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Piller, Tobias
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Italiener brauchen Alarmsignale
Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit kann die dringend nötige Sanierung Italiens erzwingen, meint die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung, denn allein sei es dazu nicht in der Lage: "Die öffentliche Verwaltung ist unproduktiv, die Kompetenzverteilung zwischen den Institutionen ein Chaos; die Gewerkschaften beharren auf alten Privilegien; Kleinunternehmen wollen aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht über die Schwelle von 15 Mitarbeitern wachsen. Der Justiz hat Notenbankgouverneur Draghi vorgerechnet, dass sie alleine mit mehr Effizienz ein Prozent mehr Wachstum im Jahr beisteuern könnte. ... Berlusconi fehlt die Glaubwürdigkeit; die größte Oppositionspartei rückt gerade weiter nach links, weg von jedem Spar- und Reformprogramm; das Zentrum bietet nur Rhetorik ohne Inhalte an. Kein Politiker will wahrhaben, dass es die prekäre Lage Italiens ist, die aus einer Krise kleiner Staaten an der Peripherie eine Vertrauenskrise ganz Europas hat entstehen lassen. Weiterhelfen können daher nur Warn- und Alarmsignale. Ohne Druck von außen kommt Italien nicht voran."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Finanzpolitik, » Wirtschaftspolitik, » Italien
Politiker haben nicht gehandelt
Nach dem Beben in den Abruzzen zieht die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Politik zur Rechenschaft: "Viele Häuser sind ohne Genehmigung gebaut oder auf illegale Weise erweitert worden. Die Regierungen, die dafür schließlich eine Amnestie erlassen haben, zuletzt unter Silvio Berlusconi in den Jahren 1994 und 2001, konnten sich besonderer Beliebtheit erfreuen. Doch wegen der Amnestien wurden nie die technischen Eigenschaften der Häuser kontrolliert. Es genügte, wenn die Bauherren ihre Ablassgebühr an das Finanzamt überwiesen. … Der Minister für Transport und Infrastruktur hat unterdessen mitgeteilt, das Erdbeben in L'Aquila habe allein an öffentlichen Bauten Schäden von umgerechnet mehr als 1,3 Milliarden Euro verursacht. Dabei hat Italiens oberster Katastrophenschützer Guido Bertolaso den Politikern schon seit Jahren vorgerechnet, dass es auf lange Sicht viel billiger komme, den Katastrophen vorzubeugen, als jedes Mal den Schaden zu beseitigen. Bisher hat er aber weder die Italiener noch ihre Politiker zum Handel bewegen können."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Architektur / Städte, » Italien
Das Versagen der FAO
Die Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentiert die fehlende Strategie der Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO): "Der Generaldirektor der FAO, Jacques Diouf, hat ... begonnen, die Botschaft 'seines' Ernährungsgipfels auf Altbekanntes zu reduzieren: Er warnt vor wachsender Hungergefahr in der Welt. Und er fordert mehr Geld für die Entwicklungsländer. Doch dieser Botschaft fehlt nicht nur die konstruktive Perspektive, sondern die Glaubwürdigkeit. ... So stehen die exzellenten Fachkenntnisse von FAO-Experten im Kontrast zum Versagen der politischen Spitze. ... Kein Wunder, dass es bisher nicht gelang, das Profil der FAO zu schärfen, obwohl die Organisation die Fähigkeit besitzt, in größeren Zusammenhängen zu denken. ... Den besten Beitrag zur Welternährung würde Jacques Diouf deshalb leisten, wenn er Platz machen würde für einen Neuanfang in der FAO."
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Neapels Müllproblem
Tobias Piller beschreibt, wie sich die Müllkrise in Neapel über viele Jahre entwickelt hat. Immer mehr Neapolitaner haben den Müllnotstand zum Beruf gemacht. "Zum Meisterwerk gerieten dem Regionalpräsidenten Antonio Bassolino und seinem Vorgänger Andrea Losco aber die Bemühungen um die Einführung eines Trennmüllsystems für Neapel und Umgebung: Ohne offizielles Bewerbungsverfahren und damit auf Zuruf der Mächtigen wurden 2000 rund 2400 Müllmänner für das Einsammeln von Trennmüll eingestellt und für 65 Millionen Euro Maschinen und Lastwagen gekauft. Die Lastwagen sind verschwunden. Die Müllmänner geben offen zu, dass sie zwar seit 2000 Gehalt beziehen, aber noch kein einziges Kilo Trennmüll eingesammelt haben... Das ist das Gute am Notstand für die Strippenzieher: Wenn angeblich schnell gehandelt werden muss, wird es viel leichter, ohne transparente Ausschreibung Geschäftsfreunde und Parteigänger zu begünstigen."
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