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Martonyi, János


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Figyelő - Ungarn | 01.08.2008

Mitteleuropa und die EU

Der ehemalige ungarische Außenminister János Martonyi reflektiert im Nachrichtenmagazin Figyelő über die Beziehung der Region Mitteleuropa zur Europäischen Union: "Im Hinblick auf Mitteleuropa gab es in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem Erfolge zu beobachten. Die spirituelle Essenz Mitteleuropas und die auf ihr basierende kulturelle und geistige Gemeinschaft, die im Verlauf von Jahrhunderten entstanden ist und die von der mitteleuropäischen Intelligenz auch in Krisenzeiten hochgehalten wurde, gerannen zu einer wirtschaftlichen und politischen Realität, indem sie in ein Gefüge von Kooperationen einflossen [Visegrád, CEFTA]. Schließlich wurde die Region erfolgreich in die Europäische Union eingebettet. ... Entgegen anders lautender Meinungen funktionieren die demokratischen Systeme in den mitteleuropäischen Ländern nicht viel schlechter als in Westeuropa. Die westliche Presse scheint davon aber kaum Notiz zu nehmen; die Berichterstattung über die Region stellt häufig die politischen Extreme in den Mittelpunkt. Dabei gibt es in keinem einzigen mitteleuropäischen Land eine rechtsradikale Partei oder Bewegung, die eine ähnlich große Unterstützung genießt wie viele rechtsextreme Kräfte in Westeuropa. ... Die mitteleuropäischen Länder müssen erkennen, dass es in ihrem vitalen Interesse liegt, die europäische Integration erfolgreich voranzutreiben. Sollte die europäische Integration nämlich in Probleme geraten, wäre dies für die Welt, für Europa, aber allen voran für Mitteleuropa ein großer Verlust."

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