Navigation

 

Home / Autorenindex


Sauerland, Karol


In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 10.03.2010

Reporter-Biographie wirft Licht auf Polens Vergangenheit

Die neue Biographie über den polnischen Journalisten Ryszard Kapuściński von Artur Domosławski kratzt an der Reporterlegende und wirft in Polen erneut die Frage auf, wie man mit der kommunistischen Vergangenheit umgehen soll. Eher als in Deutschland, schreibt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Die Kapuściński-Biographie bewegt die Gemüter nun nicht nur, weil hier ein in Polen gefeierter und international bekannter Autor entheroisiert wird, sondern auch deswegen, weil sie summa summarum gegen eine strenge Verurteilung des sogenannten kommunistischen Regimes gerichtet ist. ... Die Diskussion um die Biographie schreibt sich in die seit Jahren währende Debatte über die Einschätzung des Ancien Régime ein, vor allem über die Frage, wie man die Geschichte Volkspolens schreiben sollte und könnte. ... Es fehlt ein Dazwischen, etwa eine Würdigung der Tausenden von Oppositionellen, die sich in der Solidarność-Bewegung engagiert und die letztlich den Regimewechsel herbeigeführt haben. ... So mancher schaut daher mit Neid auf Deutschland, wo die Demonstrationen von 1989 und die Oppositionellen der DDR, die sich gegen das, was sich in Polen getan hat, bescheiden ausnehmen, immer wieder gewürdigt werden."

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 15.02.2008

Karol Sauerland über Antisemitismus in Polen 1968

Karol Sauerland erinnert sich an 1968 in Polen, als das Regime Studentenproteste mit Stimmungsmache gegen die Juden beantwortete: "Fast alle polnischen Juden, die die Schoa überlebt und nicht gleich nach dem Krieg aus Polen ausgewandert waren, verließen um diese Zeit... das Land. Der Danziger Bahnhof in Warschau war der Ort, von dem aus sie sich nach Wien begaben, um von dort aus nach Israel, in die Vereinigten Staaten oder auch in die Bundesrepublik weiterzureisen. Man nannte diesen Bahnhof damals den 'Umschlagplatz'. Gott sei Dank führte er nicht in den Tod, aber so gut wie niemand hatte sich freiwillig zur Ausreise entschlossen... Persönlich vergleiche ich den Exodus führender Köpfe und der vielen talentierten jungen Leute (zu ihnen gehörte übrigens auch Jan Tomasz Gross, der mit seinem Buch über Jedwabne und nun mit seiner Studie über den polnischen Nachkriegsantisemitismus für erregte Debatten sorgt) mit dem Jahr 1933 in Deutschland... Und so gut wie keiner von denen, die Polen verlassen hatten, kam nach einundzwanzig Jahren, also 1989, wieder zurück, um seinen verlorenen Posten einzunehmen."

» Autorenindex


Weitere Inhalte