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Lavazza, Andrea


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Avvenire - Italien | 11.04.2012

Breivik menschlich behandeln

Ein neues psychiatrisches Gutachten hat den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik am Dienstag als voll zurechnungsfähig eingestuft und damit einem früheren Gutachten widersprochen. Grausame Verbrechen sind immer haarscharf an der Grenze des hellen Wahns, weshalb kein Gutachten eine definitive Antwort geben kann, meint die katholische Tageszeitung Avvenire vor dem Prozessauftakt gegen Breivik am 16. April: "Kann jemand, der so unmenschliche und verurteilenswerte Verbrechen begeht, wirklich für zurechnungsfähig erklärt werden? … Niemand empfindet Mitleid mit Breivik. Seine Attentate erscheinen uns zu perfekt geplant, seine irrsinnigen Motive zu klar überlegt. … Doch sagt uns die Menschlichkeit, dass es nicht gerecht ist, jemanden zu verurteilen, der nicht im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte und somit verantwortlich für sein Handeln ist. Es ist eine Gratwanderung, bei der letztendlich immer äußere Umstände den Ausschlag geben. Dennoch dürfen wir das Prinzip der Menschlichkeit nicht außer Acht lassen."

Avvenire - Italien | 23.06.2011

London und Paris brauchen den Krieg

Der Widerstand Großbritanniens und Frankreichs gegen die italienische Forderung nach einem Waffenstillstand hängt mit wahltaktischen Überlegungen und Wirtschaftsinteressen der beiden Länder zusammen, vermutet die katholische Tageszeitung Avvenire: "Trotz der massiven Bombenangriffe ist man militärisch an einem toten Punkt angelangt. ... Deshalb muss nun der diplomatische Weg weiterverfolgt werden. Die Schaffung von Korridoren, um der unter diesem Konflikt leidenden Bevölkerung zu helfen, kann allerdings nicht ohne die Zustimmung Gaddafis erfolgen, der der einzige Verantwortliche für den aktuellen Kriegsverlauf ist. ... Das klare Nein zum italienischen Vorschlag verdeutlicht die Weigerung von Paris und London einzusehen, dass die bisherige Strategie die erhofften (und angekündigten) Ziele verfehlt hat. Zugleich lässt die Ablehnung den Verdacht aufkommen, dass sich hinter dem Aktivismus von Sarkozy und Cameron innenpolitisches Wahlkalkül und energiewirtschaftliche Ziele verbergen."

Avvenire - Italien | 27.04.2011

Kompromiss mit Gaddafi ausgeschlossen

Die italienische Luftwaffe beteiligt sich nun doch aktiv am libyschen Bürgerkrieg. Zum Schutz der Zivilbevölkerung dürften militärische Ziele angegriffen werden, bestätigte Premier Silvio Berlusconi am Dienstag in Rom. Die katholische Tageszeitung Avvenire sieht den Einsatz kritisch: "Das Unbehagen und die Sorge über die Eskalation in Libyen sind gerechtfertigt. Es scheint, dass die Möglichkeiten für eine diplomatische Lösung der Krise nicht ernsthaft ausgelotet wurden. ... Doch werden die Bombenangriffe eine Lösung bringen? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass sie Menschenleben kosten werden, denn auch Opfer in Uniform sind verlorene Menschenleben. Und sie werden einen politischen Preis haben, denn jeder Kompromiss mit dem libyschen Machthaber ist von nun an ausgeschlossen. Es drohen ein langer Krieg am Ufer des Mittelmeers, eine Teilung Libyens, ein Exodus nach Europa und mögliche Engpässe bei der Energieversorgung."

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