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Kocina, Erich


In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Presse - Österreich | 15.12.2011

Politische Bildung gehört nicht an Stammtisch

Das österreichische Institut für Jugendkulturforschung hat am Mittwoch die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, wonach fast die Hälfte von 400 befragten jungen Wienern rassistische und antisemitische Überzeugungen vertritt. Die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse sieht darin ein fatales Erbe der Elterngeneration: "Kann man Jugendliche eigentlich als ewiggestrig bezeichnen, wenn sie das Gestern gar nicht miterlebt haben? Ja, kann man. ... Der offene Antisemitismus und die noch viel deutlicher ausgeprägte Türkenfeindlichkeit, die eine aktuelle Studie des Instituts für Jugendkulturforschung aus dem jugendlichen Zeitgeist geschürft hat, sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Jungen die Stupidität der politischen Diskussionen ihrer Elterngeneration, die sich im Nachbrüllen von Parolen erschöpft, nahtlos übernommen haben. Die Konsequenz kann nur sein: Politische Bildung muss ein Pflichtfach werden. Auch in Pflichtschulen. Denn es kann nicht sein, dass für die politische Bildung der Jugend der Stammtisch zuständig ist - für den im Nationalsozialismus 'nicht alles schlecht' war."

Die Presse - Österreich | 09.11.2009

Impffieber steigt

Wegen der Schweinegrippe ist nun die erste Wiener Schule geschlossen worden. Psychologisch ist das günstig, schreibt die Tageszeitung Die Presse, um die Menschen, die sich bisher kaum impfen ließen, dazu zu bewegen: "Wozu impfen, wenn es nicht einmal der Großteil der Ärzte, ja nicht einmal der Gesundheitsminister selbst für nötig hält. Da können die Impfmuffel noch so oft beteuern, dass sie keiner Risikogruppe angehören. Natürlich, denn mit Logik ist bei diesem emotionalen Thema nicht viel zu gewinnen - ähnlich wie beim Spekulieren mit Aktien, denn auch hier spielt vor allem Psychologie eine tragende Rolle. Und gerade in Zeiten großer Verunsicherung genügen schon kleine Impulse, um Massen in Bewegung zu setzen - Aktienpakete in der Wirtschaft, besorgte Eltern im Fall der Schweinegrippe. Ohne jetzt den Bereich der Verschwörungstheorie zu betreten - einen besseren Schachzug als die Schulschließung hätte sich auch ein Stratege der Pharmaindustrie kaum ausdenken können."

Die Presse - Österreich | 13.02.2009

Die Republik schaut nicht mehr weg

Das Unterrichtsverbot für einen Islamlehrer in Österreich ist ein Paradigmenwechsel, schreibt Die Presse: "Ein Bruch mit einer Praxis, der allerdings voll und ganz auf dem Boden der Verfassung stattfindet - und sich auch explizit auf sie beruft. … Voilà, so einfach kann das gehen. … Was bedeutet dieser Paradigmenwechsel im Umgang des Staates mit dem Religionsunterricht? Nun, die Folgen könnten weitreichend sein. Denn ein (juristisch unterfüttertes) Machtwort aus dem Ministerium ist deutlich mehr wert als eine zahnlose Ermahnung vom Stadtschulrat, die in den jeweiligen Religionsgemeinden maximal empfehlenden Charakter hat. Stadtschulrat und Islamische Glaubensgemeinschaft gehen von einem Einzelfall aus. Doch mit einem Blick auf die jüngste Studie über Islamlehrer, der zufolge jeder Fünfte die Demokratie als mit dem Islam unvereinbar sieht, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass das Ministerium das eine oder andere weitere Mal wird einschreiten müssen."

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