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Joffe, Josef


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Zeit - Deutschland | 11.12.2008

Deutschland ist isoliert

Deutschland solle einen größeren Beitrag zum europäischen Konjunkturprogramm leisten und so aus seiner isolierten Position innerhalb der EU herauskommen, meint die Wochenzeitung Die Zeit. "Merkel und Steinbrück erzählen allen, die es nicht hören wollten, dass deutsche Extraausgaben im Ausland 'verpuffen' würden. Mag sein, aber erstens ist das 'Ausland' hauptsächlich die EU, also eine Art 'Inland', und zweitens ziemt es einer Wirtschaftssupermacht (Nummer eins in Europa, Nummer drei in der Welt) nicht, wie ein Zukurzgekommener zu reden. Niemand profitiert mehr von Europa als der Exportweltmeister; deshalb dürfen die Deutschen ruhig etwas mehr in Europa investieren als die Kleineren. ... Ein Vorwurf bleibt: Diese Krise ist die Stunde der Großen. Die beiden Zweitgrößten England und Frankreich haben die Chance ergriffen, die Nummer eins hat sie wie in einem Blackout fallen lassen. War sie machtvergessen? Nennen wir es lieber pflichtvergessen."

Die Zeit - Deutschland | 19.06.2008

Der Terrorismus frisst sich selbst

Josef Joffe, Herausgeber der Wochenzeitung Die Zeit, kommentiert den Niedergang des internationalen Terrorismus: "Wie geht es eigentlich dem Terrorismus? Gar nicht so gut, meldet eine neue Studie der kanadischen Simon-Fraser-Universität, und der sorgfältig untermauerte Nachweis könnte, welch Ironie, Hardliner wie Liberale erfreuen. Die Staatsschützer, weil der 'global war on terror' offensichtlich Früchte trägt, und die Bürgerrechtler, weil diese 56 Seiten unaufgeregte Argumente gegen die anschwellende Flut der Sicherheitsgesetze liefern. ... Doch der ... entscheidende Faktor war der Terror als des Terrors schlimmster Feind. AQI [Al Qaida im Irak], diese fremdbestimmte Sunni-Truppe, folterte und ermordete inzwischen nicht nur 'abtrünnige' Schiiten, sondern auch die eigenen Leute. 2007 kam die Quittung. In einer Umfrage nannten 100 (!) Prozent - Schiiten wie Sunniten - den Terror gegen Zivilisten 'unannehmbar'. ... Fazit der Studie: Je mehr Terror, desto weniger Sympathisanten. ... Unsere Staatsschützer sollten die Simon-Fraser-Studie lesen, weil sie zu weniger Angst und mehr Zuversicht rät. Und zwischen den Zeilen zu weniger Schaffenslust beim Austüfteln immer neuer Sicherheitsgesetze und Überwachungsapparate."

Die Zeit - Deutschland | 05.06.2008

Obama ist kein Erlöser

"Wir Westeuropäer wünschen uns nichts sehnlicher als Barack Obama an der Spitze der USA. Doch er wäre Präsident einer sehr starken Supermacht, und die sorgt immer für Ärger", sagt Josef Joffe, Herausgeber der Wochenzeitung Die Zeit. "Obama [ist] kein Erlöser. Amerika, schreibt er in [seiner Programmschrift] 'Hoffnung wagen', müsse ... 'unilateral' gegen jene vorgehen können, 'die sich darauf vorbereiten, amerikanische Ziele anzugreifen'. ... Klingt irgendwie Bush-mäßig - oder schlimmer, weil Obama sogar in Pakistan gegen Al-Qaida zuschlagen würde. ... Bei Obama aber kämen zwei Extraminuspunkte hinzu. Seine Partei spielt mit dem Feuer des Protektionismus gegen Waren wie Menschen; deshalb sind Asien und Lateinamerika so skeptisch gegenüber dem Demokraten. Dann Obamas Idealismus, der eine hübsche Projektionsfläche für die Europäer abgibt. Zu dem gehört die hochfliegende Menschenrechtspolitik. ... Obama steht fest in dieser Tradition; von McCain, dem geläuterten Republikaner, ist mehr Real- als Idealpolitik zu erwarten."

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