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Muşat, Carmen


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Observator Cultural - Rumänien | 17.12.2010

Rumänische TV-Sendung zeigt ethischen Bankrott

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Rumänien hat sich für eine Sendung entschuldigt, nachdem zuvor 60 Intellektuelle dagegen protestiert hatten. Ein bekannter Journalist hatte in der besagten Sendung den Politiker Corneliu Zelea Codreanu, dessen antisemitische Gruppierung während des Zweiten Weltkriegs Tausende Juden tötete, als Mann guten Glaubens bezeichnet. Auch die Wochenzeitung Observator Cultural empört sich über die Fernsehsendung: "Nicht ein Wort über Zelea Codreanus Ultranationalismus, über seinen radikalen Antisemitismus. ... Angesichts der im 20. Jahrhundert im Namen der faschistischen Ideologie verübten Gräueltaten ist eine solche Argumentation heutzutage gefährlich und unverantwortlich. ... Heutige Unterstützer ... wissen sehr wohl, wohin ein ideologischer Diskurs führt, der auf die Ablehnung des Anderen, des Fremden gerichtet ist; der immer an allem schuld ist, was wirtschaftlich, politisch, sozial oder kulturell unerfüllt bleibt. Dieses Gefühl verschärft sich in Krisenzeiten noch. ... In der Würdigung von Codreanu sieht man indirekt den ethischen Bankrott der postkommunistischen Gesellschaft und deren Unterstützer."

Élet és Irodalom - Ungarn | 26.11.2010

Carmen Muşat über die Pathologie des posttotalitären Erinnerns

Die Trittbrettfahrer in der kommunistischen Diktatur unter Nicolae Ceaușescu haben sich in den vergangenen 20 Jahren alternative Identitäten zugelegt, aber nur an der Oberfläche, meint die Essayistin und Chefredakteurin der rumänischen Wochenzeitung Observator cultural, Carmen Muşat, in der Balkan-Beilage der liberalen Wochenzeitung Élet és Irodalom: "Der vor kurzem verstorbene Dichter Adrian Păunescu und der ehemalige Lyriker und jetzige Politiker Corneliu Vadim Tudor etwa haben sich erfolgreich eine alternative Identität geschaffen. So vermochten sie nicht nur ungemütliche Assoziationen und kompromittierende 'Details', sondern auch die Erinnerung an ihre skrupellos verübten Verbrechen und ihren Opportunismus gegenüber dem kommunistischen Regime zu umgehen. Sie sind beredte Illustrationen einer lückenhaften Identität. Ihnen kam dabei nicht nur die Bruchstückhaftigkeit der kollektiven Erinnerung und die Apathie der Zivilgesellschaft zugute. Sie haben auch die Massenmedien, zumal das Fernsehen, geschickt ausgenutzt. ... Hinter dieser Fassade blieb ihre wahre Identität verborgen. ... Das Versäumnis der Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit ist ein Zeichen für die Verantwortungslosigkeit, wenn nicht gar die schwere Krankheit unserer Gesellschaft."

Observator Cultural - Rumänien | 07.07.2009

Carmen Musat über die Verurteilung der kommunistischen Vergangenheit

Carmen Musat, Chefredakteurin der Wochenzeitung Observator Cultural, beschäftigt sich mit der Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Dabei greift sie die Frage "Wie können wir uns der Vergangenheit stellen?" des polnischen Journalisten Adam Michnik auf: "Eigentlich hatten wir nach dem Sturz des Kommunismus den Mut entdeckt, [den langjährigen kommunistischen Staatschef Nicolae] Ceauşescu und seine kriminelle Ideologie zu kritisieren. Doch behalten wir uns heute das Recht vor, die Missbräuche des aktuellen Präsidenten, Vetternwirtschaft und Korruption auf höchstem Niveau zu ignorieren und darüber zu schweigen. ... Wir reden jetzt mit lauter Stimme über den Ceauşescu-Clan und über die Beförderung des kommunistischen Präsidentensohnes in die Reihen der kommunistischen Politiker, doch wir schweigen philosophisch, wenn diese Mentalität vor unseren Augen wieder auflebt. Die unmittelbare Realität ist mit Sicherheit lächerlich, doch um das Schweigen in der goldenen Epoche [Ceauşescu-Zeit] wieder gut zu machen, ist es nötig, dass wir auf die Missbräuche der aktuellen Macht reagieren, denn die Vergangenheit kann nicht nur rhetorisch verurteilt werden."

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