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Schoepp, Sebastian
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Spanier müssen jetzt anpacken
Die unzufriedenen Spanier wollen ein neues politisches System, doch dazu müssen sie Initiative zeigen und ihr oft im Ausland erworbenes Wissen daheim einsetzen, fordert die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Eine der Hauptforderungen der Protestbewegung ist die Zulassung offener Listen für parteiunabhängige Kandidaten bei Wahlen. Auf vielen Transparenten an der Puerta del Sol wird Island zum Vorbild hochstilisiert, wo aus dem Crash eine pfiffige Politbewegung erwuchs. Doch bis es so weit ist, gehen die Unzufriedenen lieber gar nicht zur Wahl - oder sie stimmen für regionale Parteien, in Zeiten der Krise ist der eigene Kirchturm vielen am nächsten. Ein Irrweg, denn gerade der ausufernde Regionalismus mit seiner Verschwendungssucht ist einer der Gründe für die spanische Finanzmisere. ... Längst gibt es eine neue Auswanderungswelle in deutsche, italienische, britische oder französische Unternehmen. Doch nur sie selbst haben es in der Hand, dieses Land mit den in der Fremde gewonnenen Kenntnissen neu zu erfinden."
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Sparprogramm gefährdet Spaniens Einheit
Die EU-Kommission drängt Spanien noch mehr zu sparen, als die Regierung bisher beschlossen hat. Das kann sogar die Einheit des Landes bedrohen, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Zapatero soll sparen und gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln - das ist fast unmöglich. Den Arbeitgebern gehen die Reformen nicht weit genug, die Gewerkschaften zeihen ihn des Verrats an der Arbeiterklasse. Die EU lobt ihn, zu Hause wird es einsam. ... Was nach Zapatero kommt? Die rechte Volkspartei hat sich durch ihre unpatriotische Obstruktionspolitik unmöglich gemacht. Die Spanier werden sich noch mehr in Regionalismen flüchten, in Zeiten der Not lehnt man sich an den heimischen Kirchturm. Vor allem die Parteien der reichen Katalanen und Basken, die bisher im Madrider Parlament eine Nebenrolle gespielt haben, werden stärker werden. Für die spanische Einheit bedeutet das nichts Gutes, belgische Verhältnisse drohen. Spanien ist ganz und gar in der Moderne angekommen."
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Sebastian Schoepp über die vormoderne Eta-Ideologie
Hinter dem Nationalismus der Terrorgruppe Eta, die am Wochenende auf Mallorca einen Anschlag verübte, verberge sich eine vormoderne Ideologie aus dem 19. Jahrhundert, meint Sebastian Schoepp in der linksliberalen Tageszeitung Süddeutsche Zeitung: "Tatsächlich haben Ideologien die baskische Sehnsucht 'für sich zu sein' ([so der Politikwissenschaftler und Eta-Spezialist Antonio] Elorza) stets nur gestreift. Diese Sehnsucht ist älter als die Eta und wird sie überdauern, weil sie unerfüllbar ist. [Der baskische Bildhauer und Philosoph] Jorge Oteiza schreibt, die baskische Seele lebe in einem ständigen Spannungsfeld zwischen komplementären Gegensätzen wie alt und neu, ländlich und urban. Er benennt das mit dem baskischen Begriff huts - einer Art inneres Vakuum, das Fehlen von etwas, das man vermisst, aber nicht benennen kann. ... Kann sein, dass es dieses Gefühl der Leere ist, das viele junge Leute in einer von Spaniens wohlhabendsten Regionen dazu treibt, dem brutalen Anachronismus der Eta nachzulaufen. Das ja auch globalisierungskritische Rahmenkonstrukt einer vormodernen Heimatidylle besitzt wohl gerade deshalb so viel Anziehungskraft, weil sein eigentlicher Inhalt unbekannt bleiben muss."
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Ziel der Eta bleibt gleich
Die baskische Terrororganisation Eta hat am Sonntag auf Mallorca das zweite Attentat innerhalb von zehn Tagen verübt. Das sei Ausdruck ihrer andauernden zerstörerischen Gewalt, schreibt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Ein Eta-Kommando auf Mallorca, das heißt: Der Feind ist stark genug, sich da zu formieren, wo es am meisten wehtut. ... Dass die Eta diesmal - anders als beim Anschlag vor zehn Tagen auf die Guardia Civil - vorher eine Warnung absetzte, ist Teil ihrer perfiden Strategie. Den ausländischen Touristen soll klargemacht werden, dass sie nicht gemeint sind, sich aber trotzdem im Fadenkreuz der Eta befinden. … Das Ziel bleibt stets gleich: den spanischen Staat zu Verhandlungen über eine Unabhängigkeit des Baskenlandes zu zwingen. Dort aber stößt der Terror auf genauso breite Ablehnung wie überall in Spanien. ... Ohne über dieses Thema zu sprechen, wird der Konflikt kaum gelöst werden können. Jedes neue Attentat von Eta rückt einen solchen Dialog jedoch in weitere Ferne."
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Sieg über europäische Vermittler
Für die Süddeutsche Zeitung ist die Befreiung Betancourts ein Sieg des kolumbianischen Präsidenten Uribe über die europäischen Vermittler. "Kaum einer in Kolumbien dürfte bezweifeln, dass Uribes Umfragewerte künftig alle Rekorde brechen werden. ... Die frühere Präsidentschaftskandidatin eines grün-bunten Bündnisses und den konservativ-neoliberalen Präsidenten eint politisch fast nichts - außer der Überzeugung: Geiselnahme darf sich nicht lohnen. ... Europäische Vermittler wie Nicolas Sarkozy, der sogar die Aufnahme von freigelassenen Rebellen anbot, haben das nie verstanden. Sie waren zum Scheitern verurteilt, weil sie die Gesetze des Dschungels nicht kennen."
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