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Oprea, Marius


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Observator Cultural - Rumänien | 18.09.2008

Marius Oprea über den "scheintoten rumänischen Kommunismus"

Der Historiker Marius Oprea erklärt in der Wochenzeitung Observatorul Cultural, warum in seinem Land Rumänien die Vergangenheit noch so lebendig ist: "Für die Tatbestände, die sie in der Vergangenheit begangen haben, für ihre Verbrechen oder Missbräuche ist bisher nicht ein einziger Offizier der Securitate, der früheren kommunistische Geheimpolizei, verurteilt worden, nicht ein Parteiaktivist hatte sich bislang vor Gericht zu verantworten oder seinen Rang als Würdenträger verloren. Ich muss heute eine unerbittliche Diagnose liefern. … Die Schuldigen kassieren heute in aller Seelenruhe ihre Renten ab, welche natürlich weitaus höher sind als die ihrer Opfer. Selbst die Toten haben ein Grab auf dem Militärfriedhof oder auf dem Ehrenfriedhof – je nach Dienstgrad – und bis dahin werden sie in den Kliniken des Innenministeriums fürsorglich gepflegt. …Die fehlende Distanz hat Rumänien in die Arme jener getrieben, die nostalgisch zum Kommunismus blicken. Und dies sind mit Sicherheit mehr als die früheren Parteiaktivisten und Securisten in den Dezembertagen 1989 zu hoffen gewagt haben. … Die einzigen wirklichen Reformen sind die Pressefreiheit und der politische Pluralismus, doch auch sie werden durch die Omnipräsenz von einer postkommunistischen, gut organisierten Mafia unterwandert, die weite Teile der Medien und der Politiker kontrolliert, egal welcher Partei sie angehören. In Rumänien ist der Kommunismus nicht verschwunden, er hat sich lediglich privatisiert. Sein Tod, sein angeblicher Selbstmord 1989 war eigentlich nur ein Scheintod. Sein Gehirn, sein Diktator, seine Ideologie sind gestorben, doch seine Zellen sind noch lebendig."

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