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Reeves, Richard
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Eine Frage des Charakters
In einem Essay im Monatsmagazin Prospect reflektiert der Direktor der Denkfabrik Demos, Richard Reeves, über "guten Charakter", ein Thema, das auch in der britischen Politik zunehmend an Bedeutung gewinnt. "Denker und Politiker quer über das politische Spektrum versuchen nun, die 'Charakter-Diskussion' wiederzubeleben. ... Der Charakter bildet sich heraus, er ist nicht angeboren. ... Die politische Rechte argumentierte stets, dass Armut durch Charakterschwäche verursacht wird; die Linke erkennt jetzt, dass es genau andersherum sein kann. ... [Die Frage des] Charakters hat eine aktuelle Relevanz. Eine bedeutende Zahl von drängenden sozialen Problemen wie Fettsucht, Sozialreform, Renten, öffentliche Störung, Bildungsversagen, soziale Immobilität sind alle zum Teil Fragen des Charakters. Es ist ein heimtückisches politisches Terrain, aber eines, in dem Regierungen zunehmend verwickelt sind. Jeder, der daran interessiert ist, eine erfolgreiche liberale Gesellschaft zu schaffen, ist auch an Charakterfragen interessiert. ... Gute Gesellschaften brauchen gute Menschen."
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House of Lords ohne Macht?
Bei der Reform der britischen Demokratie werde der falsche Weg eingeschlagen, meint der Schriftsteller Richard Reeves. "Statt das Oberhaus zu modernisieren, sollte Gordon Brown lieber das Unterhaus stärken. Leider fühlen sich unsere wichtigsten Parteien dem Zweikammernsystem verpflichtet. Norwegen will sein Oberhaus im nächsten Jahr abschaffen, aber keine britische politische Partei bezweifelt, dass wir eins brauchen... Die Lords demokratischer zu machen, scheint oberflächlich betrachtet eine fortschrittliche Position zu sein. In Wirklichkeit lässt es nur einen Mangel an Vertrauen in die Demokratie durchscheinen... Wahrscheinlich müssen wir die Lords ebensowenig abschaffen wie die Monarchie. Das Oberhaus könnte nur als gesetzgebende Kraft verschwinden, wenn man ihm nach und nach die Macht zur Verzögerung nimmt. Das würde dazu führen, dass das House of Lords - wie die Königin - eher ein schmückender Teil der Verfassung wäre, statt tatsächlich an der Gesetzgebung beteiligt zu sein."
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Richard Reeves über schlechte Angewohnheiten
"Sollte uns der Staat zu gesundem Essen, gemäßigten Trinken und anständigen Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln zwingen oder sollen wir die Menschen in Ruhe lassen, solange andere nicht zu Schaden kommen?", fragt Richard Reeves. "Früher waren Politiker vorsichtig und vermieden den Anschein, sie wollten unser Verhalten beurteilen. Aber jetzt werden sie immer expliziter, denn der Einfluss von 'Brits Behaving Badly' ['Briten mit schlechtem Benehmen', Anspielung auf eine britische Fernsehserie] macht sich immer mehr bemerkbar... Die Positionen von Regierung und Opposition sind nicht konsequent. Beide stecken in der Zwickmühle zwischen paternalistischer Bevormundung und Liberalität... Der menschliche Hang zur Nachahmung ist sehr mächtig, deshalb sind sowohl gutes als auch schlechtes Verhalten normal, und beidem ist sehr schlecht beizukommen ... Die Konservativen haben recht, wenn sie sagen, dass Selbstdisziplin - oder Charakter - lebensnotwendig ist. Eine gute Gesellschaft ohne gute Menschen gibt es nicht. Aber die Linke hebt - ebenso zutreffend - die Bedeutung des Gemeinschaftslebens und der Institutionen für die Entwicklung von Verhaltensweisen heraus."
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