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Rossi, Guido


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Il Sole 24 Ore - Italien | 03.10.2011

Guido Rossi warnt vor Lobby-Arbeit von Facebook und Co

Der Internet-Konzern Facebook will mit der Gründung einer Stiftung im US-Wahlkampf mitmischen. Das Facebook Political Action Committee soll Wahlkampf-Spenden an Politiker verteilen, die "den Wert von Innovationen" erkennen. Der Jurist Guido Rossi warnt in der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore vor mehr Einflussnahme des Internet-Branche: "Das Web betritt definitiv das Spielfeld und dringt in die politische Sphäre vor. Noch ist das Ausmaß der Verheerungen nicht absehbar, die Gefahren für die Demokratien jedoch unbestreitbar. Diese Technologie hat eines der ältesten und unveräußerlichen Rechte zersplittert, nämlich den geistigen Besitz, vom Urheberrecht über das Patent bis zum Rechtsschutz der Privatsphäre. Dass heute dieselben technologischen Gesellschaften den Anspruch stellen dürfen, die politische und wirtschaftliche Zukunft zu bestimmen, ist beängstigend. ... Die Warnung vor einem unkritischen Gebrauch eines Mediums, der zur Verrohung der kulturellen und gesellschaftlichen Identität des Menschen führt, scheint ad acta gelegt. War es bisher die Justiz, die das Internet zu disziplinieren suchte, wird fortan das Web der Welt seinen Willen aufzwingen und sie beherrschen."

Il Sole 24 Ore - Italien | 25.09.2011

Guido Rossi über Todesstrafe, Gier und Grundrechte

Die Hinrichtung von Troy Davis in den USA am 22. September trotz schwerwiegender Zweifel an seiner Schuld ging im Strudel der Hiobsbotschaften der Finanzmärkte unter, obgleich ein direkter Zusammenhang besteht, meint der Jurist Guido Rossi in der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Der Zusammenhang ist offenkundig, denn die Unfähigkeit, die Finanzkrise zu lösen, wird allseits der Schwäche der Regierungen und der politischen Institutionen angelastet. ... Wer nur Europa ein politisches Defizit vorwirft, der übersieht, welche Verwüstungen der Finanzkapitalismus in der US-amerikanischen Demokratie anrichtet. Ängste, Einschränkung der Bürgerrechte sowie die unerträgliche Schere zwischen arm und reich sind jedoch nicht nur der Unzulänglichkeit der europäischen Regierungen zuzuschreiben und der politischen Unfähigkeit Barack Obamas, die Achtung vor den Menschenrechten durchzusetzen. ... Der wahre Grund liegt im Zerfall der westlichen Kultur, die sich nur mehr von Gier lenken lässt, die das Gewebe der Zivilgesellschaft zerrissen hat. Die Kultur des Kapitalismus hat die Menschenrechte getötet. Die Lösung des Problems liegt also nicht in immer konfuseren wirtschaftlichen Rezepten, sondern in einem neuen Ius gentium, einem neuen Völkerrecht. Ein Recht, das der europäischen Kultur gestattet, die Grundrechte seiner Zivilisation wieder geltend zu machen."

Il Sole 24 Ore - Italien | 21.08.2011

Google verwandelt Internet in Feudalsystem

Die milliardenschwere Übernahme der Mobilfunksparte von Motorola durch den Internet-Konzern Google wurde kaum beachtet, obwohl sie eine gefährliche Entwicklung markiert, meint die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Die Macht des Internets, die sich die mächtigen Herrscher Google, Apple, Microsoft und wenige andere untereinander teilen, attackiert seit jeher das Grundprinzip des Eigentumsrechts materieller und immaterieller Güter (wie Urheberrechte und Patente). ... Nun ist dieses Grundprinzip von der Technologie des Internets zerschlagen worden. Zudem ist das traditionelle Kartellrecht im Krieg der Herrscher um die Vormachtstellung aus den Angeln gehoben worden. Sie verfolgen jedoch als einziges Ziel den Gewinn. Die Freiheit des Internets kann in ihren Händen auf gefährliche Weise instrumentalisiert werden, wenn sie jeglicher demokratischer Kontrolle entbehrt. Das Internet ist von der Welt der Freiheit zum Feudalsystem geworden."

Il Sole 24 Ore - Italien | 07.08.2011

Nur Peking kann den Westen retten

Nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA haben die asiatischen Börsen am heutigen Montag deutliche Kursverluste verzeichnet. Die Talfahrt kann nach Ansicht der liberalen Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore nur aufgehalten werden, wenn der Westen die Hilfe Chinas annimmt: "Wir wohnen dem chaotischen Untergang von Jahrhunderten der westlichen Vorherrschaft bei. Seltsamerweise fehlt jedoch China in sämtlichen Vorschlägen zur Vermeidung des Niedergangs. Peking besteht zu Recht auf seiner Rolle und nutzt die Zweifel an der Kreditwürdigkeit der USA, um den US-Dollar als globale Leitwährung in Frage zu stellen. Im Zuge der tatsächlichen und noch drohenden Staatspleiten büßt die EU jetzt für ihren Fehler, die Schulden nicht rechtzeitig vergemeinschaftet zu haben. Europäische Staatsanleihen wären weitaus sicherer als die Anleihen einzelner Staaten. Da Europa weltweit der größte Markt ist, wären solche Titel für China eine sinnvolle Investition."

La Repubblica - Italien | 26.09.2008

Das Ende des Marktkapitalismus

Die Tageszeitung La Repubblica veröffentlicht einen Auszug aus einer Rede, die der Jurist und Experte für Unternehmensrecht Guido Rossi heute auf der internationalen Zivilrechtskonferenz der Courmayeur-Stiftung hält. Darin fordert er einen neuen rechtlichen Rahmen für die kapitalistische Wirtschaft: "Die vielfachen Modifizierungen des internationalen Unternehmenssystems, die von der modernen lex mercatoria, dem Marktwirtschaftsgesetz, eingeführt worden sind, haben die Krisen, die die Gesellschaften und die Finanzmärkte im allgemeinen getroffen haben, nicht aufhalten können. … In Wahrheit geht die Krise viel tiefer, weil die Form der großen Teilhabergesellschaft nicht nur den traditionellen juristischen Kategorien, auf denen sie ursprünglich gebaut war, entkommen ist, sondern auch allen jüngsten, teilweise neuen, teilweise von anderen Rechtsordnungen abgeguckten Versuchen der Regulierung, die allgemein unter dem vagen Namen der Corporate Governance, der verantwortungsvollen Unternehmensführung, laufen. … Die alten Formeln sind überholt. Die Teilhabergesellschaft ist an ihrem Ende angelangt. Ein neuer Phönix muss aus der Asche auferstehen. Ein neues wissenschaftliches Paradigma, das fern von den leeren Formeln des sozialen Marktkapitalismus oder ähnlichem sein muss."

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