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Schmid, Thomas
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Neuanfang verpasst
Die Chance auf einen Neuanfang ist vertan worden, obwohl es an Geld nicht mangelt, meint die linksliberale Berliner Zeitung und macht dafür auch die Hilfsorganisationen verantwortlich: "Vom Staat haben die Haitianer bislang wenig Hilfe erhalten, umso mehr aber von den über 3.000 NGOs: karitativen Organisationen und kirchlichen Vereinen, von denen nur 500 im Land überhaupt registriert sind. Sie arbeiten weitgehend unkoordiniert und stellen für den Wiederaufbau staatlicher Strukturen bereits heute ein Problem dar. Die wenigen haitianischen Ärzte und Fachleute, die nicht in die USA oder nach Frankreich ausgewandert sind, arbeiten oft lieber unter dem Dach einer NGO als in staatlichen Institutionen, wo sie nur halb so viel verdienen. Schon mussten aus diesem Grund ganze Stationen staatlicher Krankenhäuser schließen, weil ihnen das Personal weglief. Die NGOs, die in Haiti wohl 150.000 Arbeitsplätze - Fachkräfte, Fahrer, Übersetzer, Wach- und Reinigungspersonal - geschaffen haben und über Hilfsgelder in Höhe von zwei Milliarden Dollar verfügen, waren für die Nothilfe unabdingbar. Doch nur wenige haben sich - im Rahmen einer Hilfe für Selbsthilfe - um den Aufbau von Strukturen gekümmert, die sie selbst überflüssig machen könnten."
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Neue kirgische Republik muss Vertrauen schaffen
Die Kirgisen haben am Sonntag den Übergang zu einer parlamentarischen Republik per Referendum beschlossen. Gewonnen ist damit noch nicht viel, meint die linksliberale Berliner Zeitung: "Jetzt kommt es darauf an, Vertrauen in den künftigen Staat zu schaffen - vor allem bei den Usbeken, den Opfern des Pogroms, der vor zwei Wochen etwa 2.000 Menschen das Leben kostete. ... Dies setzt dreierlei voraus: Die Regierung muss dafür sorgen, dass die zerstörten Häuser schnell wieder aufgebaut werden und dass die Rückkehrer in sicherem Umfeld leben und arbeiten können. Zweitens muss sie - um jeder Legendenbildung entgegenzuwirken - den Pogrom und die Rolle der Armee bei demselben von einer internationalen Kommission untersuchen lassen und die Schuldigen vor die Schranken der Justiz bringen. Das ist die Voraussetzung für jede Aussöhnung. Soll diese aber nachhaltig sein, müssen drittens die Usbeken in den staatlichen Institutionen, vor allem auch in der Armee, die bislang im Wesentlichen eine Truppe von Kirgisen ist, angemessen vertreten sein."
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USA müssen jede Gesprächschance nutzen
Zum erfolgreichen Blitzbesuch des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in Nordkorea schreibt die konservative Tageszeitung Die Welt: "Der Rang des hohen Gastes beweist wieder einmal, mit welchem Geschick das sonst so unbeweglich erscheinende Nordkorea fähig ist, Erpressungsmanöver durchzuführen und so das marode Land Mal um Mal über die Runden zu retten. Auch in seiner List ist der Pariastaat Nordkorea unberechenbar. Und eben deswegen geht es natürlich nicht nur um die zwei [freigelassenen US-] Journalistinnen. Für sie allein hätte es eines Bill Clinton nicht bedurft. Schon die Tatsache, dass Clinton am Flughafen von Pjöngjang von dem stellvertretenden Außenminister empfangen wurde, gibt einen klaren Hinweis: Schließlich ist dieser auch Chefunterhändler des Landes im Atomstreit. Gewiss ist Clintons Besuch ein tastender Versuch, herauszubekommen, ob unter Präsident Barack Obama ein neues Verhältnis beider Länder zueinander möglich ist, die ja keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Die USA tun gut daran, jede sich bietende Gesprächschance zu nutzen."
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Fehlender Respekt vor der Arbeit der Urheber
Zum Stellenwert der Autoren und ihrem Urheberrecht im digitalen Zeitalter schreibt die Welt am Sonntag: "Google, ausgestattet mit dem Nimbus nutzerfreundlicher Freibeuterei, hat hier den Vorreiter gespielt. Vor lauter Lust am augenblickschnellen Verbreiten der Informationen scheinen deren Verteiler zu vergessen, dass ohne Urheber alles nichts ist. Es geht ein nahezu erpresserischer Druck von ihnen aus: Alles, was es an Informationen gibt, ist gewissermaßen netzpflichtig und muss ein common, ein Gemeingut, muss public domain sein. Wer sich dem widersetzt, sei reaktionär und habe die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Hier fehlt der Respekt vor der Arbeit der Urheber. Die gute Information, das umfassende Werk, die nachhaltige Nachricht: Sie alle kommen nicht vom Himmel oder aus der Steckdose. ... Es wäre für die kommende Wissensgesellschaft wie für die schon bestehende Netzgesellschaft brandgefährlich, wenn der Autor zum bloßen Zulieferer, fast zur quantité négligeable degradiert würde."
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Einer gegen alle
Die konservative Tageszeitung Die Welt wundert sich über Klaus' Alleingang: "Revolutionen können seltsame Blüten treiben. Der Untergang des Sozialismus im Jahre 1989 machte aus Heizern Außenminister, aus Poeten Präsidenten, und runde Tische schienen das Möbel der Zukunft zu sein. Einer, ebenfalls ein Kind der Revolution, hielt von Anfang an dagegen. ... Als der entschiedene EU-Gegner, der er geworden ist, hat er [Klaus] nun eine Reise ins abtrünnige Irland genutzt, um ... noch einmal kundzutun, dass er die EU für eine dem Sozialismus nahekommende Zwangsveranstaltung hält. ... Václav Klaus' Versuch, die Ratifizierung des Reformvertrags von Lissabon im Alleingang. ... zu verhindern, hat etwas Monomanisches. Dennoch: Lodernde Empörung ist die falsche Antwort. Denn es gehört zu den garantierten Freiheiten der Demokratie, alles infrage stellen zu dürfen. Die liberale Tradition, aus der Klaus kommt, ist die schlechteste nicht. Man muss sich freilich auch fragen, was diesen auch im eigenen Land isolierten Präsidenten zu dem Versuch treibt, Weltpolitik als radikale Ein-Mann-Show zu inszenieren."
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