10.2008

Kultur in Zeiten der Finanzkrise

Die Wochenzeitung Die Zeit freut sich mit Blick auf die Finanzkrise über die Befreiung der Kunst von der Wirtschaft. "Mag sein, dass die Bankenkrise dem einen oder anderen Kulturprojekt den Garaus machen wird. Werbegelder, die den Umweg über die Kultur suchten, könnten knapp werden. Aber die Kultur selbst, die Künste und Wissenschaften im engeren Sinne werden von der Krise profitieren. Sie stehen auf einmal von den Zudringlichkeiten der Ökonomie befreit, in ihrer ursprünglichen Hoheit da und müssen es nicht mehr leiden, dass die häppchenverschmierten Finger der Partygäste aus der Wirtschaft ihren nackten Leib beflecken. ... Gewiss wird es immer schmerzen, wenn ein Buch sich nicht verkauft; aber man wird nicht mehr die Ladenkasse zum Gradmesser der Qualität erklären. ... Es wird im Gegenteil die Attraktivität der Künste und der Forschung gewaltig steigern, dass ihre Qualitäten durch keine Wirtschaftskrise zu ruinieren sind. Erkenntnis und Schönheit unterliegen nicht dem Gesetz von Angebot und Nachfrage: Eine Wahrheit bleibt wahr, auch wenn sie zur Handelsware nicht taugt oder sogar außer Verkehr gerät. ... So hat sich das Blatt gewendet: Nicht die Kunst muss von der Wirtschaft, sondern die Wirtschaft von der Kunst lernen."

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