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Tavares, Rui

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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Público - Portugal | 07.09.2011

Rui Tavares über Islands vorbildlichen Weg aus der Krise

Island hat sich nach seinem Bankenkollaps und Beinahe-Bankrott vor knapp drei Jahren schneller erholt als von Experten erwartet. Der Historiker Rui Tavares empfiehlt den Portugiesen in der liberalen Tageszeitung Público, sich an den Isländern zu orientieren: "Fast unbemerkt hat Island das Programm mit dem IWF beendet - nachdem es fast alles anders gemacht hat als unsere Regierung in Portugal. Aber Achtung: Auch die isländische Politik ist das genaue Gegenteil der portugiesischen Politik. ... Ja, es gab eine isländische Revolution, und von ihr können wir in drei Bereichen lernen: Wirtschaft, Politik und Zivilcourage. ... Der dritte Punkt ist der wichtigste: Die isländischen Bürger lassen keine Regierung mehr einfach so machen - auch die jetzige nicht. Daher die Referenden. In Island ist die Zivilgesellschaft erwacht. In fast allen isländischen Buchhandlungen sah ich ein Buch über Politik, mit einem Zitat von Plato auf dem Deckel: 'Die größte Strafe aber ist es von einem Schlechteren regiert zu werden, wenn man sich nicht selbst zum Regieren entschließt'."

Público - Portugal | 29.11.2010

Island als Vorbild

Der Rettungsplan für Irland sieht einen radikalen Umbau des Bankensektors vor, angelehnt an das Beispiel Island. Deshalb wirft die Tageszeitung Público einen Blick auf die isländische Entwicklung seit dem Zusammenbruch ihres Bankensystems 2008: "Das Land war bankrott, die Krone um 60 Prozent gefallen, und noch schneller ist die konservative Regierung gefallen. ... Kurz: Die Krise kam dort früher und mit mehr Wucht an. Aber die Reaktion darauf war ein Linksruck - im Gegensatz zu sonst. Vielleicht könnte Island uns deswegen eine Antwort auf folgende Frage geben: Gibt es mehr als eine Art auf die Krise zu regieren? Oder gibt es tatsächlich keine Alternative, wie so oft versichert wird? ... Wie macht sich Island seitdem? Wenn man die Schwere der Krise bedenkt, besser als erwartet. Und in einem wichtigen Punkt erzielt die linke Regierung bemerkenswerte Erfolge: Die Arbeitslosigkeit ist fast um die Hälfte gesunken. ... Island musste seine Verantwortungslosigkeit teuer bezahlen. Nun sollten wir uns genau anschauen, wie es seine Krise meistert."

Público - Portugal | 25.10.2010

Rui Tavares über deutsch-französischen Demokratiemangel

Vor dem EU-Gipfel in Brüssel am Donnerstag formiert sich Widerstand gegen die deutsch-französische Forderung nach einer Änderung des Lissabon-Vertrags. Sie soll ermöglichen, hartnäckigen Defizitsündern das Stimmrecht im EU-Ministerrat zu entziehen. Für zutiefst undemokratisch hält das Rui Tavares in der Tageszeitung Público: "Vor knapp einem Jahr trat der Lissabon-Vertrag in Kraft und wurde von allen ... als 'Generationsvertrag' bezeichnet. Nicht nur, weil er adäquat sei, sondern weil er quasi unreformierbar sei. Ich prophezeite, er würde früher geändert werden als alle glaubten. Falsch. Vermutlich wird er noch früher geändert als ich dachte. ... Wer eine Vision der EU in einer Generation wünscht, fragt bitte nicht [Portugals Premier] Sócrates, Sarkozy oder Merkel. Fragt gar keinen Regierungschef und wer kann, meide deren Meinungen wie die Pest. ... Fragt auch nicht Barroso. ... Seine Macht hängt von den anderen 27 ab. So sah er sich auch vom Gespräch zwischen Sarkozy und Merkel überholt, die den Vertrag aufgrund eines deutschen - obendrein gefährlichen - Eigensinns ändern wollen. ... Diese Leute haben keine Ahnung von Demokratie. ... Stellt euch vor, einem verschuldeten Menschen würde das Wahlrecht entzogen. Wie sich derjenige wohl fühlen würde?"

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